Expertise
2025: Trockenes Jahr, verregneter Juli
Marco Natkhin, Tanja Sanders | 20.03.2026
Im außergewöhnlich trockenen Jahr 2025 entstand kaum neues Grundwasser. Nur ein extrem nasser Juli sorgte kurzzeitig für Entlastung. Dennoch versorgte das im Boden gespeicherte Wasser die Vegetation ausreichend, sodass größere Trockenschäden an den Bäumen ausblieben. Das zeigen Daten von unserer Versuchsfläche in Britz.
Der Niederschlag
2025 war ein trockenes Jahr für den Wald. Auf der Intensivmonitoring-Fläche in Britz fielen nur 533 Millimeter Niederschlag. Damit war die Niederschlagsmenge zwar unterdurchschnittlich, jedoch noch nicht als extrem zu betrachten. Außergewöhnlich war, wie sich Regen und Schnee über das Jahr 2025 verteilten: Im Juli fiel mit 190 Millimetern mehr als ein Drittel des gesamten Jahresniederschlags. Ohne den verregneten Juli wäre 2025 damit das trockenste Jahr im Beobachtungszeitraum von 1993 bis 2025 gewesen. Auch 2026 begann mit besonders wenig Niederschlag.
Monatliche Niederschlagsmengen in mm der Jahre 2023-2025 und langjähriges Mittel
Jan | Feb | Mrz | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | Jahr | |
Mittel 1993-2022 | 53 | 42 | 42 | 31 | 57 | 68 | 76 | 59 | 52 | 45 | 45 | 51 | 619 |
Jahr 2023 | 81 | 50 | 100 | 49 | 12 | 53 | 42 | 58 | 12 | 82 | 54 | 103 | 696 |
Jahr 2024 | 64 | 90 | 31 | 35 | 29 | 48 | 60 | 57 | 35 | 39 | 57 | 42 | 588 |
Jahr 2025 | 74 | 32 | 11 | 10 | 14 | 38 | 190 | 24 | 40 | 48 | 36 | 17 | 533 |
Während der Vegetationszeit können Pflanzen den Wassermangel oft durch im Boden gespeichertes Wasser aus dem Winterhalbjahr ausgleichen. Ende 2024 und Anfang 2025 fiel jedoch so wenig Regen und Schnee, dass der Wasserspeicher im Boden nur unvollständig gefüllt wurde. Die Startbedingungen in die Vegetationsperiode waren damit ungünstig. Der verregnete Juli milderte den Wassermangel jedoch ab und sorgte dafür, dass sich auf der Versuchsfläche kein akuter Trockenstress bei den Pflanzen zeigte.
Schäden im Wald gab es 2025 vor allem durch nächtlichen Spätfrost Anfang Mai, nachdem sich bei Eichen und Buchen schon Blätter entfaltet hatten. Besonders betroffen sind davon meist junge Bestände, die außerhalb von Altbeständen ohne den Schutz größerer Bäume wachsen.
Die Tiefenversickerung
Für die Tiefenversickerung, also das Wasser, welches später zu neuem Grundwasser wird, war 2025 ein schlechtes Jahr. Bemerkenswert war, dass die Forschenden unter den jungen Eichenbeständen, die durchgängig die höchsten Werte liefern, nur 10 Millimeter neues Grundwasser gemessen haben. Im trockenen Jahr 2019 lag der Wert mit 75 Millimetern noch wesentlich höher. Weder unter Kiefer noch unter Buche konnte neues Grundwasser entstehen. Unter Buche war das zuletzt während der Dürreperiode 2019 der Fall.
Der Regen im nassen Juli füllte vor allem den Wasserspeicher im Boden auf und kam direkt der Vegetation zugute. Das Wasser versickerte nicht in tiefere Bodenbereiche. Der Grundwasserspiegel profitierte damit nicht von den Niederschlägen – anders als bei den sommerlichen Starkregenereignissen vergangener Jahre.
Das Baumwachstum
Trotz der Trockenheit wuchsen die Buchen und Kiefern auf der Versuchsfläche in Britz 2025 im Vergleich zu den vergangenen sechs Jahren durchschnittlich gut. Das zeigt sich an den Messungen der Stammumfänge. Besonders deutlich nahm der Umfang im Juli 2025 nach dem ergiebigen Regen zu. Dies muss aber nicht nur Wachstum bedeuten, denn vor allem bei den Kiefern kann die Rinde auch in Abhängigkeit von der Feuchtigkeit schrumpfen und quellen.
Wenn die Bäume unter Trockenstress stehen, können die Pflanzen keine Wasser- und Energiereserven aufbauen. Das hat einen langfristigen Effekt auf die Holzbildung in den Folgejahren. Auch Wurzeln können durch die Trockenheit Schaden nehmen und Kronen kleiner werden, was ebenfalls das Baumwachstum in den darauffolgenden Jahren beeinflusst.
Weitere Informationen
- Alle Bodenwassergehalte der Jahre 2019 bis 2025 sind auf der Website der Intensivmonitoring-Station Britz verfügbar.
- Wie sich sommerliche Starkregenereignisse auf die Tiefenversickerung auswirken können, haben Thünen-Forschende in einer Studie untersucht und in einem Artikel auf der Thünen-Website zusammengefasst.






