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HTTP - Helgoland Tope Tagging Project

Projekt

Sender befestigen (c) Thünen-Institut/Matthias Schaber
Dr. Matthias Schaber vom Thünen-Institut für Seefischerei in Bremerhaven bringt einen Satelliten-Sender (Satellite Pop-Up Archival Tag) an einem Hundshai (Galeorhinus galeus) an. Die Augen des Tieres sind zur Beruhigung mit einem feuchten Tuch abgedeckt. Der Sender löst sich nach einer vorprogrammierten Zeit vom Tier ab, steigt an die Wasseroberfläche und übermittelt die Messdaten zu Verhaltensmustern und Wanderungsbewegungen dieser gefährdeten Haiart via Satellit an den Forscher. (© Thünen-Institut/Matthias Schaber)

Markierung von Hundshaien bei Helgoland

Er ist der größte in deutschen Gewässern stetig vorkommende Hai und als „stark gefährdet“ eingestuft: der Hundshai. Versuche mit satellitenbasierten Sendern in der Nordsee sollen über das Wanderungsverhalten der Tiere aufklären und so eine belastbare Einschätzung der Verbreitung und Populationsgrößen möglich machen.

Hintergrund und Zielsetzung

Hundshaie (Galeorhinus galeus) sind in der IUCN Roten Liste gefährdeter Arten weltweit als "verletzlich" und in der Roten Liste der Meersfische in deutschen Meeresgebieten als "stark gefährdet" eingestuft. Generell gilt der nordostatlantische Bestand dieser Art jedoch als datenarm, d.h. es existieren unzureichende Informationen zur Biologie, Verbreitung und Abundanz dieser weit wandernden Art.

Um bestehende Wissenslücken bezüglich Verbreitung, Wanderung, Verhalten und allgemeiner Biologie von Hundshaien  möglichst zu schließen, werden Hundshaie im Rahmen des  Projektes während ihrer sommerlichen Aggregationen vor der Insel Helgoland gefangen und mit Satelliten- sowie  konventionellen Markierungen versehen.

Ziel des Projektes ist die Erfassung von

  1. saisonalen Wanderungsbewegungen der gefährdeten Hundshaie in der Nordsee
  2. Aggregationsverhalten, diurnalen Vertikalwanderungen bzw. Aktivitätszyklen
  3. Daten zur Evaluierung des Schutz- und Gefährdungsstatus dieser Rote-Liste-Art
  4. Daten zur Evaluierung des Nutzens bestehender und geplanter Schutzgebiete für den Schutz der (wandernden) Hundshaie

Vorgehensweise

Im Sommer sammeln sich Hundshaie bei Helgoland  und werden dort von uns vom Boot aus gezielt mit der Angel gefangen. Nach der Registrierung von Länge, Gewicht und Geschlecht wird den Tieren mit einem schnellen, minimalinvasiven Eingriff eine Satelliten-Markierung (MiniPAT) und eine klassische Spaghetti-Markierung (Floy-Tag) an bzw. unterhalb der Rückenflosse angebracht. Danach das Tier schonend wieder frei.

Die Satelliten-Markierung (sog. Tag, engl.) zeichnet über einen vorprogrammierten Zeitraum von 270 Tagen kontinuierlich Tiefe, Temperatur und Umgebungslicht auf und löst sich dann vom Hai. Nach dem Ablösen und Aufsteigen an die Oberfläche sendet der Tag die Messdaten via Satellit.

Die erwarteten Messdaten erlauben uns dann die Rekonstruktion der Wanderrouten dieser weit wandernden Art. Darüber hinaus können kleinskalige Verhaltensmuster wie tägliche Vertikalwanderung und auch Habitatpräferenzen der Haie ermittelt werden. Eventuell gehäuftes Auftreten der Haie in einem bestimmten Gebiet kann für die Einrichtung und Überprüfung der Wirksamkeit von Meeresschutzgebieten von Relevanz sein.

 

Unsere Forschungsfragen

  • Wie lassen sich die saisonalen Wanderungsbewegungen von Hundshaien in der Nordsee/im Nordostatlantik charakterisieren?
  • Können wir Aggregatiosmuster sowie diurnale Wanderungs- und aktivitätszyklen identifizieren?
  • Können wir anhand von Daten zu Wanderungsbewegungen und zur Habitatnutzung der Haie die Eignung bestehender und geplanter Meeresschutzgebiete für den Schutz dieser gefährdeten Art evaluieren bzw. mögliche Schutzmaßnahmen identifizieren?

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

7.2017 - 7.2019

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft