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Dossier

Herkunftsforschung – das Rückgrat der Forstgenetik

Von Mirko Liesebach


FG Institut für Forstgenetik

Viele Baumarten haben ein großes Verbreitungsgebiet, das verschiedene Standortsbedingungen umfasst. Mit der Anpassung an die unterschiedlichen Bedingungen entstehen zwischen den Populationen genetische Unterschiede. Das Wissen über lokale Anpassungen ist wichtig, um wüchsige bzw. gegenüber Umwelteinflüssen resistente Populationen und Herkünfte herauszufiltern.

Im Thünen-Institut für Forstgenetik prüfen wir in  Herkunftsversuchen die Anbaueignung und Anpassungsfähigkeit verschiedener Laub- und Nadelbaumarten. Eine neue Dimension erhalten diese Arbeiten angesichts des Klimawandels. Es besteht großer Forschungsbedarf, um genauer abschätzen zu können, welche Rolle die genetischen Unterschiede bei der Anpassung an unterschiedliche, auch klimatische Standortbedingungen spielen und wie schnell sich Populationen an Umweltänderungen anpassen.  Die Untersuchungen stehen im Zusammenhang mit rechtlichen Regelungen zu Gewinnung, Handel, Anzucht und Verwendung von forstlichem Vermehrungsgut.


Versuchsflächen in ganz Deutschland

Wir betreuen in Deutschland mehr als 400 Versuchsflächen. Dort prüfen wir, wie sich Bäume unterschiedlicher Herkunft und verschiedener Familien für einen Anbau eignen. Auf diesen Flächen beobachten wir das Überleben der Bäume, ihre Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen sowie ihre Wachstumsdynamik.

Die Ergebnisse haben wir bisher vor allem verwendet, um der Forstpraxis Hinweise für die standortgerechte Auswahl von Herkünften für den Anbau zu geben. Derzeit wird der Datenbestand auch verstärkt genutzt, um Aussagen über die Anpassungsfähigkeit verschiedener Herkünfte an den Klimawandel treffen zu können.

Interview

Eschentriebsterben: Forscher suchen resistente Bäume

Noch ist die Gemeine Esche eine der häufigsten Laubbaumarten in Deutschland und liefert hochwertiges Holz. Doch ein Pilz ist zur existenziellen Bedrohung für diese Baumart in ganz Europa geworden. Ben Bubner vom Thünen-Institut für Forstgenetik geht der Frage nach, wie die Esche gerettet werden kann.

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Eschentriebsterben: Forscher suchen resistente Bäume

Expertise

Züchtungsstrategie entwickelt – ein politisches Entscheidungsinstrument

Forstpflanzenzüchtung in Deutschland kann nur erfolgreich sein, wenn alle beteiligten Einrichtungen enger zusammenarbeiten und die Aufgaben aufteilen. Die Züchtung wird auf sechs Baumarten bzw. Baumartengruppen fokussiert.

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Züchtungsstrategie entwickelt – ein politisches Entscheidungsinstrument

Kiefer und Buche: Wie reagieren verschiedene Herkünfte auf Trockenheit?

Wenn die Sommer im Zuge des Klimawandels trockener werden, bekommen auch die Bäume Stress. Mit verschiedenen Ansätzen testen Forstwissenschaftler unterschiedliche Herkünfte von Kiefern und Buchen.

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Kiefer und Buche: Wie reagieren verschiedene Herkünfte auf Trockenheit?

Züchtung von Hybrid-Lärche – ein Beispiel für erfolgreiche Forstpflanzenzüchtung?

In der Natur gefundene Hybride aus Europäischer und Japanischer Lärche zeigten außerordentlich gute Wuchsleistungen. Dies hat zu erfolgreichen Zuchtprogrammen geführt. Defizite bestehen noch in der praktischen Umsetzung.

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Züchtung von Hybrid-Lärche – ein Beispiel für erfolgreiche Forstpflanzenzüchtung?

Amerikanische und europäische Herkünfte der Rot-Eiche in Deutschland

In einem Versuch an verschiedenen deutschen Standorten zeigten die europäischen Herkünfte der Rot-Eiche eine bessere Wuchsleitung als die Herkünfte aus dem amerikanischen Ursprungsgebiet. Dies ist bedeutsam für künftige Neupflanzungen.

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Amerikanische und europäische Herkünfte der Rot-Eiche in Deutschland

Wachstum von sechs Herkünften der Rot-Buche in Schleswig-Holstein

Ein Vergleich von sechs Buchen-Herkünften aus kühleren und wärmeren Gebieten gab überraschende Ergebnisse.

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Wachstum von sechs Herkünften der Rot-Buche in Schleswig-Holstein

Transfer von Saat- und Pflanzgut innerhalb Europas – Was wissen wir?

In mehreren europäischen Ländern werden immer noch erhebliche Mengen von nicht angepasstem Saat- und Pflanzgut verwendet. Das kann zu hohen Mortalitätsraten und schlechten Wuchsleistungen führen.

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Transfer von Saat- und Pflanzgut innerhalb Europas – Was wissen wir?

Publikationen

  1. 0

    Liesebach M, Wolf H, Beez J, Degen B, Erley M, Haverkamp M, Janßen A, Kätzel R, Kahlert K, Kleinschmit J, Paul M, Voth W (2021) Identifizierung von für Deutschland relevanten Baumarten im Klimawandel und länderübergreifendes Konzept zur Anlage von Vergleichsanbauten - Empfehlungen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Forstliche Genressourcen und Forstsaatgutrecht“ zu den Arbeitsaufträgen der Waldbaureferenten. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 51 p, Thünen Working Paper 172, DOI:10.3220/WP1617712541000

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn063527.pdf

  2. 1

    Liesebach M (2021) Forstpflanzenzüchtung gewinnt an Bedeutung. In: Seeling U (ed) Forst Holz & Jagd Taschenbuch 2022. München: Deutscher Landwirtschaftsverl, pp 211-215

  3. 2

    Liesebach M, Schneck V (2020) Die Genressourcen der Robinie erhalten und nutzen. AFZ Der Wald 75(20):16-20

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn062819.pdf

  4. 3

    Kätzel R, Liesebach M, Haverkamp M, Tröber U, Wolf H (2019) Genetische Ressourcen der Flatterulme erhalten und nutzen. AFZ Der Wald 74(24):17-21

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn061879.pdf

  5. 4

    Liesebach M, Rose B, Wolf H (2019) Die Genressourcen der Edelkastanie erhalten und nutzen. AFZ Der Wald 74(21):40-43

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn061598.pdf

  6. 5

    Wolf H, Liesebach M, Rogge M, Kätzel R, Paul M (2018) Die Genressourcen der Fichte erhalten und nutzen, Teil 1. AFZ Der Wald 73(4):10-13

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn059883.pdf

  7. 6

    Wolf H, Liesebach M, Rogge M, Kätzel R, Paul M (2018) Die Genressourcen der Fichte erhalten und nutzen, Teil 2. AFZ Der Wald 73(9):10-12

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn059882.pdf

  8. 7

    Liesebach M, Ahrenhövel W, Janßen A, Karopka M, Rau HM, Rose B, Schirmer R, Schneck D, Schneck V, Steiner W, Schüler S, Wolf H (2017) Planung, Anlage und Betreuung von Versuchsflächen der Forstpflanzenzüchtung : Handbuch für die Versuchsanstellung. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 80 p, Thünen Rep 49, DOI:10.3220/REP1496222427000

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn058666.pdf

  9. 8

    Konnert M, Kätzel R, Liesebach M, Wurm A (2016) Die Genressourcen der Winterlinde erhalten. AFZ Der Wald 71(20):38-41

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn057752.pdf

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