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Dossier

Emissionsinventare: Buchhaltung für den Klimaschutz

Roland Fuß, Cora Vos, Claus Rösemann, Andreas Gensior, Sophie Drexler, Wolfgang Stümer, Sebastian Rüter | 15.04.2024


AK Institut für Agrarklimaschutz
HF Institut für Holzforschung WO Institut für Waldökosysteme

Als Vertragsstaat internationaler Abkommen zu Klimaschutz und Luftreinhaltung ist es das erklärte Ziel Deutschlands, den Ausstoß an Treibhausgasen und Luftschadstoffen zu reduzieren. Wissenschaftliche Bestandsaufnahmen liefern die notwendigen Daten.

In den nationalen Inventarberichten über die Emissionen von Treibhausgasen (NIR) und Luftschadstoffen (IIR) veröffentlicht das Umweltbundesamt jährlich aktuelle Daten zur gesamten deutschen Emissionssituation. Für die Bereiche Landwirtschaft, Forstwirtschaft und andere Landnutzung erstellt das Thünen-Institut die nationalen Emissionsinventare im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Berichtet werden die Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Lachgas (N2O) und Methan (CH4) sowie die Luftschadstoffe Ammoniak (NH3), Stickoxide (NOx), flüchtige organische Verbindungen (NMVOC) und Stäube.

Die wissenschaftlichen Bestandsaufnahmen des Thünen-Instituts geben Auskunft über Quellen und Senken für Treibhausgase bzw. Luftschadstoffe. Hauptverursacher der Emissionen sowie kritische Regionen werden darin identifiziert und die zugrunde liegenden Prozesse untersucht.

Emissionsinventare dokumentieren die Entwicklung der Emissionssituation über die Zeit. Mit ihnen lässt sich überprüfen, wie wirksam Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Luftreinhaltung sind, und sie ermöglichen die Kontrolle international eingegangener Reduktionsverpflichtungen.

Zahlen & Fakten

Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft

Die Emission von Ammoniak führt durch Reaktion mit anderen Luftschadstoffen zur Bildung von gesundheitsschädlichem Feinstaub und über den Eintrag von Stickstoff zur Eutrophierung naturnaher Ökosysteme. Durch weitere Umsetzungsprozesse trägt sie zur Bodenversauerung, Grundwasserbelastung und zur indirekten Emission von Lachgas bei.

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Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft

Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft

Im Jahr 2022 war die deutsche Landwirtschaft für die Emission von rund 53,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten verantwortlich. Das sind 7,1 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen. Wesentliche Quellen sind Methanemissionen aus der Tierhaltung und Lachgasemissionen aus landwirtschaftlich genutzten Böden.

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Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft

Treibhausgasemissionen durch Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF)

Im Jahr 2021 betrugen die Treibhausgasemissionen aus dem LULUCF-Sektor 4 Millionen Tonnen CO2 -Äquivalente im Netto. Anders als in den Jahren bis 2019 wirkte der Sektor folglich als Quelle für Treibhausgase.

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Treibhausgasemissionen durch Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF)

FAQ

Von der Senke zur Quelle

Die aktuellen Projektionsdaten zu den Treibhausgasemissionen zeigen, dass der Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) in der Summe erheblich weniger Kohlendioxid aufnimmt als bisher angenommen. Fragen und Antworten dazu in unserem FAQ.

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Von der Senke zur Quelle

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