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Neue RootBox bringt Wurzelforschung voran

Tiefreichende Wurzeln sind entscheidend für eine klimaangepasste Landwirtschaft. Bisher war ihre Erforschung mühsam: Die Wurzeln mussten von Hand gewaschen und gezählt werden. Mit einer neuen Technik, die am Thünen-Institut für Agrarklimaschutz entwickelt wurde, wird das künftig einfacher.

© Thünen-Institut

Mit der RootBox lässt sich die Wurzelmenge in einer Probe einfach per Foto bestimmen.

Mit zunehmenden Dürreperioden durch den Klimawandel wird es immer wichtiger, dass Kulturpflanzen tiefreichende Wurzeln ausbilden. So können sie bei Trockenheit Wasser aus tieferen Bodenbereichen aufnehmen. Die Forschung dazu war bisher jedoch durch die aufwendige Probenaufbereitung stark eingeschränkt: Wurzeln mussten von Hand gewaschen und gezählt werden. Deshalb haben Forschende des Thünen-Instituts für Agrarklimaschutz nun die sogenannte RootBox entwickelt. Dabei machten sie sich zunutze, dass Wurzeln unter UV-Licht leuchten. 

Für die Untersuchung entnehmen die Forschenden zunächst einen ein Meter langen Bodenkern, halbieren ihn längs und legen die Wurzeln vorsichtig mithilfe einer Wasserspritze frei. In der lichtundurchlässigen RootBox fotografieren sie die mit UV-Licht und leistungsstarken LEDs beleuchteten Wurzeln. Mithilfe einer KI-basierten Bilderkennungssoftware werten sie die Fotos anschließend aus, um die Gesamtlänge aller Wurzeln in der Probe zu bestimmen.

Ziel der Untersuchungen ist es, mehr über die Wurzeln von Kulturpflanzen zu erfahren und Maßnahmen für eine bessere Durchwurzelung zu entwickeln. Denn Wurzeln verbessern nicht nur die Wasseraufnahme der Pflanzen, sondern fördern effektiv den Humusaufbau im Boden. Humus stärkt die Bodenstruktur, bindet Schadstoffe und schützt vor Erosion – zugleich profitiert das Klima, da Humus große Mengen Kohlenstoff speichert.

Kontakt

Elron Wiedermann
Institut für Agrarklimaschutz
Institut für Agrarklimaschutz
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