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Unterschiedliche Baumsaaten werden in Händen gehalten, darunter Zapfen und Bucheckern
Unterschiedliche Baumsaaten werden in Händen gehalten, darunter Zapfen und Bucheckern
Institut für

FG Forstgenetik

Projekt

Anpassungsfähigkeit und Wachstumsreaktionen auf Klimaextreme von Herkünften der Gemeinen Kiefer


Federführendes Institut FG Institut für Forstgenetik

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Anpassungsfähigkeit und Wachstumsreaktionen auf Klimaextreme von Herkünften der Gemeinen Kiefer

Die vorhergesagten Klimaänderungen werden sich auch auf das Wachstum und die Vitalität unser Hauptbaumarten auswirken. Herkunftsversuche können Hinweise dafür liefern, wie breit die genetisch bedingte ökologische Amplitude einer Baumart ist und wie Herkünfte, die an unterschiedliche Klimabedingungen angepasst sind, auf Änderungen dieser Bedingungen reagieren. Hier nun werden Reaktionen von Herkünften der Gemeinen Kiefer (Pinus sylvestris L.) auf Trockenheit an verschiedenen Standorten untersucht.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Gemeine Kiefer ist eine der wichtigsten Hauptbaumarten in Deutschland sowie in Nord- und Osteuropa. Ihre Eignung für den Anbau in Hinblick auf den prognostizierten Klimawandel wird kontrovers diskutiert. Aussagen über die Breite der ökologischen Amplitude der Kiefer können mittels der Ergebnisse von Herkunftsversuchen gegeben werden. Dafür wurden die deutschen Versuchsflächen des IUFRO-Kiefern-Herkunftsversuchs von 1982 erneut aufgenommen und ausgewertet. Zuwachsanalysen sollten Hinweis darauf geben, wie die Herkünfte auf starke Trockenheit reagiert haben.

Vorgehensweise

Für die Untersuchungen wurden 11 der 20 Herkünfte auf zwei Flächen des IUFRO-Kiefernherkunftsversuchs von 1982 ausgewählt. Drei bis fünf Bäume in jeder der vier Wiederholungen wurden auf beiden Flächen gefällt und für die Analyse von Höhen- und Durchmesserzuwachs verwendet. Der jährliche Zuwachs wurde als Funktion des Wasserdefizit zu verschiedenen Zeiten modelliert. Dabei wurden auch die Provenienz und die Versuchsfläche berücksichtigt. Die individuelle Trockentoleranz wurde mittels Indizes für Resistenz, Erholung, Resilienz und relative Resilienz charakterisiert.

Ergebnisse

Es konnten deutliche Unterschiede im Wachstum zwischen den Provenienzen festgestellt werden. Der Durchmesserzuwachs war dabei hauptsächlich von der Wasserverfügbarkeit im Zeitraum von Mai bis Juli abhängig, während der jährliche Höhenzuwachs vom Wasserdefizit im Mai beeinflußt wurde.

Die Reaktion auf Trockenheit war abhängig vom Zeitpunkt und der Dauer des Ereignisses. Die Unterschiede in der Resistenz der Provenienzen waren moderat, jedoch stärker ausgeprägt für Erholung, Resilienz und relative Resilienz. Die Ergebnisse weisen auf eine bessere Anpassung der örtlichen deutschen Herkünfte hin. Eine multivariate Analyse gestattete die Identifizierung von Provenienzen mit guter Wuchsleistung, geringer klimatischer Sensitivität und hoher Resilienz nach Trockenheit. Auch hier zeigte sich die Überlegenheit der  deutschen Herkünfte. Aber auch Herkünfte aus Polen und Frankreich waren überdurchschnittlich, während Provenienzen aus Nordeuropa und vom Balkan schlecht abschnitten. Diese Ergebnisse belegen die Notwendigkeit, die Herkunftsfrage bei der Diskussion über Anpassung und Anpassungsfähigkeit bei Klimaänderung zu berücksichtigen.

Thünen-Ansprechperson

Beteiligte externe Thünen-Partner

  • Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft
    (Freising, Deutschland)

Zeitraum

3.2010 - 6.2014

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen zum Projekt

  1. 0

    Matisons R, Elferts D, Krisans O, Schneck V, Gärtner H, Bast A, Wojda T, Kowalczyk J, Jansons A (2021) Non-linear regional weather-growth relationships indicate limited adaptability of the eastern Baltic Scots pine. Forest Ecol Manag 479:118600, DOI:10.1016/j.foreco.2020.118600

  2. 1

    Matisons R, Schneck V, Jansone D, Baders E, Dubra S, Zeltins P, Jansons A (2021) South-Eastern baltic provenances of scots pine show heritable weather-growth relationships. Forests 12(8):1101, DOI:10.3390/f12081101

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn064275.pdf

  3. 2

    Matisons R, Jansone D, Baders E, Dubra S, Zeltins P, Schneck V, Jansons A (2021) Weather-growth responses show differing adaptability of scots pine provenances in the South-Eastern parts of Baltic Sea Region. Forests 12(12):1641, DOI:10.3390/f12121641

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn064277.pdf

  4. 3

    Matisons R, Jansone D, Elferts D, Adamovics A, Schneck V, Jansons A (2019) Plasticity of response of tree-ring width of Scots pine provenances to weather extremes in Latvia. Dendrochronologia 54:1-10, DOI:10.1016/j.dendro.2019.01.002

  5. 4

    Taeger S, Zang C, Liesebach M, Schneck V, Menzel A (2014) Wie reagieren verschiedene Herkünfte der Kiefer auf Trockenheit? : Auswertung des Herkunftsversuches IUFRO 1982 zeigt Bandbreite der Reaktion. LWF Aktuell(98):44-47

  6. 5

    Taeger S, Zang C, Liesebach M, Schneck V, Menzel A (2013) Impact of climate and drought events on the Growth of Scots pine (Pinus sylvestris L.) provenances. Forest Ecol Manag 307:30-42, DOI:10.1016/j.foreco.2013.06.053

  7. 6

    Liesebach H (2007) Geographische Strukturen der genetischen Variation von Pinus sylvestrisL.. Eberswalder Forstl SchrR 32:117-124

  8. 7

    Hertel H, Schneck V (1999) Genetic and phenotypical variation of Scots pine (Pinus sylvestrisL.) populations due to seed origin and environmentsl conditions at experimental sites [online]. Forest Genetics 6(2):65-72, zu finden in <https://kf.tuzvo.sk/sk/1999> [zitiert am 29.05.2015]

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn055225.pdf

  9. 8

    Schneck V, Hertel H (1999) Untersuchungen zu Auswirkungen von Klimaänderungen und Standortunterschieden auf verschiedene Herkünfte der Gemeinen Kiefer (Pinus sylvestrisL.). Ber Landwirtsch 77(1):134-136

  10. 9

    Hertel H, Kohlstock N (1994) Different genetic structures of two morphological types of Scots Pine (Pinus sylvestrisL.). Silvae Genetica 43(5/6):268-272

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn055196.pdf

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