Themenschwerpunkt
Wasser klug nutzen – Ideen für das Wassermanagement der Zukunft
Nadine Kraft | 09.01.2026
Von Regenwasserspeicher bis Aquakultur: In Zeiten zunehmender Wasserknappheit und sinkender Wasserqualität untersucht Wissenschaft nicht nur Auswirkungen auf Landwirtschaft, Wälder und Fischerei. Forschende legen Ideen und Lösungsvorschläge vor, um vorhandene Ressourcen effizienter zu nutzen. Unser Themenschwerpunkt bündelt das Wissen des Thünen-Instituts.

Dürreperioden nehmen zu, Grundwasserstände sinken, der Wasserbedarf etwa in Landwirtschaft, Industrie und Privathaushalten steigt. Im Trend der vergangenen 20 Jahre zeigt sich, dass infolge der Klimakrise Wasser global, aber auch in Deutschland, zunehmend knapper wird. Das stellt Land- und Fischwirtschaft vor große Herausforderungen – für die zuverlässige Versorgung mit gesunden Lebensmitteln ist ein ausgeglichener Wasserhaushalt essentiell. Auch die Wasserqualität sinkt mit dem Wasserspiegel: Ein niedriger Grundwasserspiegel mindert die Qualität des Trinkwassers. Zu viele Nährstoffeinträge belasten Küstenmeere wie die Ostsee – mit direkten Folgen für die Fischbestände. In unserem Themenschwerpunkt bündeln wir Forschungsergebnisse und Fachwissen aus dem Thünen-Institut rund um das Thema Wasser.
Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen unter anderem zu diesen Fragen:
Wie entwickelt sich der Wasserbedarf in der Landwirtschaft und insbesondere im Gartenbau? Welche Möglichkeiten gibt es, zum Beispiel Regenwasser besser zu nutzen und Felder effizienter zu bewässern? Die Ergebnisse aus unserer Forschung dienen nicht zuletzt der Politik als Entscheidungshilfe, etwa bei der Entwicklung von Förderinstrumenten.
Auch im Wald sorgt langanhaltende Trockenheit nicht nur für absterbende Bäume. Dort wird das meiste Grundwasser gebildet. Trockenheit führt auf lange Sicht also auch zu einem Mangel an sauberem Trinkwasser. Wie müssen die Wälder der Zukunft aussehen, um diesem Mangel zu begegnen?
In Küstenmeeren wie der Ostsee leidet die Wasserqualität unter zu hohen Nährstoffeinträgen. Der Sauerstoffgehalt sinkt, was die steigenden Wassertemperaturen verstärken. Das Ökosystem wankt, die Fischbestände kollabieren. Kann die Aquakultur die dadurch nicht mehr nutzbaren Mengen an Wildfisch ausgleichen? Können extensive Aquakulturen andere Funktionen erfüllen, etwa Wasser in der Landschaft zurückhalten und gleichzeitig die Biodiversität erhöhen? Welches Potenzial haben Algen- und Muschelzuchten für eine verbesserte Wasserqualität?
Ohne Wasser gibt es kein Leben auf der Erde. Am Thünen-Institut erforschen wir, wie wir Wasser in Zukunft effizient nutzen und gleichzeitig schützen.













