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Pressemitteilung

Wege zu einer zukunftsfähigen GAP

Durch die Verhandlungen zur neuen Förderperiode soll die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU ab 2028 einfacher, flexibler und nachhaltiger werden. Thünen-Forschende bringen ihre Expertise ein und haben diese in einer Sonderausgabe der agrarpolitischen Zeitschrift EuroChoices dargestellt.

Luftaufnahme von Feldern und Straßen
© kelifamily - stock.adobe.com

Die GAP soll ab 2028 nachhaltiger und flexibler werden.

Ein Ziel der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ist es, eine nachhaltige Landwirtschaft in der EU zu fördern. Allerdings ist ihre Wirkung begrenzt. Zudem haben die Entwicklungen der vergangenen 30 Jahre zu Parallelstrukturen und einer zunehmenden Bürokratisierung geführt. Gleichzeitig rückten der Klimawandel und andere Umweltprobleme stärker in den Fokus. Entsprechend wuchs der Ruf nach einer zielgerichteteren EU-Agrarpolitik. Hierzu können Bewertungssysteme für Nachhaltigkeit im Landwirtschafts- und Ernährungssektor einen Beitrag leisten. In den aktuellen Verhandlungen für die Förderperiode der GAP ab 2028 bringen Forschende des Thünen-Instituts wie schon in früheren Verhandlungsrunden ihre wissenschaftliche Expertise ein. 

So zeigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Thünen-Institute für Betriebswirtschaft und für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen gemeinsam mit Forschenden aus weiteren europäischen Ländern in einer aktuellen Sonderausgabe der agrarpolitischen Zeitschrift EuroChoices konkrete Wege auf, wie Umweltwirkungen innerhalb der GAP wirksam erfasst und honoriert werden können. Initiiert und herausgegeben wurde die Sonderausgabe von Nicolas Lampkin vom Thünen-Institut für Betriebswirtschaft und von Uwe Latacz-Lohmann von der Universität Kiel. 

Die Autorinnen und Autoren stellen Reformoptionen vor und vergleichen sie miteinander – darunter auch Ansätze, die eine grundlegende Neuausrichtung der GAP erfordern würden. Für ergebnisorientierte Zahlungen für Umweltleistungen zeigen sie etwa, dass diese zwar das Eigeninteresse der Landwirtinnen und Landwirte ansprechen. Gleichzeitig bestehe aber das Risiko, dass am Ende nur geringe Beträge ausgezahlt werden. Hybride Modelle hingegen, die handlungs- und ergebnisbasierte Zahlungen verbinden, könnten dieses Problem abfedern. Auch Boni für Landwirtinnen und Landwirte, die viele unterschiedliche Umweltleistungen erbringen, fördern Innovation, machen die Umsetzung für die Verwaltung jedoch schwer planbar, so die Autorinnen und Autoren. 

„Die Maßnahmen der GAP müssen für die Mitgliedsstaaten flexibel einsetzbar sein“, erklärt Nicolas Lampkin. Wichtig sei zudem, Umweltleistungen als eigenständigen Produktionszweig anzuerkennen und gezielt zu entlohnen.

Forschende aus dem Thünen-Institut sind an mehreren Artikeln beteiligt. Sie befassen sich mit der Gemeinwohlprämie (Christine Krämer, Norbert Röder), einem indikatorenbasierten Ansatz zur Entlohnung von Umweltleistungen (Nicolas Lampkin), einem Vergleich der im Sonderheft vorgestellten Ansätze (Nicolas Lampkin, Christine Krämer, Frank Offermann, Norbert Röder) und einer Einordung der Kommissionsvorschläge zur GAP nach 2027 (Norbert Röder). 

EuroChoices ist eine internationale Fachzeitschrift, die sich unter anderem an politische Entscheidungsträgerinnen und -träger richtet. In ihren Artikeln bereiten die Autorinnen und Autoren aktuelle Forschungsergebnisse und wirtschaftliche Analysen zu Agrar-, Ernährungs- und ländlichen Themen verständlich auf und tragen so zu faktenbasierten politischen Entscheidungen bei.

Weitere Informationen

Kontakt

Nicolas Lampkin
Institut für Betriebswirtschaft
Norbert Röder
Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen
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