Institutsleitung

Stellvertretende Institutsleitung

Sekretariat

Anja Herkner
Institut für Ländliche Räume

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Umweltwirkungen der Agrarreform von 2013

Projekt

Blühendes Rapsfeld neben frisch bestelltem Acker (c) Thünen-Institut/Johanna Fick
Anbaudiversifizierung ist eine förderfähige Maßnahme des Greenings. (© Thünen-Institut/Johanna Fick)

Evaluierung der GAP-Reform aus Sicht des Umweltschutzes

Die Landwirtschaft ist in Deutschland der größte Flächennutzer, von ihr gehen zahlreiche positive und negative Wirkungen auf die Schutzgüter Boden, Wasser, Luft und Klima aus. Um die Umwelt- und Naturschutzziele auf landwirtschaftlich genutzten Flächen umzusetzen, wird im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) das Greening ergänzend zur Agrarumweltförderung eingesetzt. Im Projekt „GAPEVAL“ schätzen wir die Auswirkungen der GAP-Reform auf den abiotischen Ressourcenschutz in Deutschland ab. Im Fokus liegen dabei insbesondere die für die Ausgestaltung und Umsetzung des Greenings.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Reform der GAP zielt auf eine umweltfreundlichere, ,,grünere“ 1. Säule. In diesem Zusammenhang wird beispielsweise untersucht, welche Auswirkungen die neue Regelungen auf

  • Bodenerosion,
  • Fruchtfolgen,
  • die Kulturartendiversität auf kleinräumiger Ebene,
  • die Humusbilanz haben.

Darüber hinaus wollen wir konkrete und praktikable Vorschläge erarbeiten, die zu einer Steigerung der positiven Umweltwirkungen des Greenings beitragen.

Zielgruppe

Ministerien für Landwirtschaft und für Umwelt, Landwirte, Beratung, amtlicher Naturschutz, Agrarverwaltung, EU-Kommission

Vorgehensweise

In einem ersten Arbeitsschritt untersuchen und bewerten wir die Umweltwirkung des Greenings anhand von Umweltindikatoren im Hinblick auf ihre Effektivität. Der effiziente Einsatz der Fördermittel wird ebenfalls betrachtet. Grundlage für die Auswertung sind die InVeKoS-Daten von sieben Bundesländern. Des Weiteren analysieren wir die relevanten Agrarumweltmaßnahmen dieser Bundesländer im Hinblick auf ihre ökologische Ausrichtung und ihre Umsetzung in die landwirtschaftliche Praxis. Landwirte, Berater sowie Landwirtschafts- und Umweltverwaltungen werden zu ihren Erfahrungen aus der Praxis und ihren Einschätzungen zu den Greening-Maßnahmen und deren Umsetzung befragt. Aufbauend auf den gewonnen Erkenntnissen sollen Instrumente mit höherem Wirkungspotenzial entwickelt werden, um den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Umweltgüter zu verbessern.

Daten und Methoden

Vorbereitend führen wir eine Literaturanalyse durch. Darüber hinaus werden sich Synergien zu den Projekten "Naturschutz auf ökologischen Vorrangflächen" (OEVForsch), "Auswirkungen der EU-Agrarpolitik auf den Erhalt der Biodiversität des Grünlands" (GAPGRÜN) ergeben. Es werden Daten zur landwirtschaftlichen Nutzung aus den Förderdatenbanken der Bundesländer aufbereitet. Diese Daten werten wir im Hinblick auf die Ausweisung ökologischer Vorrangflächen, die Umsetzung des Grünlandschutzes, die Kulturartenvielfalt und weitere Umweltfragen (z. B. die Erosionsanfälligkeit oder den Erhalt des Bodenkohlenstoffs) aus. Weitere Fragestellungen sind die Umsetzung von Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen sowie die Inkaufnahme von Kürzungen und Sanktionen durch die Landwirte, wenn diese die Greening-Vorgaben nicht erfüllen. Bei der Analyse der Agrarumweltprogramme wird untersucht, welche Maßnahmen im jeweiligen Bundesland angeboten werden, welche Auflagen zu erfüllen sind und wie hoch der jeweilige Auszahlungsbetrag ist. Weitere Aspekte sind auf das Greening ausgerichtete wichtige Neuerungen und innovative Ansätze in den ländlichen Entwicklungsprogrammen der untersuchten Bundesländer. In den Befragungen ermitteln wir die persönlichen Erfahrungen von Landwirten und Verwaltungsvertretern in der Umsetzung der GAP und der Praktikabilität der Greening-Auflagen. Darauf aufbauend untersuchen wir, ob die eingesetzten Maßnahmen für die Erreichung der angestrebten positiven Umweltwirkungen geeignet sind. Vorschläge für eine effizientere Ausgestaltung und Umsetzung der Greening-Maßnahmen und ihrer Instrumente werden wir entwickeln.

Unsere Forschungsfragen

  • Werden die Fördermittel für Greening-Maßnahmen und Instrumente effizient eingesetzt?
  • Sind die Agrarförderprogramme der Länder auf den Schutz und eine nachhaltige Nutzung der Umweltgüter beispielsweise Wasser und Boden ausgerichtet?
  • Ist eine zunehmende Fokussierung auf diese Umweltgüter festzustellen? Wie verändert sich die Attraktivität der Maßnahmen in der neuen Förderperiode?
  • Wie bewerten die Akteure (Landwirte, Berater und Verwaltungsvertreter) die Umsetzbarkeit der Maßnahmen des Greenings?
  • Wie schätzen sie die Kontrollmöglichkeiten im Hinblick auf die Umsetzung im landwirtschaftlichen Betrieb ein?
    Wie kann die Effizienz des Greenings verbessert werden?

Vorläufige Ergebnisse

Die Projektergebnisse und Handlungsergebnisse werden auf einer Tagung im Frühsommer 2017 anwenderorientiert präsentiert und mit den Akteuren diskutiert.

Die finalen Projektergebnisse und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen stellen wir in Form eines Endberichts zusammen. Im Fokus stehen dabei die Umweltwirkungen, die Kosteneffizienz der Maßnahmen und der damit eihergehende Verwaltungsaufwand sowie die Rechtsicherheit und Relevanz der ergänzenden Instrumente. Des Weiteren werden in einem Strategiepapier die wesentlichen für die politische Umsetzung der GAP relevanten Ergebnisse und Empfehlungen formuliert.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Umweltbundesamt (UBA)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

9.2015 - 11.2017

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen zum Projekt

Anzahl der Datensätze: 2

  1. Röder N, Ackermann A, Baum S, Rudolph S (2018) Status quo und aktuelle Entwicklungen der landwirtschaftlichen Flächennutzung in Deutschland [inkl. Zusatzmaterial]. Natur Landsch 93(6):250-257, DOI:10.17433/6.2018.50153581.250-257
  2. Röder N, Laggner B, Osterburg B, Schmidt TG (2016) Grassland: quantification of the environmental services provision. Grassl Sci Europe 21:684-686