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Maritime Raumordnung, Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie und die Biodiversität der Nordseefische

Projekt

Maritime Raumordnung (c) BSH, Thünen-Institut/Sven Hammann, Thünen-Institut/Kay Panten, Thünen-Institut/Matthias Schaber
(© BSH, Thünen-Institut/Sven Hammann, Thünen-Institut/Kay Panten, Thünen-Institut/Matthias Schaber)

Ein Link zwischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie und mariner Raumordnung: Räumlich-zeitliche Modellierung von fischereibeeinflussten Belastungs- und Zustandsindikatoren zur Entwicklung räumlicher Managementmaßnahmen in der südlichen Nordsee

Der Nordseeraum wird immer stärker genutzt. Somit werden auch Maßnahmen des räumlichen Managements immer dringlicher, die die (nachhaltige) Nutzung mit dem Erreichen des guten Umweltstandes verknüpfen. In diesem Promotionsprojekt untersuchen wir, wie sich menschliche Aktivitäten, insbesondere Fischerei und Offshore-Windparks, auf die räumlich-zeitliche Verteilung der Biodiversität von Fischen auswirken. Wir wollen räumliche Managementszenarien als Entscheidungshilfen bereitstellen.

Hintergrund und Zielsetzung

Die EU-Direktiven Maritime Raumplanung und die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) verfolgen grundsätzlich unterschiedliche Prioritäten: "Blaues Wachstum" auf der einen und Umweltschutz auf der anderen Seite. Beide jedoch wollen dies durch nachhaltige Nutzung und ökosystembasiertes Management erreichen, so dass u.a. die marine Biodiversität nicht gefährdet wird. Eine effektive Raumplanung benötigt räumliche Informationen über die Auswirkung eines Plans, zum Beispiel beim Bau von Offshore-Windparks. Es fehlt jedoch derzeit an getesteten und operationalisierten Indikatoren, die Effekte menschlicher Aktivitäten auf die Biodiversität der bodennahen Fische nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich darstellen könnten. Gleichzeitig sollen unter der MSRL (u.a. räumliche) Managementmaßnahmen zum Schutz des Ökosystems implementiert werden, die mit dem Raumplan in Einklang gebracht werden müssen. Ziel des Projekts ist somit ein Brückenschlag zwischen Raumplanung und MSRL durch räumliche Modellierung und Analyse von Belastungs-Zustands-Beziehungen, um räumliche Managementszenarien zu erstellen. Dies soll letztlich als Entscheidungshilfe für den Planungsprozess zum Beispiel auf nationaler Ebene dienen. Im ersten Schritt testen wir dies anhand einer Studie in den deutschen Nordseegewässern.

Zielgruppe

Politische Entscheidungsträger im Bereich Meeresumweltpolitik; Meereswissenschaftler; interessierte Öffentlichkeit

Vorgehensweise

  1. Review der MSRL und der deutschen Raumordnung
  2. Räumlich-zeitliche Modellierung entsprechender Biodiversitätsindikatoren und menschlicher Nutzung
  3. Testen von technischen Aspekten verschiedener Modellieransätze
  4. Testen von Belastungs-Zustands-Beziehungen
  5. Entwicklung von Managementszenarien durch probabilistische und konzeptionelle räumliche Modelle

Daten und Methoden

  • Daten: TI-Surveydaten (u.a. German Autumn Survey in the Exclusive Economic Zone, GASEEZ), Daten aus den ökologischen Begleituntersuchungen von Offshore-Windparks (bereitgestellt durch das BSH), Temperatur, Salinität, Habitat- und Sedimentstruktur, VMS-Daten verschiedener bodenberührender Flotten
  • Methoden: Analyse und Vergleich verschiedener Biodiversitätsmaße, räumliche Modellierung durch geostatistische und regressionsanalytische Ansätze (z.B. Kriging, Generalised Additive Models) in R und ArcGIS; Managementszenarien durch konzeptionalle Modelle (z.B. DPSIR + Bow-tie Diagramme) und quantitative, probablistische Modelle (Bayesian Belief Networks) in Verbindung mit GIS

Unsere Forschungsfragen

  1. Welche thematische Überlappung besteht zwischen der MSRL und der maritimen Raumordnung?
  2. Welche fischereibeeinflussten Indikatoren können diese räumlich und zeitlich abbilden? 
  3. Können Belastungs-Zustands-Beziehungen von fischereibeeinflussten MSRL Indikatoren räumlich dargestellt werden und welche weiteren Indikatoren bzw. Indizes kann man entwickeln? 
  4. Wie wirken sich Veränderungen im Fischereidruck als Folge des Ausbaus von Offshore Windenergieanlagen auf untersuchte Indikatoren aus, konkret: Was bedeutet die Regulierung durch die maritime Raumordnung für das Erreichen des Guten Umweltzustandes?
  5. Können hierdurch räumliche Managementmaßnahmen abgeleitet bzw. existierende Maßnahmen getestet werden?

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

9.2013 - 4.2017

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen