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Fischkrankheiten in Nord- und Ostsee

Projekt

 (c) Maike v. Klinkowstöm

Gesund wie ein Fisch im Wasser? Um festzustellen, ob dieses Sprichwort stimmt, überwachen wir auf unseren Forschungsreisen mit dem Fischereiforschungsschiff Walther Herwig III das Vorkommen von Krankheiten bei verschiedenen Fischarten der Nord- und Ostsee.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Krankheiten und Fitnessparameter von Meeresfischen zeigen auf, wie anthropogene (z. B. Schadstoffexposition) und natürlichen Stressoren auf den Gesundheitszustand der Fische wirken. Sie sind wichtige Indikatoren für den Qualitätszustand der Meeresumwelt. Im integrierten Monitoringprogramm des Thünen-Instituts für Fischereiökologie erfassen und bewerten wir regionale Muster und zeitliche Trends im Auftreten von Infektionskrankheiten und Nicht-Infektionskrankheiten (einschließlich Parasiten und histopathologischer Veränderungen). So können wir Problemgebiete mit signifikant erhöhten Krankheitsraten identifizieren und - zum Beispiel in Bezug auf Schadstoffeffekte - Handlungsbedarf ableiten.

Vorgehensweise

Wie häufig und regional verbreitet sind Krankheiten und Parasiten in Fischarten, die ökologisch und ökonomisch wichtig für Nord- und Ostsee sind? Das überwachen wir mit Fischfängen auf unseren jährlichenen Forschungsreisen. Wir erfassen äußerlich sichtbare Krankheiten und Parasiten (bei Platt- und Rundfischen) sowie pathologische Leberveränderungen (bei Plattfischen). Das Untersuchungsprogramm ist Teil des integrierten Monitoringprogramms des Thünen-Instituts für Fischereiökologie zu Schadstoffbelastung und biologischen Schadstoffeffekten bei Meeresfischen. Es ist auf internationaler Ebene abgestimmt; die angewendeten Methoden richten sich nach Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) und nach OSPAR-Richtlinien für biologisches Effektmonitoring.

Daten und Methoden

Die Daten aus dem Untersuchungsprogramm übermitteln wir jährlich an die Umweltdatenbank des ICES, damit ICES-Expertengruppen sie analysieren können.Um nationale und internationale Berichte über den Zustand der Meeresumwelt zu erstellen, greift man auf diese Daten zurück.

Unsere Forschungsfragen

Gibt es regionale Muster und Trends in der Häufigkeit von Fischkrankheiten in Nord- und Ostsee sowie in Vergleichsgebieten?

Lassen sich Ursachen der regionalen Muster und Trends identifizieren?

Welche Methoden sind für eine integrierte Bewertung der Ergebnisse geeignet?

Bestehen Zusammenhänge zwischen regionalen Mustern und Trends hinsichtlich der Fischkrankheiten und der Bestandsentwicklung (Rekrutierung, Fortpflanzung, Mortalität)?

Vorläufige Ergebnisse

ICES-Arbeitsgruppen und -Komitees bearbeiten und bewerten die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen; sie fließen ein in nationale und internationale Zustandsberichte, wie z. B.  BLMP-Berichte zum Zustand der Meeresumwelt in Nord- und Ostsee, OSPAR Quality Status Report 2010, HELCOM integrated assessments of hazardous substances.

Links und Downloads

www.blmp-online.de/Seiten/Berichte.html#Zustandsberichte

www.qsr2010.ospar.org/en/index.html

www.helcom.fi/Lists/Publications/BSEP120B.pdf

Thünen-Ansprechpartner


Zeitraum

Daueraufgabe 1.1987 - 12.2023

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen

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  1. Lang T, Wosniok W, Barsiene J, Broeg K, Kopecka J, Parkkonen J (2006) Liver histopathology in Baltic flounder (Platichthys flesus) as indicator of biological effects of contaminants. Mar Pollut Bull 53(8-9):488-496, DOI:10.1016/j.marpolbul.2005.11.008
  2. Feist SW, Lang T, Stentiford GD, Köhler A (2004) Biological effects of contaminants: use of liver pathology of the European flatfish dab (Limanda limanda L.) and flounder (Plathichthys flesus L.) for monitoring. Copenhagen: ICES, 42 pp p, ICES Techn Mar Environ Sci

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