Federführendes Institut
Themenfelder

Sterblichkeit von geangelten und zurückgesetzten Aalen

Projekt

 (c)

DCF (Data Collection Framework): Sterblichkeit von geangelten und zurückgesetzten Europäischen Aalen (Anguilla anguilla)

Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) ist traditionell eine wichtige Zielfischart für viele Angler in Mitteleuropa. Aal-Entnahmeverbote und Mindestmaße führen dazu, dass ein bedeutender Anteil der geangelten Aale nach dem Fang wieder zurückgesetzt wird.

Hintergrund und Zielsetzung

Der europäische Aal (Anguilla anguilla) gilt momentan als stark gefährdet. Um die Bestandssituation zu verbessern haben die europäischen Mitgliedsstaaten eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt, welche vielfach auch die Freizeitfischerei mit einschließen. Beispielsweise wurde in Großbritannien, Irland, Schweden, Norwegen und den Niederlanden ein totales Aal-Entnahmeverbot auch für die Freizeitfischerei eingeführt. In Deutschland wurden im Rahmen der Aal-Managementpläne in vielen Bundesländern die Mindestmaße angehoben. Die Einführung von Aalentnahmeverboten und die Erhöhung der Mindestmaße führen erfahrungsgemäß zu einer Erhöhung der Rückwurfraten in der Angelfischerei. Es ist davon auszugehen, dass in Europa ein bedeutender Anteil der geangelten Aale nach dem Fang wieder zurückgesetzt wird.

Trotz vermutlich hohen Rückwurfraten existieren in der Literatur keine Informationen über die Überlebensraten zurückgesetzter Aale und die Faktoren, die das Überleben beeinflussen.

Im Rahmen dieses Versuches sollen

  1. die Überlebensraten von zurückgesetzten Europäischen Aalen (Anguilla anguilla) aus der Angelfischerei geschätzt,
  2. Faktoren, die einen Einfluss auf die Sterblichkeit haben, ermittelt,
  3. die Auswirkungen des Fangens-und-Zurücksetzens auf die Aale untersucht und
  4. basierend auf den experimentellen Ergebnissen Managementempfehlungen bzw. artspezifische „Best-Practice-Guidelines“ zur Verringerung der Mortalität entwickelt werden, um eine nachhaltige Angelfischerei auf Aal zu fördern und ein verbessertes Management des europäischen Aalbestandes zu ermöglichen. Da Aale den Haken häufig tief schlucken, soll insbesondere die Möglichkeit der Hakenausstoßung beim Aal untersucht werden. 

Vorgehensweise

Zur Durchführung des Versuches wird ein zuvor abgefischter Fischteich mit Aalen besetzt. Nach einer Eingewöhnungs- und Regenerationszeit von einem Monat werden die Aale geangelt und wieder zurückgesetzt. Parallel wird mit Hilfe einer Reuse schonend eine Kontrollgruppe gefangen, um die Effekte des eigentlichen Angelvorgangs auf die Aale quantifizieren zu können. Nach dem Fangen-und-Zurücksetzen werden die Aale einen weiteren Monat in dem Teich gehältert, dann abgefischt und genauestens untersucht. Während der Hälterung werden detaillierte Daten über den Gesundheitszustand, mögliche Todesfälle sowie die vorherrschenden Umweltbedingungen gesammelt.

In einer begleitenden Laborstudie hältern wir eine Unterprobe der tief geschluckten Aale in Becken und führen in regelmäßigen Abständen Röntgenuntersuchungen durch, um die Hakenaustoßungsmechanismen qualitativ zu erfassen.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Europäische Union (EU)
    (international, öffentlich)
  • Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
    (national, öffentlich)

Zeitraum

6.2013 - 6.2016

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 2

  1. Weltersbach MS, Ferter K, Sambraus F, Strehlow HV (2016) Hook shedding and post-release fate of deep-hooked European eel. Biol Conserv 199:16-24, DOI:10.1016/j.biocon.2016.04.015
  2. Ferter K, Weltersbach MS, Strehlow HV, Volstad JH, Asos J, Arlinghaus R, Armstrong M, Dorow M, Graaf M de, Hammen T van der, Hyder K, Levrel H, Paulrud A, Radtke K, Rocklin D, Sparrevohn CR, Veiga P (2013) Unexpectedly high catch-and-release rates in European marine recreational fisheries: implications for science and management. ICES J Mar Sci 70(7):1319-1329, doi:10.1093/icesjms/fst104