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Expertise

Die Rolle der Baumarten im Landschaftswasserhaushalt

Von Marko Natkhin und Tanja Sanders


WO Institut für Waldökosysteme

Wie die Baumarten den Verlauf der Grundwasser-Neubildung beeinflussen, untersuchen wir unter anderem mit Groß-Lysimetern.

Uns interessiert die Rolle der verschiedenen Baumarten im Landschaftswasserhaushalt, speziell ihr Wasserverbrauch innerhalb der Vegetationsperiode. Zwei Fragen stehen im Mittelpunkt:

  • Wie beeinflusst die Baumart die Höhe und den zeitlichen Verlauf der Grundwasser-Neubildung?
  • Welche Möglichkeiten hat die Forstwirtschaft, die Ausprägung wachstumsrelevanter hydrologischer Faktoren in den einzelnen Phasen des Waldumbaus zu steuern?

Um Aussagen zur Veränderung des Wasserhaushalts unterschiedlicher Baumarten machen zu können, arbeiten wir auf der Waldversuchsfläche Britz mit Groß-Lysimetern. Lysimeter sind mit Erde gefüllte Kästen, die das durch den Boden nach unten sickernde Wasser in Menge und Qualität messbar machen.

Es zeigte sich, dass die Baumart von maßgeblicher Bedeutung für die Grundwasser-Neubildung unter Wald ist. So sickert unter der immergrünen Kiefer mit ihrer hohen Kronendach-Interzeption wesentlich weniger ins Grundwasser als unter der winterkahlen Buche mit deutlich geringerer Verdunstung im Kronendach. Zusätzlich führt die glatte Rinde der Buche zum Stammabfluss. Dies erhöht den Anteil der Grundwasser-Neubildung und macht die Buche zum „Wasserwerk“ im Wald.

Die in weiten Teilen des nordostdeutschen Tieflands geplante und praktizierte Umwandlung von umbauwürdigen Kiefernforsten in Kiefern-Buchen-Mischbestände wirkt sich positiv auf den Landschaftswasserhaushalt aus. Im Winterhalbjahr führt der einsetzende Stammabfluss der Buchen zur zusätzlichen Tiefensickerung im Stammfußbereich, im Sommerhalbjahr erhöht die Stammabflussmenge die Oberbodenfeuchte im Bestand. Dieser Effekt wirkt sich letztlich positiv auf das Wachstum beider Baumarten, Buche und Kiefer, aus.

Durch unsere forschungsbasierten Empfehlungen kann die Forstwirtschaft Strategien zum Waldumbau entwickeln, die die Holz-Produktionsleistung stabilisieren und gleichzeitig ökologische Wohlfahrtswirkungen für Wasser, Boden und Klima optimieren.

Multimedia

Das Freilandlabor „Drylab“

Mit dem Freilandlabor „Drylab“ untersuchen Wissenschafter und Wissenschaftlerinnen in Eberswalde, wie junge Buchen verschiederer Herkünfte auf Trockenheit reagieren. Der Film stellt das „Drylab“ vor. (Video 3:18 min)

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