Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchte am heutigen Mittwoch die ehemalige Volkswerft in Stralsund. Dort wird derzeit das größte Fischereiforschungsschiff der Bundesrepublik gebaut: der Ersatzbau für die inzwischen 32 Jahre alte „Walther Herwig III“. Das neue Schiff wird den drei meeresforschenden Instituten des Thünen-Instituts – also dem Institut für Seefischerei und dem Institut für Fischereiökologie in Bremerhaven sowie dem Institut für Ostseefischerei in Rostock – für seegehende Arbeiten zur Verfügung stehen.
Das neue 90 Meter lange Schiff wird modernste Umweltauflagen erfüllen und besonders wenig Unterwasserschall abgeben. Es ist mit zahlreichen Winden nicht nur für alle modernen Fischereimethoden, sondern auch für die Meeresforschung in der Tiefsee ausgestattet. Durch ihren eisverstärkten Rumpf wird sie Arbeiten bis an die Eisränder unternehmen können. Die längsten Forschungsreisen werden die neue „Walther Herwig“ regelmäßig nach Grönland, in die Irmingersee und in die nahe der Ostküste der USA gelegene Sargassosee führen.
Die Kiellegung erfolgte im Dezember 2024 auf der BLRT-Werft in Klaipeda/Litauen. Mitte März 2026 wurde das vordere Rumpfsegment aufrechtstehend auf einem Spezialschiff von Klaipeda nach Stralsund geliefert. Das Schiff wird durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) bereedert, die damit auch die Auftraggeberin des Ersatzbaus ist.
Der Besuch des Bundespräsidenten war Teil der „Ortszeit Deutschland“, in der er seinen Dienstsitz regelmäßig in unterschiedliche Landesteile verlegt, um vor Ort mit Menschen ins Gespräch zu kommen. In Stralsund traf er die Geschäftsführer der Fassmer-Werft aus Berne/Unterweser. Seit einigen Wochen nutzt die Werft wieder Flächen im traditionsreichen Areal, um Schiffe zu bauen.
Das nächste Rumpfsegment der neuen „Walther Herwig“ wird im Mai aus Klaipeda erwartet. Die weiteren Rumpfsegmente werden in Stralsund gefertigt, während die Aufbauten voraussichtlich wiederum zugeliefert werden. Spätestens Anfang 2028 soll das neue Schiff für die Forschung zur Verfügung stehen.






