In Zeiten des Klimawandels, geopolitischer Krisen und wachsender gesellschaftlicher Anforderungen stehen die Agrar- und Ernährungssysteme zunehmend unter Druck. Deshalb entwickeln Forschende aus 15 wissenschaftlichen Einrichtungen im Großprojekt agri:change neue Lösungswege, um den Sektor nachhaltig zu transformieren und die niedersächsische Agrar- und Ernährungswirtschaft aktiv mitzugestalten. Die Themen reichen von kreislauforientierter Ressourcennutzung und Tierwohl bis hin zu innovativen Ansätzen einer nachhaltigen Landwirtschaft und Fragen der gesellschaftlichen Akzeptanz. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Thünen-Institut bringen ihre Expertise zur Verknüpfung sozioökonomischer Entwicklungen mit der Erhaltung der biologischen Vielfalt und der Anpassung an den Klimawandel ein.
Kern des Projekts sind vier Reallabore, in denen die Forschenden neue Strategien unter realen Bedingungen erproben und weiterentwickeln. Gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Praxis arbeiten sie daran, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Anwendung zu bringen.
Die Thünen-Forschenden sind Teil des Reallabors zur integrierten Agrarlandschaftsentwicklung: Swantje Löbel, Umweltwissenschaftlerin an der TU Braunschweig, entwickelt gemeinsam mit Forschenden vom Thünen-Institut für Biodiversität regionale Konzepte für Agrarlandschaften in Niedersachsen. Ihr Ziel ist es, die Biodiversität wieder zur Grundlage der Landwirtschaft zu machen und somit eine Senkung der Treibhausgasemissionen des Sektors zu fördern. Jörg Rieger und Alexander Gocht, Wissenschaftler vom Thünen-Institut für Betriebswirtschaft, unterstützen das Vorhaben mit Folgenabschätzungen zu unterschiedlichen Landnutzungsszenarien für Niedersachsen. In Kooperation mit der Universität Göttingen analysieren sie deren mögliche Auswirkungen, etwa auf die landwirtschaftliche Produktion, den Handel und die Umwelt, mithilfe des agrarökonomischen Modells CAPRI.
Die Projektleitung liegt bei der Universität Göttingen und dem Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen (trafo:agrar). Die Auftaktveranstaltung mit rund 200 Expertinnen und Experten findet am 23. Februar in Hannover statt.







