Immer mehr Photovoltaikanlagen werden auf Deutschlands Freiflächen gebaut – und führen damit zu Nutzungskonflikten mit der Landwirtschaft. Agri-Photovoltaik gilt als mögliche Lösung, da auf denselben Flächen gleichzeitig Strom und Nahrungsmittel erzeugt werden können. Thünen-Forschende zeigen nun, welche Kosten Agri-Photovoltaiksysteme im Vergleich zu herkömmlichen Photovoltaikanlagen auf Freiflächen verursachen. Ihr Ergebnis: Durch die kombinierte Nutzung landwirtschaftlicher Flächen wird die Stromerzeugung deutlich teurer.
Das liegt vor allem daran, dass die Solarmodule bei Agri-Photovoltaikanlagen weiter voneinander entfernt stehen. Somit wird pro Flächeneinheit weniger Strom erzeugt als ohne die Doppelnutzung. Gleichzeitig kommen je nach Anlagentyp höhere Investitionen und Betriebskosten hinzu. Obwohl der durch Agri-Photovoltaik erzeugte Strom häufig weniger als einen Cent pro Kilowattstunde teurer ist, summieren sich die zusätzlichen Kosten laut der neuen Thünen-Studie auf mehr als 8.000 Euro pro Hektar und Jahr. Selbst wenn die landwirtschaftlichen Erträge zwischen und unter den Modulen in die Berechnung einbezogen werden, fallen die Mehrkosten durch die Doppelnutzung kaum geringer aus.
Gleichzeitig verspricht Agri-Photovoltaik viele positive Effekte: So können die Anlagen etwa im Apfelanbau als Hagelschutz dienen. Die Studie der Thünen-Forschenden verdeutlicht jedoch, dass die kombinierte Nutzung wirtschaftliche Schattenseiten hat. Deshalb empfehlen die Autorinnen und Autoren, die Mehrkosten für Agri-Photovoltaik in der Diskussion rund um effiziente Flächennutzung und Fördermittel künftig stärker zu berücksichtigen.







