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Agri-PV: Doppelte Flächennutzung hat ihren Preis

Agri-Photovoltaik gilt als Lösung für Flächennutzungskonflikte. Doch eine neue Thünen-Studie zeigt nun, dass die kombinierte Nutzung von Landwirtschaft und Stromproduktion auch Schattenseiten hat, denn: Sie ist deutlich teurer als herkömmliche Photovoltaikanlagen auf Freiflächen.

Blick zwischen zwei Agri-PV anlagen auf ein Feld auf dem auch Agri-PV Elemente stehen.
© Thünen-Institut/Jonas Böhm

Bei Agri-Photovoltaikanlagen werden die Flächen zwischen den Modulen landwirtschaftlich genutzt.

Eine Freifläche mit PV-Anlagen in langen Reihen, die dicht an dicht stehen.
© fabersam - picabay.com

Herkömmliche Photovoltaikanlagen nutzen die gesamte Fläche zur Stromerzeugung.

Immer mehr Photovoltaikanlagen werden auf Deutschlands Freiflächen gebaut – und führen damit zu Nutzungskonflikten mit der Landwirtschaft. Agri-Photovoltaik gilt als mögliche Lösung, da auf denselben Flächen gleichzeitig Strom und Nahrungsmittel erzeugt werden können. Thünen-Forschende zeigen nun, welche Kosten Agri-Photovoltaiksysteme im Vergleich zu herkömmlichen Photovoltaikanlagen auf Freiflächen verursachen. Ihr Ergebnis: Durch die kombinierte Nutzung landwirtschaftlicher Flächen wird die Stromerzeugung deutlich teurer.

Das liegt vor allem daran, dass die Solarmodule bei Agri-Photovoltaikanlagen weiter voneinander entfernt stehen. Somit wird pro Flächeneinheit weniger Strom erzeugt als ohne die Doppelnutzung. Gleichzeitig kommen je nach Anlagentyp höhere Investitionen und Betriebskosten hinzu. Obwohl der durch Agri-Photovoltaik erzeugte Strom häufig weniger als einen Cent pro Kilowattstunde teurer ist, summieren sich die zusätzlichen Kosten laut der neuen Thünen-Studie auf mehr als 8.000 Euro pro Hektar und Jahr. Selbst wenn die landwirtschaftlichen Erträge zwischen und unter den Modulen in die Berechnung einbezogen werden, fallen die Mehrkosten durch die Doppelnutzung kaum geringer aus. 

Gleichzeitig verspricht Agri-Photovoltaik viele positive Effekte: So können die Anlagen etwa im Apfelanbau als Hagelschutz dienen. Die Studie der Thünen-Forschenden verdeutlicht jedoch, dass die kombinierte Nutzung wirtschaftliche Schattenseiten hat. Deshalb empfehlen die Autorinnen und Autoren, die Mehrkosten für Agri-Photovoltaik in der Diskussion rund um effiziente Flächennutzung und Fördermittel künftig stärker zu berücksichtigen. 

 

 

 

Weitere Informationen

Die Studie und die dazugehörigen Daten stehen auf der Website des Fachmagazins Land Use Policy zum Download zur Verfügung.

Kontakt

Dr. Jonas Böhm
Telefon
+49 531 2570 1559
jonas.boehm@thuenen.de
Institut für Agrartechnologie
Wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Schwerpunkt Energie in der Landwirtschaft und Agri-PV
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