Weiter zum Inhalt
Institut für

OL Ökologischen Landbau

Das Thünen-Institut für Ökologischen Landbau in Trenthorst ist das einzige Fachinstitut der Bundesressortforschung, dass ausschließlich zur ökologischen Landwirtschaft forscht sowie Politik und Praxis berät.  

Es wurde vor 25 Jahren gegründet und ist als tierhaltender Forschungsbetrieb (Milchvieh und Rinder, Schweine, Geflügel) mit Pflanzenbau zur Futterproduktion, zur integrierten Grünlandnutzung etc. angelegt. Das Betriebs- und Forschungskonzept wird entsprechend der Produktionszyklen und mehrjährigen Fruchtfolgen ca. alle sechs Jahre geprüft und neu ausgerichtet. 

Als einziges experimentell arbeitendes Fachinstitut der Ressortforschung ist das Institut OL systemisch angelegt und unterscheidet sich damit grundlegend von anderen Versuchsflächen und Forschungsinfrastrukturen in Deutschland. Das Thünen-Institut für Ökologischen Landbau verfolgt den Anspruch, Forschungsfragen und Probleme nicht in erster Linie disziplinär anzugehen, sondern sie systemisch zu begreifen, interdisziplinär zu bearbeiten und damit systemisch zu lösen. Erst diese in der Ressortforschung einmalige Systemforschung innerhalb der gesamten Erzeugungskette – von der Primärproduktion bis zum ersten Produkt (Milch, Fleisch, Ei) – schafft die Voraussetzung dafür, die realen Bedingungen des Produktionssystems Ökolandbau abzubilden und Lösungen zu erarbeiten, die dem Ansatz dieses Produktionssystems entsprechen: Arbeiten in möglichst geschlossenen Kreisläufen, umweltschonendes Führen von Ressourcen in Kreisläufen, Vermeiden der Regulierung von Problemen, Krankheitssymptomen etc. mittels singulärer externer Hilfsmittel, stattdessen systemische Optimierung des Betriebsmanagements, um Probleme ursächlich zu beheben bzw. ihr Auftreten zu vermeiden.

Der Standort Trenthorst punktet also nicht nur mit seiner Forschung zu bestimmten gehaltenen Tierarten oder angebauten Kulturen, sondern vor allem mit seinem systemischen Forschungsansatz als Alleinstellungsmerkmal, der (a) über den Ökolandbau hinaus auch Lösungsoptionen für die konventionelle Landwirtschaft anbietet und (b) mit Blick auf die Ökolandbauforschung international Strahlkraft hat. Im Unterschied zu allen anderen Forschungseinrichtungen des BMLEH bietet das Institut für Ökologischen Landbau eine langjährig etablierte, durchgängig öko-zertifizierte Infrastruktur. Zudem hat es in den 25 Jahren seines Bestehens die im Ökolandbau essenzielle Management-Qualität in den beforschten Produktions- und Forschungsbereichen aufgebaut, um z.B. Tierwohl und Tiergesundheit unter den vorgegebenen Bedingungen ökologischen Wirtschaftens sicher zu handhaben und zu verbessern.

Seine Forschung „on-station“ kombiniert das Institut OL mit „on-farm“-Aktivitäten, indem es ein großes Netzwerk kooperierender Landwirtschaftsbetriebe in die Praxisforschung einbindet, um erarbeitete Lösungen unter realen Bedingungen zu testen und zu verbessern. Auch daraus resultiert eine Fähigkeit zur Beratung von Politik und Praxis, die andere landwirtschaftliche Fachinstitute in dieser Form nicht erbringen können.

Analytisch komplettiert das Institut OL seine Expertise durch den Betrieb eines großen Feldlabors, von 12 chemisch-analytischen Laboren und zweier Laborcontainer zur Bestimmung biologischer Parameter. 


"EILT"

Im „Experimentellen interdisziplinären Landschaftslabor am Thünen-Institut“ (EiLT) konzipiert und testet das Thünen-Institut auf 600 ha neue Landnutzungssysteme, die auch Innovationen für den Ökologischen Landbau adressieren.

Am Standort Trenthorst etabliert das Thünen-Institut seit 2023 das „Experimentelle interdisziplinäre Landschaftslabor am Thünen-Institut“ (EiLT) als dauerhafte Forschungsinfrastruktur. Auf insgesamt 600 ha erdenken, erproben und validieren 12 Fachinstitute der Thünen-Forschungsbereiche Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sowie die Thünen-Stabsstelle Klima, Boden, Diversität in interdisziplinärer Zusammenarbeit in derzeit neun sogenannten Experimentierfeldern neue Landnutzungssysteme. Dabei werden innovative Ansätze der Tierhaltung, der Wald-, Grünland-, Acker- und Teichwirtschaft miteinander kombiniert, um Perspektiven für teils völlig neue, klimaneutrale, biodiversitätsfördernde und energieeffiziente bzw. -autarke Landnutzungssysteme zu schaffen. Mit diesem systemischen Forschungsansatz adressiert das Thünen-Institut sowohl konventionelle als auch ökologische Landnutzungsformen der Zukunft. Da sämtliche EiLT-Experimentierfelder jedoch in die Institutsflächen des Instituts OL eingebettet sind, profitiert auch der Ökologische Landbau signifikant von den angestrebten Innovationen.

Weiterführende Informationen: https://eilt.thuenen.de/

Nach oben