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Landwirtschaftliche geprägte Landschaft, im Vordergrund eine Bank, im Hintergrund ein Ort
Landwirtschaftliche geprägte Landschaft, im Vordergrund eine Bank, im Hintergrund ein Ort
Institut für

LV Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen

Projekt

Jung im Verein und engagiert (JIVE)



Die Abbildung zeigt beispielhaft das Life House in Stemwede, in dem partizipative Kinder- und Jugendarbeit im ländlichen Raum angeboten wird. Das Life House ist am Projekt JIVE nicht beteiligt.
© Thünen-Institut/Ulrike Hochgesand.
Die Abbildung zeigt beispielhaft das Life House in Stemwede, in dem partizipative Kinder- und Jugendarbeit im ländlichen Raum angeboten wird. Das Life House ist am Projekt JIVE nicht beteiligt.

Vereine in ländlichen Räumen beklagen schon länger Nachwuchsmangel. Im Forschungsprojekt JIVE untersuchen wir Bedingungen und Motive für das bürgerschaftliche Engagement junger Menschen in ländlichen Räumen und fragen in diesem Zusammenhang nach der Rolle von Vereinen. 

Hintergrund und Zielsetzung

*** AKTUELLE MELDUNG: Start der Online-Umfrage „Jung und aktiv im ländlichen Raum“ ***

Am 27. Januar 2023 ist die große Online-Umfrage "Jung und aktiv im ländlichen Raum" gestartet, bei der aus jedem der drei Landkreise Harz, Börde und Gifhorn 5000 zufällig ausgewählte junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren zu ihrem Freizeitverhalten, Vereinstätigkeiten und Engagement auf freiwilliger Basis befragt werden. Mit dieser Befragung wollen wir herausfinden, auf welche Art genau junge Menschen in ländlichen Räumen sich freiwillig engagieren und ob es Unterschiede zwischen sozialen Gruppen (nach Geschlecht oder Bildung) gibt.

Die Befragung wird bis Anfang März laufen. Wir hoffen auf rege Teilnahme.

Begleitend zur Umfrage haben wir an verschiedenen Stellen Pressemitteilungen herausgegeben, die beispielsweise auf der Thünen-Seite sowie den Seiten vom Landkreis Börde und  Landkreis Harz sowie für den Landkreis Gifhorn beispielsweise bei der Gemeinde Sassenburg zu finden sind.

Für Fragen kontaktieren Sie gern Dr. Jessica Brensing unter 0531-596-5169.

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In ländlichen Räumen hat bürgerschaftliches Engagement eine gewachsene Tradition und eine hohe Bedeutung für das Gemeinwesen. Der überwiegende Teil des Engagements findet dabei bis heute in Vereinen statt, wodurch Vereinen in ländlichen Räumen eine herausragende Rolle zukommt. Sie erbringen mit ihren kulturellen, sportlichen und sozialen Angeboten nicht nur vielfältige Dienstleistungen, sondern vermitteln ihren Mitgliedern auch Normen und Kompetenzen und gelten als zentral für den dörflichen Zusammenhalt. Gleichzeitig beklagen Vereine gerade in strukturschwachen ländlichen Räumen schon länger Nachwuchsprobleme.

Heute kämpfen Vereine nicht mehr nur um finanzielle Ressourcen, sondern auch um Mitglieder und Engagierte. Durch den Geburtenrückgang und die Abwanderung junger Menschen geht der Anteil junger Menschen in strukturschwachen ländlichen Räumen zurück. Aber auch der hohe Stellenwert der Individualität in der modernen Gesellschaft wird in der Öffentlichkeit für die Instabilität der Vereinslandschaft in ländlichen Räumen verantwortlich gemacht.

Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass junge Menschen die Zukunft ihrer Gesellschaft gerne mitgestalten möchten, sich jedoch häufig nicht hinreichend einbezogen fühlen. 

Das Projekt identifiziert und analysiert das Engagementverhalten und die Einstellungen junger Menschen zum bürgerschaftlichen Engagement sowie die Rolle, die die Vereine dabei spielen. Neben der Identifizierung von Engagementkulturen junger Menschen in ländlichen Räumen fragen wir danach, welche Vorstellungen junge Menschen heute vom Vereinswesen haben, welche Erwartungen sie an Vereine hegen und was Vereine tun können, um für junge Menschen wieder attraktiver zu werden. So können Handlungsempfehlungen zur Stärkung des lokal organisierten Vereinswesens erarbeitet werden.

Vorgehensweise

In dem Projekt wird erstens der Forschungs- und Datenstand zum organisationsgebundenen Engagement junger Menschen in ländlichen Räumen aufgearbeitet. Zweitens wird die bislang unbefriedigende Datengrundlage mit einer eigenen qualitativen und quantitativen Datenerhebung im genannten Bereich verbessert und das begrenzte Fachwissen zu Engagementkulturen junger Menschen in ländlichen Räumen deutlich erweitert (siehe unseren Flyer und unser Plakat). Drittens werden die generierten Daten analysiert, um Engagementkulturen junger Menschen und die Rolle, die Vereine dabei spielen, zu identifizieren.

Die Ergebnisse dieses Forschungsprojektes und die hieraus abgeleiteten Politikempfehlungen tragen zum wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt bei und verbessern die Entscheidungsgrundlage sowohl von politischen Entscheidungsträgern im BMEL, von Kommunen als auch von Vereinsverantwortlichen, um beispielsweise dem Nachwuchsmangel von  Vereinen in ländlichen Räumen zu begegnen.

Daten und Methoden

  • Qualitative, leitfadengestützte Experteninterviews, Fokusgruppen mit engagierten und nichtengagierten jungen Menschen (Teilprojekt 1, geleitet von Andreas Klärner)
  • Quantitative Online-Befragung junger Menschen (repräsentativ für die drei untersuchten Landkreise; 

    Teilprojekt 2, geleitet von Tuuli-Marja Kleiner)

Zeitraum

5.2021 - 4.2024

Weitere Projektdaten

Projektfördernummer: 2821FE003
Förderprogramm: Bundesprogramm Ländliche Entwicklung
Projektstatus: läuft

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