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Landwirtschaftliche geprägte Landschaft, im Vordergrund eine Bank, im Hintergrund ein Ort
Landwirtschaftliche geprägte Landschaft, im Vordergrund eine Bank, im Hintergrund ein Ort
Institut für

LV Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen

Projekt

Evaluierung der Gemeinsamen Agrarpolitik aus Sicht des Umweltschutzes (GAPEval IV)



© Thünen-Institut/Sarah Baum
Brachestreifen vor Getreideacker

Evaluierung der Gemeinsamen Agrarpolitik aus Sicht des Umweltschutzes

Wir analysieren den Einfluss der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU auf Landnutzungsänderungen und Ressourcenschutz. Im Fokus stehen die Änderungen der Förderperiode 2023-2027 im Vergleich zur vorherigen Förderperiode.

Hintergrund und Zielsetzung

Der landwirtschaftlichen Nutzung von Flächen kommt beim Ressourcenschutz eine große Bedeutung zu. Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) adressiert den Klima- und Umweltschutz in der Landwirtschaft, sowohl als Steuerungsinstrument für die europäische Landwirtschaft als auch als Finanzierungsinstrument für Maßnahmen des Umweltschutzes.

Mit der GAP-Reform 2013/2014 wurden das Greening eingeführt und Direktzahlungen an bestimmte Verpflichtungen im Bereich des Umweltschutzes gebunden. Ergebnisse aus den drei Vorläuferprojekten GAPEval I bis III zeigen jedoch, dass das Greening nur einen geringen positiven Effekt auf den Umweltschutz hatte.

Die aktuelle GAP-Förderperiode startete 2023 und beinhaltet verpflichtende und freiwillige Instrumente im Rahmen der sogenannten Grünen Architektur, um Natur-, Umwelt- und Klimaschutz über die GAP zu verbessern. Um eine Agrarförderung zu erhalten, müssen die Betriebe Grundanforderungen erfüllen, die sog. Konditionalitäten. Dazu gehören Standards für den guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand (GLÖZ). Freiwillige Maßnahmen der Grünen Architektur sind in der ersten Säule die Öko-Regelungen, in der zweiten Säule vorrangig die Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM).

Ziel des aktuellen Forschungsvorhabens ist es, die Auswirkungen der Maßnahmen der aktuellen GAP auf die Landnutzung sowie den biotischen und insbesondere abiotischen Ressourcenschutz in Deutschland zu ermitteln und zu bewerten. Dabei steht die Bewertung der Maßnahmen der aktuellen Förderperiode gegenüber den Maßnahmen der vergangenen Förderperiode im Vordergrund. 

Zielgruppe

Wissenschaft, Ministerien für Landwirtschaft und für Umwelt, Landwirt*innen, Beratung, amtlicher Naturschutz, Agrarverwaltung, EU-Kommission

Vorgehensweise

In GAPEval IV bilden wir Landnutzungsänderungen im Übergang von der alten zur aktuellen GAP-Förderperiode anhand von Daten des Integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystems (InVeKoS) der Bundesländer ab und bewerten darauf aufbauend die Umweltwirkungen der aktuellen GAP. Damit bieten die Analysen eine empirisch fundierte Grundlage, um Evaluierungen zu den aktuellen GAP-Instrumenten durchzuführen und darauf aufbauende politische Handlungsempfehlungen für diese und zukünftige GAP-Förderperioden zu entwickeln. Hierzu sollen, wie in den Vorgängerprojekten,

  • die kleinflächig differenzierten Zeitreihen zur landwirtschaftlichen Landnutzung in Deutschland weitergeführt werden;
  • die Veränderungen der Landnutzung im Beobachtungszeitraum in Hinblick auf die Auswirkung auf abiotische und biotische Schutzgüter bewertet werden;
  • die Ursachen für die Veränderungen herausgearbeitet und der Einfluss einzelner Faktoren quantifiziert werden. 

Daten und Methoden

Zur Beantwortung unserer Forschungsfragen werden nach Möglichkeit InVeKoS-Daten der Bundesländer für den Zeitraum von 2013-2025 herangezogen. Dies erfolgt aufbauend auf den Projekten zum Greening. Des Weiteren verwenden wir Daten der Agrarstrukturerhebung.

Unsere Forschungsfragen

  • Welche Änderungen der Landnutzung lassen sich von der alten GAP-Förderperiode zur aktuellen Förderperiode ab 2023 beobachten? Welche Auswirkungen auf die Umwelt und Biodiversität haben diese?
  • Welche Landnutzungsänderungen und Umweltwirkungen werden mit der Konditionalität in Verbindung gebracht?
  • Welche Kosten sind mit der Einhaltung von GLÖZ-Standards verbunden?
  • Wie hoch ist die Beteiligung landwirtschaftlicher Betriebe an den freiwilligen Maßnahmen der Grünen Architektur der GAP, und welche Faktoren bestimmen deren Attraktivität für die Bewirtschaftenden? Welche Umweltwirkungen haben die freiwilligen Maßnahmen?
  • Welche Ökoregelungen werden in welchen Regionen vorrangig in Anspruch genommen?
  • Wie sind die Umweltwirkungen der Ökoregelungen im Vergleich zu denen der AUKM einzuschätzen?

Geldgeber

  • Umweltbundesamt (UBA)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

10.2025 - 10.2028

Weitere Projektdaten

Projektfördernummer: 3724127020
Förderprogramm: BMUKN - REFOPLAN 2024 - Ressortforschungsplan 2024
Projektstatus: läuft

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