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Ökonomische Antworten auf den Populismus

Das Zeitgespräch im aktuellen Wirtschaftsdienst sucht „Ökonomische Antworten auf den Populismus“. In ihrem Beitrag diskutieren Lena Gerling und Thomas Apolte (Universität Münster) die Bedeutung von Verschwörungsansichten und Parteibindung für den aktuell beobachteten Erfolg populistischer Parteien.

Abbildung aus der Fachzeitschrift Wirtschaftsdienst
© Wirtschaftsdienst

Wirtschaftsdienst | ZBW - Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft


Populismus – verstanden als Ideologie, die die Gesellschaft in zwei antagonistische Gruppen unterteilt (z.B. die Elite und das „wahre“ Volk) – besteht im Kern stets aus einer Verschwörungserzählung. Dies zeigt sich empirisch auch darin, dass Bürger, die zum Glauben an Verschwörungsansichten neigen, häufiger populistische Parteien unterstützen.

Lena Gerling und Thomas Apolte (Universität Münster) zeigen in ihrem Beitrag jedoch, dass die Zustimmung zu Verschwörungserzählungen – anders als beispielsweise die Zustimmung zur rechtspopulistischen AfD – über die Zeit nicht zugenommen hat. Wie lässt sich dieser empirische Befund erklären? Auf Basis ökonomischer Theorien des Wahlverhaltens diskutieren die Autoren, dass eine Erklärung im Rückgang der Parteienbindung liegen könnte. Nicht-populistische Politikanbieter können in geringerem Maße als früher Bevölkerungsgruppen, die in Verschwörungserzählungen verhaftet sind, an ihre jeweiligen Parteien binden.

Die Autoren vermuten, dass die bisher erreichten Wahlerfolge populistischer Parteien – verstärkt durch die sozialen Medien und Triebkräfte der sozialen Akzeptanz populistischer Bewegungen –  sich als ausgesprochen stabil erweisen könnten und empfehlen daher, demokratische Institutionen so zu stärken, dass autoritär-populistische Politiker keinen Schaden an der demokratischen Ordnung anrichten können. Hierbei spielen effektive Hürden beim Zugang zur Exekutive eine entscheidende Rolle.

Der Beitrag: „Verschwörungsmythen und populistische Wahlerfolge – wie die Politik reagieren kann“.

Kontakt: Dr. Lena Gerling

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