Weiter zum Inhalt

Wasser steht im Fokus des GFFA in Berlin

Während des 18. Global Food Forum Agriculture (GFFA) vom 14. bis 17. Januar in Berlin diskutieren die Teilnehmenden über die zunehmende Wasserknappheit in den Ernährungssystemen und potenzielle Lösungen. Das Thünen-Institut organisiert zwei Fachpodien dazu.

Im Vordergrund zwei unscharfe Personen im Schatten, dahinter ist ein Logo zusehen mit einer Kugel, die von Linien umspannt wird auf denen verschiedene Tiere abgebildet sind.
© Photothek/BMLEH

Das GFFA bringt Teilnehmende aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen.

Bevor die Grüne Woche startet, öffnet das Global Food Forum Agriculture (GFFA) vom 14. bis 17. Januar in den Berliner Messehallen seine Türen. Das Leitthema lautet: Wasser. Ernten. Unsere Zukunft. Denn: Die zuverlässige Versorgung mit sauberem Wasser ist grundlegend, um ausreichend Lebensmittel zu produzieren. Infolge der Klimakrise wird Wasser global, aber auch in Deutschland, zunehmend knapper – und stellt die Land- und Fischereiwirtschaft vor große Herausforderungen.

Vier Tage lang diskutieren Teilnehmende aus Forschung, Politik und Praxis beim GFFA, wie Wasser nachhaltig genutzt und somit die globale Ernährungssicherheit gestärkt werden kann. Das Thünen-Institut organisiert zwei Fachpodien mit Impulsvorträgen und offenen Diskussionsrunden zur Rolle der Aquakultur sowie zu Wasser Governance.

Panel 1: Aquakultur zwischen Wasserknappheit und wachsender Nachfrage

Die Aquakultur ist weltweit der am schnellsten wachsende Bereich der Nahrungsmittelproduktion und leistet bereits heute einen wichtigen Beitrag zur globalen Versorgung mit Fisch und Meeresfrüchten. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Sektor breit aufgestellt und nutzt je nach Organismengruppe – von Algen bis hin zu Fischen – unterschiedliche Produktionssysteme. Besonders ressourcenschonend sind etwa die Zucht von Algen und Muscheln sowie klassische Teichsysteme, wie sie für die Karpfenzucht eingesetzt werden. Darüber hinaus kann Aquakultur zum Arterhalt beitragen und die Qualität von Lebensräumen verbessern. 

Vor diesem Hintergrund findet am 15. Januar während des GFFA ein vom Thünen-Institut für Fischereiökologie organisiertes Fachpanel zur Rolle der Aquakultur für nachhaltige Wassernutzung und die Stärkung der Blauen Bioökonomie statt. In seiner Keynote wird der Aquakultur- und Fischereiexperte Prof. Dr. Manuel Barange, Assistant Director General der FAO, aktuelle globale Entwicklungen der Aquakultur einordnen. 

Anschließend sprechen die Gäste des Podiums darüber, wie sich die Aquakultur an die zunehmende Wasserknappheit anpassen, zur Wasserresilienz beitragen und gleichzeitig hochwertiges tierisches Protein für eine wachsende Weltbevölkerung bereitstellen kann. Im Fokus stehen etwa technologische Innovationen wie moderne Kreislaufanlagen und das Potenzial der Algen- und Muschelzucht für eine verbesserte Wasserqualität. Als Wissenschaftler an der Schnittstelle von Ökologie, Aquakultur und Ressourcenschutz moderiert Prof. Dr. Reinhold Hanel, Leiter des Thünen-Instituts für Fischereiökologie, das Gespräch. 

Auf dem Fachpodium diskutieren:

  • Julián García Baena von der Europäischen Kommission wird zeigen, wie Innovationen in der Aquakultur praktisch umgesetzt werden können.
  • Yas Farjad, Policy Officer im französischen Ministerium für Fischerei und Meer. Sie wird mit Schwerpunkt auf naturbasierten Lösungen darlegen, wie Algen und Muschelzuchten zur Verbesserung der Wasserqualität beitragen können.
  • Prof. Dr. Béla Urbányi, Professor an der Hungarian University of Agriculture and Life Sciences und ausgewiesener Experte für traditionelle und moderne Teichwirtschaft. Er wird aufzeigen, welche Lehren aus historischen Aquakultursystemen gezogen werden können. 


Panel 2: Effektive Wasser Governance für globale Ernährungssicherheit

Die Wasser Governance legt auf politischer und rechtlicher Ebene fest, wer entscheidet, wie Wasser genutzt, geschützt und künftig besser verfügbar gemacht werden kann. Am 16. Januar sprechen vier internationale Expertinnen und Experten aus Landwirtschaft und Umweltpolitik darüber, wie eine Transformation der Wasser Governance umgesetzt werden kann und welche Rolle die internationale Zusammenarbeit dabei spielen sollte. 

Organisiert wird das Fachpodium von der Stabsstelle Klima, Boden, Biodiversität des Thünen-Instituts und dem International Food Policy Research Institute (IFPRI). Die Moderation übernimmt die Thünen-Wissenschaftlerin Dr. Claudia Heidecke, Expertin für landwirtschaftliches Wassermanagement und internationale Agrarklimapolitik. 

Die eingeladenen Gäste sind: 

  • Dr. Claudia Ringler, Leiterin der Abteilung für Natürliche Ressourcen und Resilienz am IFPRI. Sie bringt ihre Forschungserfahrung im Bereich Grundwasser Governance in Afrika und Indien ein.
  • Prof. Dr. Ines Dombrowsky, Leiterin der Forschungsabteilung Umwelt-Governance am German Institute for Development and Sustainability (IDOS). Sie teilt ihre Einblicke in Herausforderungen und Transformationswege für die Wasser Governance im Mittleren Osten, Zentral- und Ostasien.
  • Dr. Nataliya Stupak, Wissenschaftlerin in der Stabsstelle Klima, Boden, Biodiversität des Thünen-Instituts. Die Forscherin vertritt die Perspektive Europas und Deutschlands in den Themen Wassermanagement und Wasser Governance.
  • Jean Boroto, Senior Officer bei der Welternährungsorganisation (FAO). Er berichtet über FAO-Aktivitäten im Bereich Wasser Governance und über regionale Initiativen und Ansätze im globalen Süden.

Weitere Informationen

https://www.gffa-berlin.de/

Kontakt

Dr. Nataliya Stupak
Telefon
+49 531 257 01869 / +49 531 596 1115
nataliya.stupak@thuenen.de
Stabsstelle Klima, Boden, Biodiversität
Institut für Fischereiökologie
Nach oben