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Veränderte Ernährungsgewohnheiten

Projekt

 (c) Thuenen-Institut

Wirkungen sich ändernder Ernährungsgewohnheiten auf die deutsche Landwirtschaft

Veganer, Vegetarier, Flexitarier – immer mehr Menschen in Deutschland verzichten auf den Konsum tierischer Nahrungsmittel. Inwiefern sich diese veränderten Ernährungsgewohnheiten auf die deutsche Agrarwirtschaft auswirken, wird in diesem Projekt untersucht.

Hintergrund und Zielsetzung

Tierische Produkte sind ein wichtiger Bestandteil der Ernährung in Deutschland. Im Durchschnitt werden etwa 30 % der gesamten täglichen Kalorienzufuhr und mehr als 60 % der Proteinversorgung durch tierische Produkte gedeckt (FAO 2020). Aktuelle Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass mit einer tierbasierten Ernährungsweise negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit einhergehen. Viele Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland hinterfragen daher ihre Ernährungsgewohnheiten mit der Konsequenz, dass pflanzenbasierte Diäten zunehmend an Bedeutung gewinnen. Dies belegen auch die Statistiken. Der durchschnittliche Verbrauch von Fleisch, Milch- und Milcherzeugnissen ist seit 2010 um 2,3 kg bzw. 3,3 kg pro Kopf zurückgegangen (BZL 2019, 2020). Dabei beeinflussen auch bestimmte soziodemographische Indikatoren wie Alter, Geschlecht und Einkommen die Höhe des Konsums tierischer Lebensmittel.

Bei einer stärker pflanzenbasierten Ernährungsweise sind auch Auswirkungen auf Landwirte und insbesondere Tierhalter zu erwarten. In Deutschland hält rund jeder zweite landwirtschaftliche Betrieb Tiere, infolgedessen kann auch fast die Hälfte des gesamten landwirtschaftlichen Produktionswertes auf die Tierhaltung zurückgeführt werden (BMEL 2019). Daher hätte eine Verringerung des Konsums tierischer Nahrungsmittel nicht nur Auswirkungen auf Verbraucher, sondern auch auf die landwirtschaftliche Produktion und die Agrarmärkte insgesamt. Vor diesem Hintergrund untersuchen wir in diesem Projekt mögliche Folgen veränderter Ernährungsgewohnheiten auf die deutsche Agrarwirtschaft.

 

Vorgehensweise

Ändern sich die Ernährungsgewohnheiten, so hat das vielschichtige Auswirkungen auf die deutsche Agrarwirtschaft, den internationalen Handel und die Umwelt. Um Aufschluss über das Ausmaß der wirtschaftlichen und ökologischen Effekte zu erhalten, werden wir eine modellbasierte Analyse mit dem allgemeinen Gleichgewichtsmodell MAGNET (Modular Applied GeNeral Equilibrium Tool) vornehmen. Das Modell berücksichtigt alle Sektoren einer Volkswirtschaft, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den Agrarsektor und nah verwandte Sektoren (z.B. Biokraftstoffe) gelegt wird. Außerdem werden inländische und internationale Interaktionen zwischen allen Märkten und Akteuren abgebildet.

 

Im Rahmen des Projektes sollen mehrere Szenarien implementiert werden. Die Schwerpunkte der Analyse liegen auf den Auswirkungen progressiver Verringerungen des Konsums tierischer Lebensmittel, den Substitutionsmöglichkeiten tierischer Produkte durch pflanzliche Nahrungsmittel, aber auch auf den Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Ernährungsgewohnheiten. Konkret schätzen wir in allen Szenarien die Effekte auf Verbraucherausgaben, Sektoreinkommen, Handel und Wohlfahrt sowie auf Emissionen und Ressourcennutzung ab.

Unsere Forschungsfragen

  • Inwiefern wirken veränderte Ernährungsgewohnheiten in Gestalt einer zunehmenden Substitution tierischer Lebensmittel durch pflanzliche Produkte      auf die deutsche Agrarwirtschaft?
  • Welche Auswirkungen hätte eine Ernährungsweise mit einem verringerten Anteil tierischer Nahrungsmittel auf Emissionen und Ressourcennutzung?
  • Wie wirkt sich der demographische Wandel auf die Ernährungsgewohnheiten und damit auf den Agrarsektor aus?
  • Welche möglichen Auswirkungen könnten veränderte Ernährungsgewohnheiten auf den Agraraußenhandel haben?

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Publikationen zu dem Projekt

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