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Bioabbaubare biobasierte Kunststoffe – Handlungsempfehlungen für den zweckmäßigen Einsatz

Projekt

BBKH (c) Thünen-Institut
BBKH (© Thünen-Institut)

Bioabbaubare biobasierte Kunststoffe – Handlungsempfehlungen für den zweckmäßigen Einsatz

Bioabbaubare biobasierte Kunststoffe werden oft als Lösung für die Verschmutzung der Umwelt mit Plastikmüll angesehen. Doch wo ist der Ersatz von konventionellem durch abbaubares Plastik sinnvoll? Dieser Frage gehen die Institute für Agrartechnologie und Marktanalyse nach.

Hintergrund und Zielsetzung

Eine Welt ohne Kunststoffe ist kaum mehr vorstellbar. Gegenwärtig werden jedes Jahr ca. 300 Mio. t Kunststoff produziert. Infolge unsachgemäßer Entsorgung gelangen Plastikteile und Fragmente in unsere Umwelt und können dort mehrere Jahrhunderte verbleiben. Viele Untersuchungen der Eintrags- und Verbreitungswege konzentrieren sich außerdem auf so genanntes Mikroplastik (Fragmente <5 mm), das z. B. durch Abrieb und Zersetzung von Verpackungen entsteht.

Eine Möglichkeit die Verschmutzung durch Plastikmüll zu reduzieren, können bioabbaubare biobasierte Kunststoffe sein. Mit einem Anteil von <1% am Kunststoffmarkt führen BBK zwar noch ein Nischendasein, bilden jedoch einen Wachstumsmarkt. In Deutschland und Europa werden sie zurzeit hauptsächlich im Verpackungsbereich eingesetzt. Ein vielversprechendes Anwendungspotential haben sie in der Landwirtschaft und im Gartenbau (z. B. als abbaubare Mulchfolien und Blumentöpfe).

Die biologische Abbaubarkeit von BBK hängt von vielen Faktoren ab, beispielweise von der Art des Produktes, den enthaltenen Additiven, der Temperatur, der Sauerstoffverfügbarkeit und der Gegenwart entsprechender Mikroorganismen. Je nach der Umgebung und den dortigen Bedingungen variiert der Abbau daher stark und kann, auch im Hinblick auf die spätere Verwendung, wenige Wochen bis hin zu einigen Jahren dauern.

Das nachhaltige Design von BBK Produkten, insbesondere für Anwendungen ohne Entsorgungserfordernis (z. B. Mulchfolien), ist von besonderer Bedeutung. BBK Produkte mit Entsorgungserfordernis unterliegen nach ihrem Gebrauch den geltenden Bestimmungen der Abfallbewirtschaftung. Hierbei spielen auch das Recycling und die Aufklärung der Verbraucher, um einen leichtfertigen Umgang mit Kunststoffen im Allgemeinen und BBK im  Speziellen zu verhindern, eine wichtige Rolle.

Bisher gibt es noch vergleichsweise wenig wissenschaftliche Untersuchungen zum Abbauverhalten und der Verbreitung von BBK in marinen, limnischen oder terrestrischen Lebensräumen. Vorhandene Prüfmethoden und Normen für die Produktkennzeichnung spiegeln den Abbau in den teilweise sehr heterogenen Lebensräumen nur unzureichend ausreichend wieder und werden daher gegenwärtig weiterentwickelt.

Ziel des Projektes ist die Ermittlung des derzeitigen Wissenstandes zu BBK und die Ableitung von Handlungsempfehlungen zu deren zweckmäßigen Einsatz. Auf der Grundlage der Ergebnisse werden Handlungsempfehlungen zur Stärkung des zweckmäßigen Einsatzes von BBK Produkten unter Vermeidung von Belastungen für Mensch und Umwelt aufgezeigt.

Vorgehensweise

Das Projekt gliedert sich in mehrere Teilbereiche, die im Folgenden aufgeführt werden.

  • Zusammenfassung des Wissensstandes zur Verbreitung von BBK und deren Abbauprodukte in der Umwelt und in Nahrungs- und Futtermitteln. Der Fokus wird außerdem auf aktuelle Abbaubarkeitsuntersuchungen an Land, im Süßwasser und im Meer gelegt.
  • Erstellung einer Marktübersicht für BBK und deren Anwendungen, sowie der Zweckmäßigkeit der Anwendungen
  • Erarbeitung allgemeiner Anforderungen an das nachhaltige Design für BBK Produkte
  • Entwicklung einer Checkliste zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen
  • Erstellung einer Übersicht der relevanten Normen zur Prüfung der Bioabbaubarkeit von BBK sowie der Aktivitäten von Normungs- und Richtliniengremien, Ableitung des Handlungsbedarfs

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Geldgeber

  • Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

6.2017 - 5.2019

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: 22020716
Förderprogramm: FNR
Projektstatus: läuft

Geldgeber:

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