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Tierwohl am Verhalten erkennen

Projekt

 (c) Thünen-Institut für Fischereiökologie/Marc Willenberg

Entwicklung von Indikatoren sowie Etablierung eines automatisierten Verfahrens zur Erfassung von Verhaltensauffälligkeiten bei Fisch in der Aquakultur

„Landwirtschaft 4.0“ beschreibt die fortschreitende Digitalisierung in der Lebensmittelerzeugung. In unserem Projekt untersuchen wir, ob mittels solcher Systeme eine automatische Erfassung von Verhaltensauffälligkeiten bei Fischen möglich ist.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Nachfrage nach Fisch und Fischereierzeugnissen nimmt stetig zu.  Die Erträge aus der Fangfischerei stagnieren allerdings, so dass zusätzliche Erträge nur mittels Aquakultur zu erzielen sind. In den vergangenen 20 Jahren hat die Aquakultur deshalb an Bedeutung gewonnen, infolgedessen wurden ihre Produktionsmethoden zunehmend intensiviert und auch industrialisiert.

Die intensive Aquakultur ist eine relativ junge Disziplin der landwirtschaftlichen Tierproduktion. Häufig werden Vertreter aus der Familie der lachsartigen Fische wie Lachs, Forelle und Saibling in Aquakulturanlagen produziert. In Deutschland stellt die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) die wichtigste Art für die heimische Aquakultur dar. Ursprünglich aus Nordamerika eingeführt zeichnet sich diese Art durch ihre gute Anpassungsfähigkeit, hohe Wachstumsraten sowie einfache Haltung in unterschiedlichen Produktionssystemen aus.

 Mit der zunehmenden Intensivierung der Produktion in den vergangenen Jahren wird allerdings verstärkt über Tiergerechtheit in der Aquakulturdiskutiert. In diesem Projekt soll deshalb untersucht werden, ob eine Bewertung der Tiergerechtheit, basierend auf verhaltensbiologischen Indikatoren, unter Produktionsbedingungen möglich ist.

Vorgehensweise

Unter kontrollierten Bedingungen werden in experimentellen Kreislaufsystemen verschiedene Szenarien simuliert, die unter intensiven Produktionsbedingungen auftreten und Stress bei den gehaltenen Fischen erzeugen können. Mittels automatisierter Sensorsysteme und Videobeobachtung werden Fischverhalten und Aktivitätsänderungen aufgezeichnet. Die so gewonnenen Daten werden nach Mustern im Verhalten und Verhaltensauffälligkeiten untersucht, um Indikatoren zur Bewertung der Tiergerechtheit abzuleiten.

Unsere Forschungsfragen

Wie wirkt sich Stress auf das Verhalten von Fischen in Aquakultursystemen aus? Können Verhaltensmuster mittels automatisierter Systeme aufgezeichnet und erfasst werden? Kann die Tiergerechtheit mittels verhaltensbiologischer Indikatoren bewertet werden?

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Geldgeber

  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

10.2016 - 9.2019

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Förderprogramm: Innovationsförderung
Projektstatus: läuft