Stellvertretende Institutsleitung

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Annette Pontillo
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Mit Kompost gegen Rhizoctonia

Projekt

 (c) Herwart Böhm

Einsatz von Bio-Kompost zur Reduzierung des Befalls mit Rhizoctonia solani (Wurzeltöterkrankheit) an Kartoffeln

Der Schadpilz Rhizoctonia solani verursacht die Wurzeltöterkrankheit und ist seit Jahren ein zunehmendes Problem beim Anbau von Öko-Kartoffeln. Betriebe erleiden deutliche ökonomische Verluste, da stark befallene Speisekartoffeln im Handel kaum absetzbar sind. Dies trifft zunehmend auch das Öko-Pflanzgut: Ist es mit Rhizoctonia befallen, infiziert es die daraus hervorgehende Kartoffelernte gleichfalls deutlich stärker.

Hintergrund und Zielsetzung

Versuche an der Universität Kassel-Witzenhausen haben gezeigt, dass sich der Rhizoctonia-Befall an Kartoffeln sehr deutlich reduzieren lässt, wenn Grüngutkompost bzw. Bioabfallkompost eingesetzt werden. Unser Ziel war es daher, die bislang vorliegenden Ergebnisse in einem nächsten Schritt auf einem weiteren Versuchsstandort mit unterschiedlichen Klima- und Bodenbedingungen zu verifizieren. Notwendig ist dabei auch eine Prüfung unterschiedlicher Kompostherkünfte bzw. –arten, um den Effekt in Abhängigkeit der Kompostqualität bzw. weiterer Faktoren wie Rottedauer, Ausgangsmaterial etc. möglichst gut quantifizieren zu können.

Vorgehensweise

Wir erprobten auf einem leichten, ökologisch bewirtschafteten Standort (Podsol, lehmiger Sand, 20-25 Bodenpunkte) zum einen drei verschiedene Kompostherkünfte (2 Grüngutkompost, 1 Bioabfallkompost) im Vergleich zu einer Kontrollvariante und zum anderen Pflanzgut mit einem unterschiedlichen Rhizoctonia-Ausgangsbesatz . Der Kompost wurde vor dem Pflanzen direkt in die Pflanzrille in einer Menge von 5 t/ha Kompost (bezogen auf die TM) ausgebracht. Zum anderen wies die verwendete Sorte Laura entweder einen Besatz von weniger als 1 % oder einen Besatz zwischen 1-5 % an Rhizoctonia-Sklerotien auf. Die Versuchsdurchführung erfolgte in Anlehnung an die EPPO-Richtlinie PP 1/32(2) – Rhizoctonia solani an Kartoffeln F. 04 D.

Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigten oftmals positive Effekte des Komposteinsatzes, sie waren jedoch nicht immer signifikant. So verbesserte die Kompostdüngung in geringem Umfang das Auflaufen der Kartoffelpflanzen; der Knollenansatz sowie die Anzahl an Stängeln pro Staude lagen ebenfalls etwas höher. Besonders deutlich wurden die positiven Auswirkungen der Komposte bei der Bonitur der Ernteknollen für alle am Erntegut erhobenen Parameter. Der Ertrag war nach Kompostanwendung tendenziell höher. Hinsichtlich der drei unterschiedlichen Komposte zeigten sich zwar einige Unterschiede, die jedoch selten signifikant und nicht gleichgerichtet waren. Hieraus lässt sich folgern, dass die Kompostqualität durchaus einen Einfluss haben kann, dass aber unterschiedliche Herkünfte nicht grundsätzlich zu anderen Ergebnissen führen müssen. Eine allgemein gültige Aussage kann jedenfalls aus diesem einjährigen Versuch nicht abgeleitet werden. Hierfür wären systematische Untersuchungen mit unterschiedlichen Kompostherkünften und -arten sowie unterschiedlichen Rottegraden notwendig.

Ein deutlicher und signifikanter Effekt ging von dem unterschiedlich mit Rhizoctonia belasteten Pflanzgut aus. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass gering mit Rhizoctonia belastetes Pflanzgut eine wesentliche Voraussetzung für einen erfolgreichen Kartoffelanbau und Kartoffeln mit guter äußerer Qualität ist.

Für den ökologischen Kartoffelanbau bedeutet das, verstärkt auf die Pflanzgutqualität zu achten. Ein zu hoher Virusbefall ist ein Grund für die Aberkennung von Pflanzgut; ebenso sollte eine entsprechende Regelung für den Befall mit R. solani in das Gesetz zur Pflanzgutanerkennung aufgenommen werden. Ein Qualitätsmanagement für ökologisch erzeugtes Pflanzgut ist gleichermaßen notwendig, um alle vorbeugenden und pflanzenbaulichen Maßnahmen sicherzustellen, damit gesundes Pflanzgut erzeugt wird.



Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

7.2009 - 12.2009

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen