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Lachgas durch Pilze?

Projekt

Anaaerobe Bodeninkubationen mit Wachstumshemmstoffen für Bakterien und Pilze zur Untersuchung der N2O-Produktion durch Pilze.  (c) Thünen-Institut/AK
Anaaerobe Bodeninkubationen mit Wachstumshemmstoffen für Bakterien und Pilze zur Untersuchung der N2O-Produktion durch Pilze. (© Thünen-Institut/AK)

Rolle der Pilze bei der Denitrifikation

Verschiedene Pilze können nachweislich über den Prozess der Denitrifikation das Treibhausgas N2O - Lachgas - bilden. Die Bedeutung von Pilzen für die N2O-Emission aus Böden ist dennoch weitgehend ungeklärt.

Hintergrund und Zielsetzung

Die N2O-Bildung durch Pilze bzw. Bakterien wurde in Versuchen mit spezifischer Hemmung dieser Organismengruppen nachgewiesen (substrate induced respiration inhibition method, SIRIN). Kürzlich wurde vorgeschlagen, die 15N-Positionspräferenz (SP = Differenz der 15N Häufigkeiten der zentralen und peripheren N-Position im linearen N2O-Molekül) als neue Messgröße zu verwenden. Mit ihr wäre zu quantifizieren, welchen Anteil der N2O-Emission Pilze verursachen. Beide Methoden haben eine Reihe von Unsicherheiten. Die Notwendigkeit einer anaeroben Inkubation, Glukosezugabe und das Auftreten der N2O-Reduktion schränken die Übertragbarkeit der Ergebnisse des SIRIN-Ansatzes ein. SP-Signaturen der verschiedenen Quellprozesse basieren auf Versuchen in Reinkulturen. Bisher wurde noch nicht geprüft, ob sie auf mikrobielle Gemeinschaften in Böden übertragbar sind. Die für die Bildung der NO-Reduktase der Pilze (P450nor) verantwortlichen Gene könnten geeignete molekulare Marker sein, um die Diversität und Abundanz derjenigen Pilzen in Böden zu bestimmen, die das genetische Potential zur Denitrifikation haben. Dann könnte es zweckmäßig sein, die P450nor-Genexpression zu analysieren, um mit ihrer Hilfe die Ergebnisse des Isotopenansatzes (SP) sowie des SIRIN-Ansatzes zu überprüfen.  Ziel unseres Vorhabens ist, Verfahren zur Quantifizierung pilzlicher und bakterieller N2O-Bildung zu prüfen und zu verbessern, PCR-basierte Methoden zur Analyse der P450nor-Genexpression als weiteren methodischen Ansatz zu entwickeln und die Methoden zu vergleichen. Wir wollen die Bedeutung und die Regelung der N2O-Emission durch Bodenpilze analysieren.

Zielgruppe

Wissenschaft, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Fachöffentlichkeit und Interessenverbände der Landwirtschaft und des Umweltschutzes

Vorgehensweise

Das Arbeitsprogramm beinhaltet die Inkubation von Pilz- und Bakterienreinkulturen, um die SP-Signaturen von innerhalb dieser Kulturen gebildetem N2O  zu bestimmen. Sterilisierte Böden inokulieren wir mit Reinkulturen und mit extrahierten Gemeinschaften und inkubieren sie anschließend, um damit die Konstanz von spezifischen SP-Signaturen unter Bodenbedingungen zu untersuchen. Wir entwickeln eine PCR-basierte Methode, um die Genexpression der denitrifizierenden Pilze auf Basis der P450nor zu bestimmen. Damit  erhalten wir einen unabhängigen Schätzer für die N2O-Produktion durch Pilze. SIRIN wollen wir im Hinblick auf die Bestimmung von SP der N2O-Produktion von Pilz- und Bakteriendenitrifizierern intakter Bodengemeinschaften evaluieren und optimieren. Schließlich setzen wir alle drei Methoden parallel ein, um den Isotopenansatz (SP) zu prüfen und zu bewerten.    

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

6.2014 - 12.2018

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: DFG We 1904/8-1
Projektstatus: läuft

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 0