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Nachwachsende Rohstoffe – ökonomisch bewertet

Projekt

Biogaserzeugung in Deutschland (c) Thünen-Institut/Michael Welling
Biogaserzeugung in Deutschland (© Thünen-Institut/Michael Welling)

Betriebswirtschaftliche Analysen im Bereich nachwachsende Rohstoffe

Die Politik fördert den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen für Bioenergie oder zur stofflichen Nutzung. Es stellt sich allerdings die Frage, ob der richtige Weg eingeschlagen wurde: Verbraucher klagen über steigende Stromkosten, Umweltschützer über Grünlandumbruch und Landwirte über steigende Pachtpreise. Wir untersuchen deshalb, wie die Förderung nachwachsender Rohstoffe zu optimieren ist.

Hintergrund und Zielsetzung

Durch politische Förderung beispielsweise über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), werden in Deutschland bereits über 2 Mio. ha nachwachsende Rohstoffe angebaut. Damit möchte die Politik unser Klima schützen und die CO2-Emissionen reduzieren. Allerdings haben sich insbesondere für die Biogaserzeugung regionale Schwerpunktzentren gebildet, in denen sie mit der Tierhaltung konkurriert. Die Kosten der Bioenergieerzeugung müssen die Verbraucher z.B. über die EEG Umlage tragen. Diese ist im Jahr 2013 auf 6,2 ct/kWh gestiegen und beträgt über 20 % des Strompreises. Vor diesem Hintergrund untersuchen wir die Wechselwirkungen, die sich zwischen den geförderten Energielinien und der klassischen Landwirtschaft sowie die klima- und energiepolitische Effizienz der geförderten Energielinien.

Vorgehensweise

Um die Wirkungen der Förderung abzuschätzen, untersuchen wir die Wettbewerbsfähigkeit verschiedener Konversionspfade wie Bioethanol oder Biogas für nachwachsende Rohstoffe mithilfe von betriebswirtschaftlichen Kalkulationen. Hierbei berücksichtigen wir unterschiedliche Szenarien in Bezug auf Agrar- und Energiepreise sowie die politischen Rahmenbedingungen. Zusätzlich bewerten wir die verschiedenen Konversionspfade auf Basis von Klima- und Energiebilanzen.

Vorläufige Ergebnisse

Die bisher in Deutschland geförderten Bioenergielinien wie Ethanol oder Biogas sind durch sehr hohe CO2äq-Vermeidungskosten gekennzeichnet. Das bedeutet, dass mit dem gleichen finanziellen Aufwand in anderen Bereichen deutlich mehr Klimaschutz erreicht werden könnte. Bereits mehr als 20 % der deutschen Ackerfläche werden für die geförderten Energielinien benötigt. Die daraus resultierende Energie deckt aber lediglich etwa 3 % des Energiebedarfs. Daher plädieren wir dafür die Förderung von Ackerkulturen für die Erzeugung von Bioenergie zu verringern.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

Daueraufgabe 1.2001

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft