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Preisbildung auf dem Milchmarkt: Wer diktiert und wer reagiert?

Projekt

 (c) BLE, Bonn / Thomas Stephan

Preisbildung in der deutschen Wertschöpfungskette Milch

Die Welt ist global - auch die Milch. Was passiert in Deutschland, wenn in Neuseeland eine "Milchkanne" umkippt? Wie bestimmt sich der Erzeugerpreis, wie der Preis für Verbraucher?

Hintergrund und Zielsetzung

Mit dem Rückzug der EU-Agrarpolitik aus der direkten Marktsteuerung können Preisschwankungen des Weltmarktes unmittelbar auf den deutschen Milchmarkt wirken. Dies hat auch Folgen für die Preisbildung in der Wertschöpfungskette Milch - angefangen beim Milcherzeuger über Molkereien und Handel bis hin zum Verbraucher. Doch wer profitiert davon bzw. leidet darunter?

Unsere Analysen der Weitergabe von Preisänderungen von einer Stufe zur nächsten (Preistransmission) liefern Rückschlüsse auf die Organisation der Wertschöpfungskette ‚Milch‘. So erkennen wir beispielsweise, ob eine Stufe über außerordentliche Marktmacht verfügt und diese ausnutzt.

Nur wenn wir die Grundsätze der Preisbildung in einer Wertschöpfungskette verstehen, können wir sachgerecht einschätzen, welche möglichen Folgen Politikänderungen haben. Ergebnisse aus diesem Projekt dienen dazu, die Politik für den Bereich Milch noch besser beraten zu können.

Vorgehensweise

Langfristige Zeitreihen über deutsche, europäische und internationale Preise sind Grundlage unserer Arbeit. Wir betrachten die wichtigsten Milchprodukte, zum Beispiel Butter, Käse, Magermilch- und Vollmilchpulver.

Aus dem Rohstoff Milch entstehen zahlreiche verarbeitete Milchprodukte. Diese stehen nicht für sich allein, sondern sind durch komplementäre oder substitutive Beziehungen miteinander auf den Märkten verbunden. Das erschwert eine umfassende Analyse. So schließen wir mit unserer Arbeit Wissenslücken im Bereich Märkte für Milch und Milchprodukte.

Vorläufige Ergebnisse

Erste Ergebnisse zeigen, dass sich die Preisbildung in der deutschen Wertschöpfungskette Milch mit den Reformen der EU-Agrarpolitik entscheidend verändert hat: Der Weltmarkt hat an Bedeutung gewonnen, der Einfluss der Erzeuger ist geringer geworden.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

4.2011 - 12.2018

Publikationen zu dem Projekt

Anzahl der Datensätze: 4

  1. Weber SA (2015) EU-Milchmarkt auf dem Weg in die Freiheit : Umgang mit Preisrisiken stellt Erzeuger vor Herausforderungen. In: Trendbuch : Innovative Agrarwirtschaft 2015. Frankfurt a M: Deutscher Fachverl, pp 13-16
  2. Weber SA, Koch J (2015) Nur noch mehr Bürokratie [Interview]. DLZ Agrarmag(2):23
  3. Weber SA, Salamon P, Hansen H (2013) Volatile Weltmarktpreise von Milchprodukten und ihr Einfluss auf die nationale Preisbildung: Der deutsche Käsemarkt. Landbauforsch Appl Agric Forestry Res 63(2):103-114, DOI:10.3220/LBF_2013_103-114
    PDF Dokument 1295 KB
  4. Weber SA, Salamon P, Hansen H (2012) Volatile world market prices for dairy products - how do they affect domestic price formation: the German cheese market : paper prepared for the 123rd EAAE Seminar Price Volatility and Farm Income Stabilisation ; Modelling Outcomes and Assessing Market and Policy Based Responses, Dublin, February 23-24, 2012 [online]. Dublin: EAAE, 17 p, zu finden in <http://purl.umn.edu/122542> [zitiert am 26.06.2012]
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