Welches Alter hat der Fisch? Altersvalidierung an wildlebenden Fischen

Projekt

Ein mit Tetracyclin makierter Dorschotolith im Querschnitt (c) Thuenen-Institut/Aisha Degen-Smyrek
Ein mit Tetracyclin makierter Dorschotolith im Querschnitt (© Thuenen-Institut/Aisha Degen-Smyrek)

DCF (Data Collection Framework): Altersvalidierung an Rund- und Plattfischen in der Ostsee

Wir würden gerne von jedem Fisch möglichst genau wissen, wie alt er ist. Da Fische aber keinen Ausweis haben, müssen wir uns mit der ungenauen Interpretation von Ringstrukturen in ihren Gehörsteinchen (Otolithen) begnügen. Um die Beziehung zwischen der Bildung von Ringstrukturen und dem Fischalter zu verifizieren, führen wir Experimente zur Altersvalidierung an wildlebenden Fischen durch.

Hintergrund und Zielsetzung

Eine zentrale Säule für das Verständnis der Biologie eines Fischbestandes ist, seine Altersbestimmung zu validieren. Die Alterslesung vieler Fischbestände ist trotz zahlreicher Bemühungen weiterhin mit großer Unschärfe behaftet. Entsprechend unscharf sind die Vorhersagen aus der Bestandsberechnung.

Deshalb haben wir Fang-Wiederfang-Experimente initiiert. Damit wollen wir das Alter der häufigen Rundfischarten wie Dorsch und Wittling und Plattfischearten wie Scholle, Flunder und Steinbutt validieren. Dafür analysieren wir Ringstrukturen, die der Fisch vom Fang bis zum Wiederfang angelegt hat. So können wir zukünftig die Altersbestimmung dieser Fischarten und  die Qualität der Eingangsdaten für Populationsmodelle und ökologische Untersuchungen.

Vorgehensweise

In einem Vor-Experiment haben wir Tetracyclin als den brauchbarsten Stoff für die Markierung von Otolithen für den Versuch der Altersvalidierung identifiziert. Jetzt fangen wir lebende Fische, um sie intern (mit Tetracyclin als Zeitmarker im Otolithen) und extern zu markieren (mit einem nummerierten, sogenannten Spaghetti-Tag zur Erkennung beim Wiederfang durch Fischer oder Angler). Dann hoffen und warten wir darauf, dass die markierten Fische wiedergefangen und als ganze Tiere für die Analyse an uns zurückgeliefert werden. Für jeden wiedergefangenen Fisch gibt es eine Prämie.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

9.2013 - 12.2027

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen zum Projekt

Anzahl der Datensätze: 7

  1. Plonus R, McQueen K, Günther C, Funk S, Temming A, Krumme U (2021) Is analysis of otolith microstructure a valid method for investigating early life history of Western Baltic cod? Mar Biol 168:30, DOI:10.1007/s00227-021-03834-x
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 1841 KB
  2. Carbonara P, Coad Davies J, Damme CJG van, Aanestad Godiksen J, Allegaert W, Beier U, Bekaert K, Canha A, Farias I, Follesa MC, Gault M, Gillespie-Mules R, Haase S, Hilvarsson A, Hüssy K, Korta M, Krüger-Johnsen M, Krumme U, Stransky C, Ulleweit J, et al (2020) Working Group on Biological Parameters (WGBIOP). Copenhagen: ICES, 150 p, ICES Sci Rep 2(117), DOI:10.17895/ices.pub.7651
  3. McQueen K, Hrabowski J, Krumme U (2019) Age validation of juvenile cod in the western Baltic Sea. ICES J Mar Sci 76(2):430–441, DOI:10.1093/icesjms/fsy175
  4. McQueen K, Paige Eveson J, Dolk B, Lorenz T, Mohr T, Schade FM, Krumme U (2019) Growth of cod (Gadus morhua) in the western Baltic Sea: estimating improved growth parameters from tag-recapture data. Can J Fish Aquat Sci 76(8):1326-1337, DOI:10.1139/cjfas-2018-0081
  5. Stötera S, Degen-Smyrek AK, Krumme U, Stepputtis D, Bauer Robert, Limmer B, Hammer C (2019) Marking otoliths of Baltic cod (Gadus morhua Linnaeus, 1758) with tetracycline and strontium chloride. J Appl Ichthyol 35(2):427-435, DOI:10.1111/jai.13829
  6. Krumme U, Bingel F (2016) Tetracycline marks visible in Baltic cod Gadus morhua otoliths stored for 40 years. J Fish Biol 89(4):2189-2194, DOI:10.1111/jfb.13108
  7. Stötera S, Krumme U (2016) Use of otolith quality flags to assess distributional dynamics in Baltic cod stocks. Mar Freshwater Res 67(7):980-991, DOI:10.1071/MF15048

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