Federführendes Institut
Themenfelder

Koordination der Datenerhebung aus kommerziellen Fischereien der Ostsee

Projekt

 (c) Thünen-Institut/Annemarie Schütz

DCF (Data Collection Framework): Koordinierung von Aufgaben im Rahmen von EU-Verordnungen zur Datenerhebung

Das Thünen-Institut für Ostseefischerei (OF) sammelt nicht nur Daten über die Fischbestände in der deutschen Ostsee, es ist auch eingebunden in internationale Kooperationen, z. B. mit der EU und anderen  Anrainerstaaten der Ostsee.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Bundesrepublik Deutschland ist durch die EU-Verordnung 1543/2000 (Data Collection Framework, DCF) verpflichtet, Fischereidaten zu erheben. Dazu gehören die Beprobung der kommerziellen Fischerei und die Sammlung wichtiger fischereiunabhängiger Datenserien (Priorität-1-Surveys). Für die Datenerhebung in der Ostsee ist das OF zuständig. Die vielfältigen Arbeiten der beteiligten Techniker und Wissenschaftler koordiniert eine Führungskraft im OF. Diese Führungskraft vertritt auch die Sichtweise und Erfahrungen des Instituts im Bereich Datenerhebung auf nationaler und internationaler Ebene.

Vorgehensweise

Wir erheben fischerei-unabhängige Daten auf unseren Forschungsreisen und fischereiabhängige Daten im Rahmen der Beprobung der kommerziellen Fischerei. Jede Forschungsreise, die auf der Ostsee wenige Tage oder mehrere Wochen dauern kann, leitet ein Wissenschaftler, unterstützt von Technikern aus dem OF, Studenten, Volontären oder anderen Hilfskräften. Die Beprobung der kommerziellen Fischerei ist komplex: Mitfahrten der Beprober an Bord kommerzieller Fischereifahrzeuge und Beprobungen durch die Fischer selbst sind zu akquirieren. Die sogenannten Schlachtproben arbeiten wir im Labor des OF fischereibiologisch auf. Wir bestimmen wichtige biologische Parameter wie Länge, Gewicht, Geschlecht, Reife und Alter. Die Beprobungsdaten werden in einer Datenbank gespeichert. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) liefert die Logbuchdaten der Fischer. Diese verschneiden wir mit unseren Beprobungsdaten. Dabei wandeln wir die Gewichtsangaben aus der Fischerei (zum Beispiel Anlandungsgewicht in Tonnen) mit unseren biologischen Proben aus der Fischerei um in biologische Informationen, die für die Bestandsmodelle erforderlich sind (zum Beispiel in Anzahl Fische pro Altersgruppe).

Vorläufige Ergebnisse

Jedes Jahr bis Ende Mai dokumentieren wir unsere Beprobungsaktivitäten des Vorjahres und liefern einen Fortschrittsbericht an die EU-Kommission. Bis Ende Oktober eines Jahres melden wir die geplanten Beprobungsaktivitäten für das nächste Jahr an die EU-Kommission. Für die Mitarbeit in Arbeitsgruppen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) legen wir regelmäßig unsere Daten in Fischereidatenbanken ab (InterCatch, FishFrame). Zusätzlich nimmt der Koordinator an Planungstreffen des ICES teil, wie zum Beispiel in der Planning Group for Commercial Catch, Discards and Biological Sampling (PGCCDBS) und im Regional Coordination Meeting (RCM) Baltic Sea. Weiterhin arbeitet der Koordinator in ICES-Arbeitsgruppen mit, um die Beprobung kommerzieller Fischereien zu verbessern.

Thünen-Ansprechpartner


Zeitraum

Daueraufgabe 1.2001 - 12.2018

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 1

  1. Castro Ribeiro C, Motova A, Berkenhagen J, Ebeling MW, Stransky C, Ulleweit J, Adamidou A, Armesto A, Döring R, Kraak SBM, et al (2015) Evaluation of 2014 MS DCF Annual Reports & Data Transmission (STECF-15-13). Luxembourg: Publications Office of the European Union, 291 p, JRC Sci Pol Rep, DOI:10.2788/069049