Stellvertretende Institutsleitung

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Wie lassen sich die Vorschläge der Borchert-Kommission in der Praxis umsetzen?

Projekt

Schweinefamilie in Bronze (c) Claus Deblitz
(© Claus Deblitz)

Analyse möglicher Umsetzungspfade der Empfehlungen des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung am Beispiel zweier Praxisbetriebe mit Sauenhaltung bzw. Schweinemast

Das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung unter Leitung des ehemaligen Bundeslandwirtschaftsministers Jochen Borchert hat umfangreiche Vorschläge für den Umbau der Nutztierhaltung in Deutschland zu tierwohlgerechten Produktionsverfahren vorgelegt.

Hintergrund und Zielsetzung

Das Thünen-Institut hat hierzu im Mai 2021 eine Politikfolgenabschätzung vorgelegt. Hierbei konnte aufgrund der kurzen Bearbeitungszeit und der relativ dünnen Datenlage lediglich eine grobe Abschätzung vorgenommen werden. Für die Stufen 2 und 3 der KNW-Vorschläge konnten „lediglich“ Stallneubauten berechnet werden. In der Praxis wird es aber einen Mix aus Um- und Ausbau bestehender Ställe sowie Neubauten geben.

In dem Vorhaben soll untersucht werden, wie und in welchen Schritten die langfristige Umstellung der praktischen Schweinehaltung bei Umsetzung der Stufen 2 und 3 in der Praxis funktionieren kann. Aufgrund des Umfangs und der Komplexität der Fragestellungen erfolgt dies zunächst für einen spezialisierten Sauenbetrieb und einen spezialisierten Mastbetrieb.

Dabei adressieren wir folgende Fragestellungen:

  • Welche Möglichkeiten bestehen in der praktischen Umsetzung des Bochert-Plans?
  • Wo gibt es Herausforderungen und Probleme?
  • Welche Auswirkungen haben die Umbaumaßnahmen auf die Betriebsstrukturen?
  • Welche betriebswirtschaftlichen Auswirkungen hat die Umsetzung der Tierwohlstufen?

Zielgruppe

Politik, Verbände, landwirtschaflticher Praxis, NGOs

Vorgehensweise

Feststellung des Status quo und des rechtlichen Rahmens (Tierschutznutztierhaltungsverordnung, Vorgaben der Nutztierstrategie der Borchert Kommission Stufen des Tierwohls 1 bis 3, 13 Kriterien des Tierwohls (Platz, Raufutter etc.), TA Luft, Baurecht, Düngeverordnung)

Status quo Erhebung der Daten und Leistungen des Sauenbetriebs und des Mastbetriebes.

 

Die Datenerhebung der Referenzsituation erfolgt unter Anwendung der Methoden und Modellinfrastruktur (TIPI-CAL) des agri benchmark Schweinenetzwerkes.

 

Anschliessend berechnen wir 2 Szenarien: zum einen den Umbau auf Stufe 2 (Szenario A), zum anderen den Umbau auf Stufe 3 (Szenario B). Dafür erfolgt in enger Abstimmung mit Praktikern und Praktikerinnen die Definition, Spezifikation und Quantifizierung dieser Maßnahmen für die ausgewählten Betriebe. Für die so spezifizierten Umbaumaßnahmen werden Angebote von Stallbaufirmen eingeholt. Damit lassen sich die Investitionskosten ermitteln. Weitere Aspekte betreffen mögliche Bestandsveränderungen, Leistungsparameter und variable Kosten sowie die Arbeitswirtschaft. All diese Informationen erlauben es, die Veränderungen auf die langfristige Wirtschaftlichkeit und den erforderlichen Mehrerlös zum Ausgleich der Mehrkosten darzustellen.

 

Vorläufige Ergebnisse

Ergebnisse werden im Mai 2022 erwartet.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

10.2021 - 4.2022

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen zum Projekt

Anzahl der Datensätze: 0