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Effiziente Reduzierung der Lebensmittelverschwendung im Groß- und Einzelhandel

Projekt

Einkaufswagen im Supermarkt (c) khwaneigq - stock.adobe.com
Einkaufswagen im Supermarkt (© khwaneigq - stock.adobe.com)

Nationales Dialogforum des Groß- und Einzelhandels zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung (Handelsforum)

 

Fast 500.000 Tonnen Lebensmittelabfälle sind 2019 im deutschen Lebensmitteleinzelhandel angefallen. Wir wollen den Handel unterstützen, diese bis 2030 zu halbieren.

Hintergrund und Zielsetzung

Gemäß der Nationalen Strategie zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung der Bundesregierung sollen die gesamten Lebensmittelabfälle bis 2030 halbiert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sind alle Akteure der Lieferkette und die Verbraucher gefordert.

Mit den bestehenden Datengrundlagen im Handelssektor können die Abfallmengen nicht verlässlich quantifiziert werden, dies erschwert die Festlegung von Reduktionszielen. Ziel dieses Projektes ist es daher, die Lebensmittelabfälle im Handel zu quantifizieren und zu analysieren, um Trends ab 2015 abbilden zu können. Darauf aufbauend werden konkrete Maßnahmen erarbeitet, mit denen Lebensmittelabfälle reduziert werden können.

Vorgehensweise

Um den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und den Handelsunternehmen zu fördern, werden Projektergebnisse im Rahmen regelmäßiger Dialogforen des Groß- und Einzelhandels kommuniziert. Dieses Handelsforum soll mit den anderen sektorspezifischen Dialogforen und dem nationalen Dialogforum eng verknüpft werden. Außerdem werden Möglichkeiten des Monitorings und der Bilanzierung entwickelt, um Benchmarks zu schaffen und so den Fortschritt der Unternehmen kenntlich zu machen. Zwischen dem BMEL und Handelsunternehmen bzw. Verbänden werden freiwillige Vereinbarungen getroffen, um die in der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung formulierten Ziele zu erreichen.

Daten und Methoden

Als Informationsgrundlage dienen zunächst positive Beispiele aus Deutschland und den Nachbarländern, Dokumentationen von Forschungsprojekten, Experteninterviews und die Fachliteratur. Zusätzlich werden Akteure des Groß- und Einzelhandels eingebunden, die eine neue Datenbasis liefern könnten.

Für 2019 basieren die Berechnungen auf freiwillig bereitgestellten Daten zu Umsatzverlusten (Abschreibungen) aus 13 Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) sowie Cash und Carry-Unternehmen, die durch etwa 13.000 Verkaufsstellen repräsentiert werden. Die beteiligten Unternehmen decken 35 % des gesamten LEH-Marktanteils in Deutschland ab. Abschreibungen beinhalten sowohl Lebensmittelabfälle als auch umverteilte Lebensmittel etwa in Form von Lebensmittelspenden z.B. an soziale Einrichtungen, für die Verwertung als Tierfutter sowie Bruch und Verlust. Die Hochrechnung der Lebensmittelabfälle im deutschen LEH basiert auf einer sehr hohen Datenqualität; mit Abschreibungsdaten teils sehr großer Unternehmen und Umsatzzahlen des gesamten Sektors.

Vorläufige Ergebnisse

Unsere Analysen des Gesamtsystems zielen nicht nur auf wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn und eine fundierte, wissenschaftlich basierte Politikberatung, sie sollen auch die Gesellschaft für das Thema sensibilisieren.

Im Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland werden jährlich 500.000 Tonnen Lebensmittel als Abfall aussortiert. Einbezogen wurden dafür nicht nur Daten aus dem organisierten Einzelhandel, also Supermärkte, Discounter und Verbrauchermärkte, sondern auch Einzelhändler wie Drogeriemärkte, Bäckereien, Fleischereien, Onlinehandel, Wochenmärkte oder Tankstellen. In Supermärkten, Discountern und Verbrauchermärkten fallen 290.000 Tonnen an, bei den anderen Einzelhändlern kommen noch einmal 210.000 Tonnen hinzu. In der „Baseline 2015“-Studie des Thünen Instituts, die als Startpunkt und Diskussionsgrundlage für die Zielvereinbarungen und Methodendiskussion dienen soll, wurden nur Verbrauchermärkte, Discounter und Supermärkte sowie der Großmarkt betrachtet.

Eine Abgrenzung der Lebensmittelabfälle zu Lebensmittelspenden und anderen Verwertungen (z.B. zu Tierfutter) ist wegen Datenlücken derzeit nur mithilfe von Schätzungen möglich. Expertenschätzung für diesen Bericht: 30 % der Verluste werden gespendet. Im Zuge weiterer Arbeiten müssen diese Mengen und die Verlustursachen analysiert werden, um daraus Reduzierungsmaßnahmen abzuleiten.

Erkenntnisse über nachhaltige Maßnahmen sollen durch den Austausch im Dialogforum optimiert und verbreitet werden. Daraus folgend und unterstützt durch freiwillige Vereinbarungen der Handelsunternehmen mit politischen Gremien sollen Lebensmittelabfälle in den kommenden drei Jahren reduziert werden.

Links und Downloads

Lebensmittelwertschätzen - Dialogforum Groß- und Einzelhandel

CSCP - Dialogfoum Groß- und Einzelhandel

Beteiligungserklärung der Teilnehmenden

Pressemitteilung - Handel unterzeichnet Erklärung: Lebensmittelverschwendung reduzieren

Zwischenbericht 2021

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖLN)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

8.2019 - 8.2022

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: 2819NA019
Förderprogramm: Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)
Projektstatus: läuft

Publikationen zum Projekt

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  1. Orr L, Schmidt TG (2021) Lebensmittelabfälle im Handel reduzieren. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 2 p, Project Brief Thünen Inst 2021/08, DOI:10.3220/PB1615472542000
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 556 KB
  2. Schmidt TG, Orr L (2021) Monitoring der Lebensmittelabfälle im Groß- und Einzelhandel in Deutschland 2019: Daten des Lebensmitteleinzelhandels. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 31 p, Thünen Working Paper 168, DOI:10.3220/WP1613554682000
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 776 KB
  3. Schmidt TG, Orr L (2021) Monitoring food waste in the wholesale and retail sector in Germany 2019: Food retail data. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 29 p, Thünen Working Paper 168a, DOI:10.3220/WP1613555002000
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 692 KB
  4. Orr L, Schmidt TG (2021) Reducing food waste in retail. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 2 p, Project Brief Thünen Inst 2021/08a, DOI:10.3220/PB1615797125000
    PDF Dokument (nicht barrierefrei) 455 KB
  5. Schmidt TG, Orr L (2020) Lebensmittelabfälle - Messen ist der erste Schritt zu wirksamen Reduzierungsmaßnahmen [online]. Recht Z Eur Lebensmittelrecht(1):34-37, zu finden in <https://baeckerwelt.de/2020/?uid_issue=1361&uid_title=4> [zitiert am 01.04.2020], DOI:10.23789/1868-0763-2020-1-30

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