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Solea, 863. Reise

Dauer der Reise: 20. bis 28. April 2026

Fahrtgebiet: Nordsee

Zweck der Reise:  „Nordsee Munition“

Nach den Weltkriegen wurden in deutschen Nordseegewässern schätzungsweise 1,3 Millionen Tonnen Munition versenkt. Im Laufe der Zeit verrosten die Munitionskörper und setzen Schadstoffe wie TNT (Trinitrotoluol) frei, die in Fischen nachgewiesen werden können. Im Rahmen des BMBF DAM Projektes CONMAR-2 und für das „Munitions-Screening“ der Bundesumweltministerkonferenz soll untersucht werden, wie stark Wasserproben und Fische durch die Munitionsaltlasten belastet sind.

Die einzelnen Aufgaben der Reise sind:

  • Sammeln von Wasser- und Fischproben, insbesondere Klieschen (Limanda limanda) in der Nähe von Munitionsverklappungsgebieten in der Nordsee und in Kontrollgebieten
  • Fortsetzung der Monitoring-Zeitreihe und Überprüfung der Befunde aus Solea 816, 831, 847
  • Sammeln weiterer Proben im Bereich „Außen Jade“ um mögliche Veränderungen der Umwelt-Belastung mit Munitionsrückständen feststellen zu können
  • Die Universität Hamburg wird durch den Gastforscher Raphael Koll an Bord vertreten sein. Herr Koll arbeitet zur Biodiversität nicht kommerzieller Fischarten. Er möchte Proben mit Umwelt-DNA aus dem Wasser mit Fischproben aus dem Fang vergleichen. Darüber hinaus möchte er die Diversität von Mikroorganismen im Darm der Fische (das sogenannte Mikrobiom) untersuchen. Als Kontrollwerte zum Abgleich mit den Befunden zur Darmflora benötigt Herr Koll zusätzlich Sedimentproben aus den einzelnen Fangebieten.
  • Von der Universität Münster kommt Joachim Kurtz an Bord, um Proben an Klieschen zu nehmen. Er forscht an den Ursachen des immer häufiger auftretenden Melanoms bei dieser Fischart.

Wissenschaftliche Fahrtleitung:

Institut für Fischereiökologie
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