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Dr. Nataliya Stupak

Expertin für das Wassermanagement der Zukunft

Wenn der Regen ausbleibt, steht die Landwirtschaft vor großen Herausforderungen. Nataliya Stupak erforscht am Thünen-Institut, wie Wasser künftig besser verfügbar und Bewässerung zuverlässiger wird – und wie Forschung und Politik Landwirtinnen und Landwirte konkret unterstützen können.

Woher soll das Wasser für die Landwirtschaft in Zukunft kommen? Und wie kann Bewässerung künftig zuverlässiger werden? Diese Fragen treiben Nataliya Stupak an. Seit 2017 arbeitet sie am Thünen-Institut und forscht seit 2019 zu den Folgen des Klimawandels und wie sich die Landwirtschaft daran anpassen kann.

Vor allem seit dem außergewöhnlich trockenen Jahr 2018 rückt der Wassermangel zunehmend in den Fokus: „In den kommenden Jahren werden Dürrephasen immer weiter zunehmen. Landwirtinnen und Landwirte können sich dann nicht mehr darauf verlassen, dass genug Regen fällt“, erklärt die Forscherin. Aktuell werden in Deutschland rund fünf Prozent der landwirtschaftlichen Fläche bewässert, der überwiegende Teil der Betriebe ist auf Niederschlag angewiesen. Wenn dieser nicht kommt, drohen Ernteausfälle. Wie sehr lange Trockenphasen die Betriebe treffen, erlebte Nataliya Stupak im Hitzesommer 2018: Als Teil eines Forschungsprojekts besuchte sie landwirtschaftliche Betriebe in mehreren Regionen Deutschlands. Viele berichteten von erheblichen Ernteausfällen, teils brannten sogar Felder. 

Heute koordiniert Nataliya Stupak das Verbundprojekt Landwirtschaftliches Wassermanagement in Deutschland (LAWAMAD) in der Thünen-Stabsstelle Klima, Boden, Biodiversität. Besonders die Verbindung von angewandter Forschung und Politikberatung motiviert sie. Dabei sind ihr die enge Zusammenarbeit mit Betrieben, aber auch mit internationalen Kolleginnen und Kollegen wichtig. „Andere Länder haben jahrzehntelange Erfahrungen im Umgang mit Wasserknappheit. Es gibt viel, was wir voneinander lernen können“, sagt die Wissenschaftlerin. Die größte Herausforderung der kommenden Jahre sieht die Wasserexpertin darin, regional angepasste Lösungen für die Wasserknappheit in Deutschland zu finden und mit dem aktuellen Stand der Forschung zu verbinden. Dafür brauche es einen verlässlichen rechtlichen Rahmen, der gleichzeitig Spielraum für individuelle Lösungen erlaube. 

Aufgewachsen ist die Wissenschaftlerin in einem Vorort der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw. Nachdem sie in Belgien, in Italien, Frankreich und in Berlin als Wissenschaftlerin gelebt und gearbeitet hat, wohnt sie heute mit ihrer Familie in Braunschweig. Die Bedingungen für Frauen in der Wissenschaftswelt haben sich nach ihren Beobachtungen immer weiter verbessert. Strukturelle Benachteiligung und subtile Kommentare begegneten ihr seltener als noch vor wenigen Jahren. Am Thünen-Institut erlebe sie eine starke Gleichberechtigung. „Viele Frauen sind hier in Führungspositionen“, sagt die Wissenschaftlerin. 

Um den Kopf frei zu bekommen, und Stress zu bewältigen praktiziert Nataliya Stupak Yoga und Meditation. Sie erzählt: „Dabei tue ich für meinen Körper etwas Gutes und finde innere Ruhe im oft stressigen Alltag.“ Für Nataliya Stupak ist das ein Ausgleich, der ihr hilft, auch in der Forschung einen klaren Kopf zu bewahren und Lösungen für das Wassermanagement von morgen zu entwickeln. 

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