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Zahlen & Fakten

Das Eberswalder WILD-Zentrum

Von Frank Tottewitz | 16.06.2022


WO Institut für Waldökosysteme

Das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) ist ein bundesweites Monitoring-Programm, mit dem Daten zum Vorkommen, zur Häufigkeit und Bestandsentwicklung von Wildtieren erhoben werden.

Seit Anfang 2014 ist die Arbeitsgruppe Wildtierökologie am Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde ein sogenanntes WILD-Zentrum. Das Langfrist-Programm WILD dokumentiert das Vorkommen und die Dynamik von Wildtierpopulationen – unabdingbare Voraussetzung für viele jagdpolitische, landschaftsökologische und naturschutzrelevante Entscheidungen, ebenso wie für Fragen zur Tierseuchenprophylaxe. 

Das Programm wurde 2001 vom Deutschen Jagdverband gemeinsam mit den Landesjagdverbänden initiiert. Die Datenerfassung erfolgt durch die ehrenamtliche Mitarbeit geschulter Jäger; sie beruht zum einen auf Wildtierzählungen mit standardisierten Methoden in ausgewählten Zählgebieten („Erfassung in Referenzgebieten“), zum anderen auf Bestandseinschätzungen von Wildtieren in zahlreichen Jagdbezirken Deutschlands („Flächendeckende Erfassung“).

Als eines von vier WILD-Zentren wertet das Thünen-Institut für Waldökosysteme Daten wissenschaftlich aus, die im Rahmen des bundesweiten Programms erhoben werden. Darüber hinaus erhebt es Faktoren, die Einfluss auf die Dichte der untersuchten Wildtierarten nehmen können, z.B. die Art der Flächennutzungen, Krankheitsgeschehen sowie Klima- und Witterungsfaktoren. Außerdem werden die bundesweiten Jagdstreckendaten zur Beurteilung von Bestandsdichten und -entwicklungen ausgewertet.

Jährlich finden in über 500 Referenzgebieten konkrete Zählungen von Wildtieren statt. Die flächendeckenden Erfassungen erfolgen im zweijährigen Turnus mit regelmäßiger Beteiligung von über 30.000 Jägern Deutschlands. Die Ergebnisse werden jährlich in den WILD-Berichten veröffentlicht. Sie zeigen unter anderem, dass sich durch den ständigen Wandel der Landschaftsstruktur das Vorkommen von Wildtierarten rasch verändern kann:

  • Hase, Rebhuhn und Fasan zeigen besorgniserregende Verluste in ihren Hauptvorkommensgebieten,
  • die Neozoen Waschbär, Marderhund, Mink und Nilgans breiten sich weiter aus,
  • Rostgans, Nonnengans und Silberreiher nehmen zu.  
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