Ob im Verein, in Initiativen oder in lokalen Netzwerken: Zivilgesellschaftliches Engagement prägt das soziale Leben in ländlichen Räumen auf vielfältige Weise. Welche Rolle es dabei spielt und unter welchen Voraussetzungen es wirksam werden kann, war Thema im Ausschuss für Sport und Ehrenamt des Deutschen Bundestages am 15. April 2026. In ihrer Stellungnahme würdigte PD Dr. Tuuli-Marja Kleiner vom Thünen-Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements für ländliche Räume. „Engagement trägt zur Sicherung von Infrastruktur bei, es belebt das kulturelle Leben und fördert soziale und politische Teilhabe“, so die Wissenschaftlerin. Aus ihren Forschungsarbeiten weiß sie jedoch auch: „Zivilgesellschaftliches Engagement ist sozial selektiv, räumlich ungleich ausgeprägt und eng an institutionelle sowie infrastrukturelle Rahmenbedingungen gebunden.“ Doch die positiven Effekte für Daseinsvorsorge, sozialen Zusammenhalt und demokratische Stabilität entstehen nicht von selbst, sondern brauchen zielgerichtete Unterstützung.
Damit Engagement gut funktionieren kann, werden aus ihrer Sicht vor allem verlässliche Förderstrukturen und hauptamtliche Ansprechpersonen vor Ort gebraucht, die Engagierte unterstützen. Gleichzeitig sollten Zugangsbarrieren abgebaut und auch informelle Formen des Engagements stärker anerkannt werden. Um gezielt unterstützen zu können, ist es zudem wichtig, besser im Blick zu behalten, wer sich beteiligt – und wer bislang außen vor bleibt.






