F.R.A.N.Z. – Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft (Teilprojekt Sozioökonomie)

Projekt

Blühstreifen bieten Nahrung, Rückzugsräume und Brutmöglichkeiten für viele Tierarten. (c) Thünen-Institut/Thomas Schmidt
Blühstreifen bieten Nahrung, Rückzugsräume und Brutmöglichkeiten für viele Tierarten. (© Thünen-Institut/Thomas Schmidt)

Das Verbundprojekt F.R.A.N.Z. entwickelt und erprobt praxistaugliche und wirtschaftlich tragfähige Maßnahmen für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft. Die Begleitforschung widmet sich ökologischen und  sozio-ökonomischen Fragestellungen.

 

Hintergrund und Zielsetzung

Biologische Vielfalt ist eine wichtige Grundlage für intakte Ökosysteme und damit auch für die Landwirtschaft. Mit der weltweit wachsenden Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten ist die Flächenbewirtschaftung allerdings intensiver geworden. Das ist ein Grund, warum die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft abnimmt. Die Ausweisung von Schutzgebieten und verschiedene Agrarumweltmaßnahmen können diesen Trend bislang nicht aufhalten. Das Verbundprojekt F.R.A.N.Z. setzt hier an, um Konzepte zu entwickeln, die wirkungsvolle Naturschutzmaßnahmen und effiziente Bewirtschaftung kombinieren.

Hierzu erproben Naturschützer und Landwirte gemeinsam auf zehn typischen landwirtschaftlichen Demonstrationsbetrieben Maßnahmen, die dem Naturschutz dienen und gleichzeitig praxistauglich und wirtschaftlich tragfähig sein sollen. Die erfolgreich umgesetzten Maßnahmen werden über das Netzwerk der Demonstrationsbetriebe hinaus kommuniziert und verbreitet. Um möglichst viele Landwirte für die Maßnahmen zu gewinnen, braucht es geeignete ordnungs- und förderrechtliche Rahmenbedingungen. Auch hier setzt F.R.A.N.Z. an und gibt Impulse in die Agrar- und Umweltpolitik.

Das Verbundprojekt F.R.A.N.Z. wird unter Federführung der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz gemeinsam mit dem Deutschen Bauernverband durchgeführt. Die Thünen-Institute für Ländliche Räume und für Betriebswirtschaft widmen sich den sozio-ökonomischen Aspekten, das Thünen-Institut für Biodiversität, die Universität Göttingen und das Michael-Otto-Institut im NABU den ökologischen Fragestellungen.
Das Projekt wird ressortübergreifend unterstützt. Die Bundesministerien für Landwirtschaft und für Umwelt haben zudem die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen.

 

Zielgruppe

Ministerien für Landwirtschaft und für Umwelt, Landwirte, Beratung, amtlicher Naturschutz, Agrarverwaltung, EU-Kommission

Vorgehensweise

In dem Teilprojekt „Sozio-ökonomische Begleitforschung“ verfolgen das Thünen-Institut für Ländliche Räume und das Thünen-Institut für Betriebswirtschaft gemeinsam das Ziel, effiziente Biodiversitätsmaßnahmen zu identifizieren und geeignete Beratungs- und Förderkonzepte zu entwickeln.

Konkret sollen die folgenden Kernfragen beantwortet werden:

  • Welche Gründe sind aus betrieblicher Sicht entscheidend für oder gegen die Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen?
  • Wie ist der ökonomische, betriebsstrukturelle und ökologische Status quo auf den Demonstrationsbetrieben? Wie sehen die regionalen und förderrechtlichen Rahmenbedingungen aus?
  • Welche sozioökonomischen Auswirkungen haben die Biodiversitätsmaßnahmen auf den Demonstrationsbetrieben, und inwiefern sind die Ergebnisse auf andere Betriebe und Regionen übertragbar?

Die zehn Demonstrationsbetriebe in ganz Deutschland sind sowohl Ackerbau- als auch Grünlandbetriebe. Die Verteilung innerhalb Deutschlands und die unterschiedliche Betriebsausrichtung spiegeln die regionalen Besonderheiten und die verschiedenen Herausforderungen im Spannungsfeld Landwirtschaft und Naturschutz wider. Um die Maßnahmen auch auf andere Betriebe bundesweit übertragen zu können, wurden für die jeweilige Region typische landwirtschaftliche Betriebe eingebunden.

Jeder Betrieb setzt mehrere Maßnahmen um, die Lebensräume für typische wildlebende Tier- und Pflanzenarten der Agrarlandschaft schaffen und sich gleichzeitig gut in die betrieblichen Abläufe integrieren lassen. Untersucht werden dabei die ökologischen Effekte auf ausgewählte Tier- und Pflanzenarten wie Feldhase, Rebhuhn, Wildbienen und Ackerbeikrautgesellschaften (Teilprojekt „Ökologische Begleitforschung“) sowie die sozio-ökonomischen Auswirkungen auf die teilnehmenden landwirtschaftlichen Betriebe.

Daten und Methoden

Als Datengrundlage für alle ökonomischen Untersuchungen dienen die betriebswirtschaftlichen Kennziffern der Demonstrationsbetriebe, die mithilfe leitfadengestützter Interviews erhoben werden. Tiefergehende Wirkungsanalysen und Szenario-Berechnungen werden mit dem einzelbetrieblichen Simulationsmodell COMPAS erstellt und durch Informationen aus dem Thünen-Atlas ergänzt.

Für Untersuchungen aller weiteren Faktoren und Rahmenbedingungen werden Daten im Austausch mit der Praxis gewonnen und durch Analyse bestehender Literatur und Dokumente gestützt. Dabei werden sowohl Betriebe als auch Akteure in Beratung und Verwaltung im Rahmen von leitfadengestützten Interviews, Gruppendiskussionen und Workshops befragt.

 

Vorläufige Ergebnisse

Im ersten Projektjahr erwarten wir die folgenden Ergebnisse:

  • Studie/Befragungsergebnisse zu Hemmnissen bei der Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen in der Landwirtschaftlichen Praxis (06/2017)
  • Abschluss der Erhebung des ökonomischen Status-quo auf den Demonstrationsbetrieben (11/2017)

Links und Downloads

www.franz-projekt.de

www.thuenen.de/de/institutsuebergreifende-projekte/franz/

 

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Landwirtschaftliche Rentenbank
    (national, privat)

Zeitraum

11.2016 - 12.2019

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: 817 759
Förderprogramm: Innovationsförderung
Projektstatus: läuft