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Ein Holztransporter voll beladen mit Baumstämmen fährt in einem Wald über eine sehr einfache Holzbrücke.
Ein Holztransporter voll beladen mit Baumstämmen fährt in einem Wald über eine sehr einfache Holzbrücke.
Institut für

WF Waldwirtschaft

Projekt

Energetischer Holzverbrauch der privaten Haushalte


Federführendes Institut WF Institut für Waldwirtschaft

© Dominik Jochem

Energetischer Holzverbrauch der privaten Haushalte

Wie viel Holz verbrauchen deutsche Privathaushalte energetisch? Basierend auf einer Befragung von 10.000 Haushalten soll dies empirisch für das Jahr 2020 ermittelt werden. Die gewonnenen Daten integrieren wir in das Modell der Einschlagsrückrechnung.

Hintergrund und Zielsetzung

Um die Rolle der erneuerbaren Energien in der Energiebilanz von Deutschland einordnen zu können, sind qualitätsgeprüfte Daten zum Einsatz biogener Festbrennstoffe in allen relevanten Endenergiesektoren erforderlich. Von Relevanz sind diese Daten außerdem für nationale und internationale Berichtspflichten und um die politischen Instrumente im Wärmesektor evaluieren und weiterentwickeln zu können.

Dem Kalenderjahr 2020 kommt eine besondere Bedeutung zu: Es ist zum einen das Zieljahr, in dem alle Mitgliedsstaaten das jeweilige nationale, in der EU-RL 2009/28/EG verankerte Ausbauziel erneuerbarer Energien erfüllen müssen. Zum anderen ist es das Basisjahr für die Energieberichterstattung der Periode 2020 bis 2030 im Rahmen des Governance-Systems für die Energieunion und für den Klimaschutz (EU-Verordnung 1999/2018). Mit diesem Forschungsprojekt sollen daher qualitätsgesicherte empirische Daten zur Verfügung gestellt werden.

Zielgruppe

Politik, Wissenschaft

Vorgehensweise

Als Grundlage dient eine repräsentative Erhebung des Energieholzverbrauchs in privaten Haushalten. Die Datenerhebung für das Jahr 2020 wird mittels einer Panelbefragung von ca. 10.000 Haushalten durchgeführt. Auf Basis dieser Stichprobe rechnen wir dann den Energieholzverbrauch für alle Haushalte in Deutschland hoch. Mit den Ergebnissen werden dann Einflussfaktoren auf den Energieholzverbrauch in privaten Haushalten in Deutschland untersucht. Ausgehend von Detailerhebungen im Rahmen des „Rohstoffmonitorings Holz“ zum Energieholzverbrauch in Privathaushalten für die Jahre 2005, 2010, 2014 und 2018 werden wir/können wir so die bestehende Zeitreihe überprüfen und bis zum Jahr 2020 aktualisieren.

Ergebnisse

Ein wesentliches Ergebnis der vorliegenden Studie ist, dass im Jahr 2020 in insgesamt 5,5 Mio. Wohnungen Brennholzsortimente zum Heizen verwendet wurden. Es zeigt sich ferner, dass 1,08 Mio. Wohnungen bzw. rund jede fünfte mit Holz beheizte Wohnung über eine Holzzentralheizung verfügte. Die übrigen 4,4 Mio. mit Holz beheizten Wohnungen verfügten über keine Holzzentralheizung.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass im Jahr 2020 in jeder mit Holz beheizten Wohnung im Durchschnitt 5,08 m³ Holz eingesetzt wurden. Wird der Einsatz differenziert nach Brennholzsortimenten betrachtet, zeigen sich teilweise große Unterschiede. So ist der durchschnittliche Einsatz pro Wohnung mit 5,46 m³ bei den Holzpellets aufgrund des häufigen Einsatzes in Zentralheizungen am größten, gefolgt von Waldscheitholz mit Rinde (4,14 m³). Der Verbrauch pro Wohnung in den restlichen Brennholzsortimenten liegt jeweils zwischen 2,35 m³ für Waldscheitholz ohne Rinde und 0,38 m³ für Anzündholz. 

Insgesamt wurden im Jahr 2020 in den Wohnungen 26,95 Mio. m³ Holzbrennstoffe eingesetzt. Dieser Wert ist mit einem statistischen Fehler behaftet. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % liegt der „wahre“ Wert zwischen 23,76 Mio. m³ und 30,14 Mio. m³. Von den 26,95 Mio. m³ Holzbrennstoffen wurden 18,10 Mio. m³ in mit Holz beheizten Wohnungen ohne Holzzentralheizung und 8,85 Mio. m³ in Wohnungen mit Holzzentralheizung eingesetzt.

Beteiligte externe Thünen-Partner

Geldgeber

  • Umweltbundesamt (UBA)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

12.2020 - 4.2022

Weitere Projektdaten

Projektfördernummer: 37EV 20 101 1
Projektstatus: abgeschlossen

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