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Mischwald in Thüringen
© Andreas Bolte
Drohnenaufnahme eines Mischbestandes.
Institut für

WO Waldökosysteme

Der Waldboden ist Boden des Jahres 2024

Mit dem Waldboden stehen im Jahr 2024 der Schutz und die Ökosystem-Leistungen des Waldes und seiner Böden im Fokus. Mit der Wahl möchten die Initiatoren eine intensive gesellschaftliche Debatte über den Schutz und die Nutzung des Waldbodens im Klimawandel anstoßen.

Der Waldboden war zu Gast auf der Grünen Woche in Berlin

Den ersten Auftritt im neuen Jahr hatte der Waldboden auf der Grünen Woche am 20.1.24 in Berlin.
Dr. Nicole Wellbrock (Thünen-Institut), Prof. Dr. Karl-Heinz Feger (TU Dresden) und Prof. Dr. Winfried Riek (HNE Eberswalde) stellten dem interessierten Publikum die vielfältigen Leistungen des Waldbodens vor und beantworteten Fragen zur Entstehung und dem Aussehen unserer Waldböden.

Festveranstaltung im BMEL

Zum Auftakt fand am 5. Dezember 2023, dem Weltbodentag, ein feierlicher Festakt im Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin statt. Dort wurde der Waldboden der Öffentlichkeit vorgestellt.

Bundesminister Cem Özdemir hat die Schirmherrschaft übernommen und sprach ein Grußwort.

Vertreter der Waldbesitzenden, der Forschung, der Forstverwaltung und des Naturschutzes sprachen in einer Podiumsdiskussion über ihre Sichtweise auf den Waldboden. Das Publikum hatte Gelegenheit sich per Online-Chat zu beteiligen.

Die Mitschnitte der Veranstaltung sowie die Vorträge können Sie unter https://boden-des-jahres.de/weltbodentag-2023/ downloaden.

Der Waldboden ist besonders schützenswert

Bis vor etwa 5.000 Jahren waren mehr als 90 % der Fläche Deutschlands von Wäldern bedeckt. Durch die ackerbauliche Nutzung ist der Anteil deutlich zurückgegangen. Wälder befinden sich heute meist auf nährstoffärmeren und steinreicheren Böden, dies macht sie besonders sensibel für externe Einflussfaktoren.

Ohne gesunden Waldboden kein gesunder Wald

Seit Beginn der Industrialisierung bis zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts wurde der Waldboden durch eine flächendeckende Versauerung des Oberbodens, durch Eintrag von Schwermetallen und durch Nährstoffverarmung geschädigt. Diese Stressfaktoren konnten durch verschiedene Maßnahmen vermindert werden, doch ein Grund zum entspannten Zurücklehnen ist das nicht. Heute wird der Waldboden durch ein Stickstoffüberangebot im Niederschlag, Trockenstress sowie Kahlflächen durch absterbende Bäume stark beeinträchtigt.

Der Klimawandel ist sehr viel schneller in Deutschland angekommen als erwartet und trifft den Wald sehr massiv. Auf einer Fläche so groß wie das Saarland sind die Wälder durch Trockenstress und Baumkrankheiten abgestorben. Es sind Kahlflächen entstanden, und aus dem Waldboden werden in großem Umfang Pflanzennährstoffe ausgewaschen und das Treibhausgas Kohlendioxid freigesetzt.

Für einen gesunden Waldboden sind Luftreinhaltung und Bodenschutzkalkung wichtige unterstützende Maßnahmen. Wie wirksam das sein kann, haben die Maßnahmen bei Kohlekraftwerken und in der Schwerindustrie zur Minderung der atmosphärischen Schwefeleinträge exemplarisch gezeigt.

Viele Leistungen werden vom Wald erbracht

Waldböden sind nicht nur Standortfaktor für Bäume, sondern spielen für die Biodiversität von verschiedenen Lebewesen eine wichtige Rolle. Darüber hinaus sind sie ein wichtiger Kohlenstoffspeicher. Als Folge der jährlich anfallenden Streu bildet der Waldboden mithilfe der Bodentiere und Mikroorganismen eine Humusauflage, die als Teil des natürlichen Stoffkreislaufs die Bäume mit Nährstoffen versorgt. Durch Humusbildung speichern Waldböden hohe Mengen an organischem Kohlenstoff und stabilisieren das Klima. Die Humusauflage kann allerdings durch Bewirtschaftungsfehler zerstört werden.

Auch sauberes Trinkwasser wird durch die Filter- und Pufferfunktion der Waldböden bereitgestellt.  Eine gleiche Leistung besteht für Einträge aus der Luft. Das heißt aber auch, das Nähr- und Schadstoffe im Wald gespeichert werden.

Monitoring ist entscheidender Faktor zum Waldverständnis

Viele Daten zum Waldbodenzustand stammen aus den Monitoring-Programmen des Thünen-Instituts für Waldökosysteme. Sie werden als Bund-Länder-Gemeinschaftaufgabe durchgeführt. Zurzeit findet die dritte Bodenzustandserhebung im Wald statt – die erste war 1990. Durch diese regelmäßigen Wiederholungen lässt sich erkennen, wie sich der Zustand im Lauf der Jahrzehnte verändert.
Die Thünen-Institute haben seit 2021 mit dem Monitoring von Moorböden begonnen, um den Zustand und das Klimapotenzial der Moorböden Deutschlands besser abschätzen zu können. Dazu zählen auch Flächen, die mit Wald bestanden sind (Waldmoorböden). Die Ergebnisse fließen schon jetzt in verschiedene nationale und internationale Projekte und Programme zum Moorbodenschutz ein und werden bundesweit für waldbauliche Maßnahmen und deren Effizienzkontrolle eingesetzt. Auch die Risken des Klimawandels für den Waldboden und mögliche Potenziale für den Klimaschutz können abgeleitet werden, um nationale und internationale Berichtspflichten zu erfüllen.

Weitere Informationen

Auf www.boden-des-jahres.de finden sie viele Hintergrund-Informationen zu Waldböden und Termine wie öffentliche Veranstaltungen.

Auf https://boden-des-jahres.de/english/ finden sie englischsprachige Informationen einschließlich einer 12 seitigen Broschüre zum Waldboden auf Englisch.

Auf https://twitter.com/ThunenW berichten wir über Aktivitäten zum Boden des Jahres 2024.

Auf https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/pflanzenbau/bodenschutz/boden-wald.html gibt das BMEL Informationen zum Waldboden.

Die Aktion „Boden des Jahres 2024 – Waldboden“ ist eine gemeinsame Initiative des Thünen-Instituts für Waldökosysteme und des Kuratoriums Boden des Jahres der bodenkundlichen Fachverbände DBG (www.dbges.de), BVB (www.bvboden.de) und ITVA (www.itv-altlasten.de).

Die Poster und Flyer werden vom Umweltbundesamt bereitgestellt.

Ansprechpersonen

Dr. Nicole Wellbrock, Leiterin Bodenschutz und Waldzustand

­­nicole.wellbrock@thuenen.de


Gerhard Milbert, Kuratorium Boden des Jahres www.boden-des-jahres.de

gmilbert@boden-des-jahres.de

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