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Mischwald in Thüringen
Drohnenaufnahme eines Mischbestandes.
Institut für

WO Waldökosysteme

Internationaler Tag des Waldes

Vor über 40 Jahren wurde das Internationale Kooperationsprogramm Wälder (ICP Forests) gegründet. Seitdem wird europaweit gemessen, wie sich Luftverschmutzung auf Wälder auswirkt. Bei uns am Thünen-Institut für Waldökosysteme laufen im Programmkoordinierungszentrum (PCC) alle Daten zusammen.

Depositions- und Streufallsammler auf einer Level-II-Fläche unter Kiefer
© Thünen-Institut WO/Öko

Luftverschmutzung gefährdet nicht nur die Gesundheit von Menschen, sondern wirkt sich auch auf Wälder aus. Welche Folgen das für die Bäume hat, untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Thünen-Institut für Waldökosysteme. Als Teil des Forschungsprogramms ICP Forests leitet der Thünen-Forschende Kai Schwärzel das Programmkoordinierungszentrum in Eberswalde. Dort laufen die europaweiten Daten zum Waldmonitoring zusammen und werden ausgewertet. Auf Grundlage der Ergebnisse können Politikerinnen und Politiker Entscheidungen im Sinne der Genfer Luftreinhaltekonvention treffen. Bei den jährlichen Treffen der UNECE Air Convention in Genf stellt Kai Schwärzel den aktuellen Statusbericht vor, so auch nächste Woche beim Extended Bureaux Meeting. 

Die neusten Ergebnisse aus Langzeitmessungen in europäischen Wäldern zeigen, dass die Luftreinhaltemaßnahmen der vergangenen Jahrzehnte erfolgreich waren. So sind etwa die Schwefeleinträge aus der Luft im Osterzgebirge seit den 1970er Jahren um mehr als 94 Prozent zurückgegangen. Das hat auch die Nährstoffbalance in den Wäldern verändert. „Pflanzen brauchen Schwefel, um ihren Stoffwechsel und Abwehrmechanismen zu erhalten. Deshalb ist es wichtig, die Versorgung unserer Wälder mit Schwefel und anderen Nährstoffen zu beobachten und gezielt zu unterstützen“, erklärt Kai Schwärzel. Seit den 1990er-Jahren liefert das ICP-Forests-Netzwerk Daten zur Nährstoffzusammensetzung der Baumblätter und -nadeln und stellt damit einen der weltweit hochwertigsten Langzeitdatensätze zum Ernährungszustand europäischer Wälder bereit. 

Das Internationale Kooperationsprogramm ICP Forests wurde 1985 gegründet. Ziel ist es, der Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit Informationen über den Zustand der Wälder zugänglich zu machen – auf Basis hochwertiger und frei verfügbarer Daten. In rund 6.000 Testgebieten in 40 europäischen Ländern, plus USA und Kanada, erfassen Forschende dafür den Zustand der Wälder mit einheitlichen Methoden. Darüber hinaus unterstützt das Team des Programmkoordinierungszentrums die Expertengremien bei Fachfragen und Konferenzen und bringt seine Expertise in internationalen Studien ein.

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