

Institut für
LV Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen
Projekt
Abbildung regionaler landwirtschaftlicher Stickstoffflüsse für die Gewässer- und Klimaschutzpolitik (RELAS II)

Abbildung regionaler landwirtschaftlicher Stickstoffflüsse für die Gewässer- und Klimaschutzpolitik
Das Wirkungsmonitoring zur Düngeverordnung soll die zentrale Maßnahme werden, um die Effektivität des zentralen düngerechtlichen Instruments zu überprüfen. Mit RELAS II setzen wir dessen Aufbau fort.
Hintergrund und Zielsetzung
Der Europäische Gerichtshof hat die Bundesrepublik Deutschland 2018 wegen mangelnder Umsetzung der Nitratrichtlinie verurteilt (Rechtssache C-543/16). Viele Gebiete in Deutschland weisen Nitratgehalte im Grundwasser über dem gesetzlichen Schwellenwert von 50 mg/l auf. Die Auflagen für das Düngemanagement in der Landwirtschaft wurden 2020 durch die Novellierung der Düngeverordnung verschärft. Um frühzeitig Nachsteuerungsbedarf für die nitratbelasteten Gebiete zu erkennen bzw. eine negative Entwicklung auf den bislang unbelasteten Gebieten zu verhindern, soll in Deutschland ein flächendeckendes Monitoringsystem eingerichtet werden, das in kurzen Abständen Aussagen zur Effektivität der getroffenen Maßnahmen ermöglicht: das Monitoring zur Düngeverordnung (kurz: Wirkungsmonitoring).
Im Vorläuferprojekt RELAS haben wir begonnen, das Wirkungsmonitoring aufzubauen. Zum einen haben wir dafür eine umfassende Datenbank eingerichtet, die unter anderem mit Agrarverwaltungsdaten gespeist wird. Zum anderen wurde der Modellverbund AGRUM Deutschland, an dem wir mit dem Regionalisierten Agrar- und Umweltinformationssystem für Deutschland (RAUMIS) beteiligt sind, für die Anwendung im Rahmen des Wirkungsmonitorings weiterentwickelt. Auf Grundlage der mit AGRUM modellierten Nährstoffeinträge in die Gewässer kann die mittel- bis langfristige Wirkung von Minderungsmaßnahmen abgeschätzt werden.
Im Projekt RELAS II führen wir die Arbeiten aus RELAS fort. Wir konzentrieren uns darauf, die Datenbank weiter auszubauen, um den zeitlichen Verlauf der Nährstoffbelastung mit Stickstoff und Phosphor anhand von Zeitreihen darstellen zu können. Außerdem entwickeln wir den Modellverbund AGRUM mit dem Ziel einer noch präziseren Abbildung der Nährstoffflüsse weiter, indem wir zum Beispiel den ökologischen Landbau explizit berücksichtigen.
Zielgruppe
Politische Entscheidungsträger (Europäische Kommission, Bund, Länder), land- und wasserwirtschaftliche Fachbehörden, landwirtschaftliche Betriebsleiter, Umweltverbände, Bauernverband, interessierte Fachöffentlichkeit.
Vorgehensweise
Wie schon das Vorläuferprojekt RELAS wird auch RELAS II am Thünen-Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen koordiniert. Es gliedert sich in folgende Teilaufgaben:
- Fortführung und Erweiterung der Datenbank
- Fortführung der Modellierung der Nährstoffflüsse durch den Modellverbund AGRUM sowie dessen methodische Verbesserung, u. a. hinsichtlich der expliziten Berücksichtigung des ökologischen Landbaus in der Nährstoffbilanzierung (Thünen-Institut) und der Verweilzeiten des Sickerwassers in Grundwasserdeckschichten (Projektpartner).
- Bereitstellung von Ergebnissen für die Öffentlichkeit, Zuarbeit zur jährlichen Berichterstellung für die Europäische Kommission.
Die Vielzahl an Eingangs- und Ergebnisdaten wird in der zentralen Datenbank am Thünen-Institut zusammengeführt und verwaltet. Für die Verstetigung des Monitorings werden Routinen entwickelt, die wiederkehrende Datenauswertungen, Analysen und Zuarbeiten für Berichte der Bundesrepublik Deutschland an die Europäische Kommission erlauben und sowohl Behörden als auch der Öffentlichkeit detaillierte Umweltinformationen zur Nährstoffsituation zur Verfügung stellen.
Daten und Methoden
Als Datengrundlage werden – soweit möglich – Daten aus folgenden Quellen akquiriert, aufbereitet und zusammengeführt:
InVeKoS (Integriertes Verwaltungs- und Kontrollsystem), HIT-Datenbank, Testbetriebsstatistik, Tierseuchenkasse, Daten aus dem Verwaltungsvollzug der Düngeverordnung, der Wirtschaftsdünger-Verbringungsverordnung, der Klärschlammverordnung und der Bioabfallverordnung.
Thünen-Ansprechperson

Thünen-Beteiligte
- Brandes, ElkeLV Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen
- Engelke, MarcusLV Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen
- Eysholdt, MaxLV Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen
- Lembke, HannahLV Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen
- Lembke, HannahLV Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen
- Löw, PhilippLV Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen
- Traylor, WolfgangLV Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen
Beteiligte externe Thünen-Partner
-
Forschungszentrum Jülich
(Jülich, Deutschland) -
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
(Berlin, Deutschland)
Geldgeber
-
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
(national, öffentlich)
Zeitraum
9.2025 - 12.2027
Weitere Projektdaten
Projektfördernummer: FKZ 2825ABS001
Projektstatus:
läuft




