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Institut für

FI Fischereiökologie

Gefördert durch den Europäischen Meeres- und Fischereifonds der Europäischen Union

Projekt

DCF-Bodenfische: Munitionsaltlasten beeinflussen Fische in der Ostsee


Federführendes Institut FI Institut für Fischereiökologie

© Thomas Lang

Untersuchungen zur Bedeutung der Schadstoffbelastung aus versenkter Munition in der Ostsee für Bodenfischarten

Die großen Mengen von konventioneller Munition, die zum Teil offen am Meeresgrund der Ostsee liegen und schon jetzt Verbindungen wie Trinitrotoluol (TNT) freisetzen, bereiten Anlass zur Sorge und werfen die Frage auf, ob Populationen von dort vorkommenden Fischarten bedroht sind.

Hintergrund und Zielsetzung

Die seit Jahrzehnten im Salzwasser der Ostsee lagernden Munitionskörper sind einem stetigen Verfall ausgesetzt, mit der Konsequenz, dass die darin enthaltenen Sprengstoffe in das umgebende Wasser entweichen können. Sprengstoffe, wie TNT, welche nachweislich akut toxisch sowie genotoxisch für Fische sind. Daraus ergibt sich ein großes potentielles Risiko für Organismen, die mit den Sprengstoffverbindungen in Kontakt kommen, wie zum Beispiel bodenlebende Plattfische. Im Zuge der fortschreitenden Korrosion der Munitionskörper sind die Auswirkungen auf den Bestand von Bodenfischen ungeklärt.

Aus diesem Grund arbeitet das Thünen-Institut für Fischereiökologie in diesem Pilot-Projekt daran, erstmals Aussagen zur Belastung von Plattfischarten wie Kliesche, Scholle oder Flunder mit TNT und toxischen Abbauprodukten zu treffen. Anhand der Ergebnisse soll so der mögliche Einfluss von Sprengstoffverbindungen auf den Bestand von Bodenfischarten beurteilt werden.

Vorgehensweise

Plattfische aus der Nähe von Munitionsversenkungsgebieten und aus Vergleichgebieten sollen mit LC-MS auf TNT und seine Metaboliten untersucht werden. Hierbei kommt eine von uns speziell entwickelte Analysemethode für Explosivstoffe zum Einsatz mit der sowohl bekannte als auch unbekannte TNT-Metabolite gemessen werden können. Die Probennahme und Analytik erfolgt in Zusammenarbeit und Abstimmung mit Munitionsexperten aus dem DAIMON Projekt.

Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen bisher, dass TNT und seine Metabolite sowie andere Explosivstoffe in der Gallenflüssigkeit von Fischen (Klieschen) nachweisbar sind, die in der Nähe von bekannten Munitions-Versenkungsgebieten gefangen wurden. Fische aus Vergleichsgebieten sind dagegen wenig oder gar nicht belastet.

Damit liegen die notwendigen chemisch-analytischen Methoden vor, um ein Monitoring von munitionstypischen Verbindungen in Fischen durchzuführen.

Links und Downloads

Project brief

Zeitraum

11.2019 - 12.2020

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: Gefördert durch den Europäischen Meeres- und Fischereifonds der Europäischen Union
Projektstatus: abgeschlossen

Geldgeber

Gefördert durch den Europäischen Meeres- und Fischereifonds der Europäischen Union

Publikationen

  1. 0

    Kammann U, Koske D, Schmidt N (2021) Investigations on the importance of contamination from dumped munitions in the Baltic Sea for bottom-dwelling fish species. Bremerhaven: Thünen Institute of Fisheries Ecology, 1 p, Project Brief Thünen Inst 2021/06a, DOI:10.3220/PB1613387762000

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn063348.pdf

  2. 1

    Kammann U, Koske D, Schmidt N (2021) Untersuchungen zur Bedeutung der Schadstoffbelastung aus versenkter Munition in der Ostsee für Bodenfischarten. Bremerhaven: Thünen-Institut für Fischereiökologie, 1 p, Project Brief Thünen Inst 2021/06, DOI:10.3220/PB1613387007000

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn063347.pdf

  3. 2

    Koske D, Straumer K, Goldenstein N, Hanel R, Lang T, Kammann U (2020) First evidence of explosives and their degradation products in dab (Limanda limanda L.) from a munition dumpsite in the Baltic Sea. Mar Pollut Bull 155:111131, DOI:10.1016/j.marpolbul.2020.111131

    https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn062234.pdf

  4. 3

    Koske D, Goldenstein N, Kammann U (2019) Nitroaromatic compounds damage the DNA of zebrafish embryos (Danio rerio). Aquatic Toxicol 217:105345, DOI:10.1016/j.aquatox.2019.105345

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