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Ökologischer Betrieb
Ökologischer Betrieb
Institut für

BW Betriebswirtschaft

Projekt

Ökonomische Bewertung von Maßnahmen zur Erhöhung der Lebensmittelsicherheit von tierischen Produkten entlang der Warenkette


Federführendes Institut BW Institut für Betriebswirtschaft

Hühner
© Europäische Kommission

Ökonomische Bewertung von Maßnahmen zur Erhöhung der Lebensmittelsicherheit von tierischen Produkten entlang der Warenkette

Infektionskrankheiten, die zwischen Tieren und Menschen übertragbar sind, so genannte Zoonosen haben in den vergangenen Jahren weltweit an Bedeutung gewonnen. Als Gründe hierfür werden unter anderem die zunehmende Mobilität und der wachsende globale Handel aufgeführt. Neben gesundheitlichen Schäden können Zoonosen auch bedeutende wirtschaftliche Auswirkungen haben.

Hintergrund und Zielsetzung

Im Arbeitsbereich Lebensmittelsicherheit des Thünen-Instituts für Betriebswirtschaft untersuchen wir die Kosten- und Nutzeneffekte von Maßnahmen zur Erhöhung der Lebensmittelsicherheit von tierischen Produkten entlang der Warenkette.

Vorgehensweise

Der Schwerpunkt unserer Analysen liegt (zunächst) auf bakteriellen Erregern, wie Campylobacter, bei Geflügelfleisch. Campylobacter-Bakterien lösen beim Menschen eine Darmerkrankung aus, welche als Campylobakteriose bezeichnet wird. Campylobakteriosen haben sich in den letzten Jahren zu den häufigsten zoonotischen Infektionen entwickelt und sind mittlerweile deutlich häufiger als Salmonellosen. Schätzungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zufolge kann die Mehrheit der Campylobacter-Fälle auf das Huhn als Keim-Reservoir zurückgeführt werden. Dabei wird frisches Geflügelfleisch als die bedeutendste Quelle von humanen Campylobacter-Infektionen angesehen. Aufgrund dieser Gegebenheiten werden das Gefährdungspotenzial und die Sicherheitsaspekte von Campylobacter in der Warenkette für Geflügelfleisch untersucht.

Hierbei arbeiten wir eng mit dem Max Rubner-Institut (MRI) für Sicherheit und Qualität bei Fleisch zusammen. Wir untersuchen die Kosten von Präventionsmaßnahmen auf landwirtschaftlichen Betrieben und Schlachthöfen, welche das Risiko lebensmittelbedingter Erkrankungen reduzieren können. Beispiele für Präventionsmaßnahmen auf landwirtschaftlichen Betrieben sind erhöhte Hygienemaßnahmen und der Verzicht auf Mastverfahren mit Vorfang bzw. Splitting. Auf Ebene des Schlachthofs kann eine chemische Dekontaminierung, das Einfrieren der Schlachtkörper oder die UV-Bestrahlung zu einer Reduzierung von Campylobacter-Bakterien führen. Einige Methoden sind zwar in Deutschland aktuell nicht zugelassen, werden aber in anderen Ländern zum Teil angewendet.

Daten und Methoden

Für aktuelle Erkenntnisse über die Effektivität und Effizienz von Maßnahmen in der Reduzierung der Campylobacter-Prävalenz und deren Kosten werden neben einer systematischen Literaturanalyse auch Interviews und Workshops mit Vertreter*innen von Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft durchgeführt. Die Ergebnisse werden in ein Simulationsmodell zur Kosten-Nutzenanalyse überführt.  Hiermit werden die einzelnen Maßnahmen untersucht und zusätzlich die gesamtgesellschaftlichen Effekte verschiedener Maßnahmenkombinationen ermittelt.

Beteiligte externe Thünen-Partner

Zeitraum

7.2022 - 6.2026

Weitere Projektdaten

Projektstatus: läuft

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