Auswirkungen des Exports von Fleisch- und Milchprodukten auf Entwicklungsländer

Projekt

Äthiopien Geflügelverkäufer (c) Michael Welling
(© Michael Welling)

Auswirkungen des Exports von Fleisch- und Milchprodukten auf Entwicklungsländer

Deutsche Exporte von Nutztiererzeugnissen nach Afrika stehen wiederholt in der Kritik. Wie sich diese Exporte tatsächlich auf die einheimische Geflügel- und Milchproduktion auswirken, untersuchen wir am Beispiel von Ghana und Senegal.

Hintergrund und Zielsetzung

Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Effekte deutscher und europäischer Exporte auf die Agrarsektoren in zwei afrikanischen Ländern zu untersuchen, die große Mengen an Geflügel- und Milchprodukten aus Deutschland importieren. Auf dieser Grundlage sollen Maßnahmen vorgeschlagen und analysiert werden, mit denen mögliche unerwünschte Effekte der Exporte vermieden oder reduziert werden können. Für eine differenzierte Analyse stellen sich folgende Fragen: Was genau wird exportiert? Wie viel wird exportiert? Was bewirken die Exporte vor Ort? Wie wettbewerbsfähig ist die lokale Geflügel- und Milchproduktion? Mit welchen Maßnahmen können mögliche negative Effekte der deutschen bzw. europäischen Exporte vermieden werden?

Aus Deutschland werden vor allem Geflügelfleisch, Milch und Milchprodukte nach Afrika ausgeführt. Daher soll der Fokus der geplanten Forschung auf dem Handel mit diesen Produkten liegen.

Basierend auf unseren Vorarbeiten im Projekt PrimeA zur Nachfrage nach importiertem Geflügelfleisch in Ghana berücksichtigen wir in diesem Projekt zusätzliche Aspekte. Daher weiten wir unsere Verbraucheranalysen in Ghana auf Milchprodukte aus und führen darüber hinaus Verbraucherbefragungen zu Geflügel- und Milchprodukten im Senegal durch. Zusätzlich werden die Produktionsseite und die Wertschöpfungsketten berücksichtigt. Unter Nutzung des globalen Netzwerks agri benchmark erheben wir Datensätze typischer landwirtschaftlicher Betriebe und setzen diese in den internationalen Kontext. Basierend auf diesen Ergebnissen erarbeiten wir Maßnahmen zur Vermeidung oder Reduzierung möglicher unerwünschter Effekte deutscher bzw. europäischer Exporte.

 

 

Vorgehensweise

In diesem Projekt untersuchen wir die oben genannten Fragestellungen in den Bereichen Politik, Produktionstechnik, Wertschöpfungsketten und Verbraucherpräferenzen. Zu diesem Zweck haben wir das Projekt in fünf Arbeitspakete geteilt:

  1. Wir untersuchen im ersten Arbeitspaket die Handelsströme von Geflügelfleisch und Milch aus Deutschland in die Projektländer Ghana und Senegal. Zu diesem Zweck bereiten wir die erforderlichen Daten auf und analysieren sie im Hinblick auf die Entwicklungen von Produktion und Nachfrage. Zusätzlich werden die bestehenden Agrar- und Handelspolitiken in Ghana und Senegal dargestellt.
  2. In diesem Arbeitspaket erheben wir unter Nutzbarmachung des globalen Netzwerks agri benchmark Datensätze typischer Betriebe für die Erzeugung von Geflügelfleisch und von Milch und ihre Produktionssysteme, Leistungen, Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Kontext in Ghana und Senegal.
  3. In diesem Arbeitspaket analysieren wir lokale Wertschöpfungsketten in Ghana und im Senegal. Hier geht es vor allem um die Organisation und die Infrastruktur sowie um Vermarktungswege und die Wertschöpfung von einheimischen und importierten Produkten. Da es dazu bislang kaum Informationen gibt, erheben wir die notwendigen Informationen durch qualitative Befragungen vor Ort.
  4. Entscheidend für den Import von Geflügelfleisch und Milchprodukten sind die Verbraucherinnen und Verbraucher in Ghana und Senegal – hier vor allem deren Einstellungen und Präferenzen in Bezug auf heimische und importierte Fleisch- und Milchprodukte. Die für das Projekt relevanten Daten erheben wir mit quantitativen Methoden.
  5. Die institutionellen Rahmenbedingungen in Deutschland, in Ghana und im Senegal sind für den Handel und die daraus folgenden Markteffekte von grundlegender Bedeutung. Daher stellen wir die verschiedenen politischen Maßnahmen der jeweiligen Länder gegenüber und unterziehen sie einer Wirkungsanalyse. Hier gehen wir der Frage nach, welche Maßnahmen notwendig sind, um mögliche unerwünschte Effekte der Exporte zu vermeiden oder zu mindern.

 

Unsere Forschungsfragen

  • Welches Ausmaß und welche Bedeutung haben die Importe von Nutztierprodukten in Afrika?
  • Wie stellen sich die Situation und die Perspektiven der Produktion in ausgewählten Ländern Afrikas im internationalen Kontext dar?
  • Wie sind die Wertschöpfungsketten in den afrikanischen Zielländern organisiert, und wie gestalten sich Produktflüsse einheimischer und importierter Produkte?
  • Welche Kenntnisse, Einstellungen, Erwartungen und Präferenzen haben Konsumentinnen und Konsumenten in den afrikanischen Zielländern in Bezug auf heimische und importierte Produkte?
  • Welche handels- und agrarpolitischen Maßnahmen existieren bereits? Welche Wirkung hätten verschiedene geänderte politische Maßnahmen auf die Märkte und Akteure?

Vorläufige Ergebnisse

Erste Ergebnisse erwarten wir 2020/2021.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Geldgeber

  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
    (national, öffentlich)

Zeitraum

1.2019 - 12.2021

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektfördernummer: 28N1800017
Projektstatus: läuft

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 0