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Landwirtschaftlichen Strukturwandel in Europa erklären, prognostizieren und mit dem Europäischen Angebotsmodell IFM-CAP verknüpfen

Projekt

Landwirtschaft von oben (c) Thünen-Institut
(© Thünen-Institut)

Verbesserung und Erweiterung des IFM-CAP Modells - Implementierung einer Verknüpfung mit dem Strukturwandelmodul

Die EU-Kommission erstellt jährlich Projektionen zur zukünftigen Entwicklung der Landwirtschaft und des Agrarsektors, um Trends frühzeitig zu erkennen. In den bisherigen Projektionen spielte die Abbildung der landwirtschaftlichen Betriebsstrukturen noch eine untergeordnete Rolle. Eine stärkere Berücksichtigung der Betriebsstrukturen würde die Güte der Projektionen erhöhen. Dies gilt insbesondere nach der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) von 2013. Die Auswirkungen des „Greening“ der ersten Säule hängen von der Ausrichtung des landwirtschafltichen Betriebs ab, ob er zum Beispiel als Gründlandbetrieb eher Milch produziert oder als Ackberbaubetrieb Getreide. Projektziel ist es, die Einflussfaktoren auf die Ausrichtung der Betriebe zu identifizieren, um zukünftige Entwicklungen zu projizieren.

Hintergrund und Zielsetzung

Um die zukünftige Entwicklung auch auf Basis von Betriebsgruppen in der EU darstellen zu können, ist es notwendig, den Strukturwandel in der Landwirtschaft zu prognostizieren. Ziel des Projekts ist es, eine Methode und ein darauf aufbauendes Anwendungsprogramm für die EU-Kommission zu erarbeiten, mit dessen Hilfe die landwirtschaftliche Betriebsstruktur über einen kurz- bis mittelfristigen Zeitraum prognostiziert wird. Dafür werden regionale wie globale Einflussfaktoren untersucht. Die Ergebnisse werden in das  Angebotsmodellierungsmodell IFM-CAP implementiert.

Vorgehensweise

Als erstes untersuchen wir, welche Prozesse bezüglich der Größe und Spezialisierung von Betrieben für den landwirtschaftlichen Strukturwandel relevant sind. Um das zu erreichen, definieren wir länder-spezifische Betriebsgruppen für alle EU-Länder. Auf dieser Datengrundlage wollen wir eine bereits angewendete Methode aus der Verbraucherforschung zur Schätzung des landwirtschaftlichen Strukturwandels von Betriebsebene auf die regionale Ebene übertragen. Möglichst alle Regionen der EU-Mitgliedsstaaten sollen dafür in die Analyse einfließen.

Daten und Methoden

Als wichtigste Datengrundlage dient das Informationsnetz landwirtschaftlicher Buchführungen (Farm Accountancy Data Network, FADN) der EU, auch bekannt als das EU-Testbetriebsnetz. Zusätzlich nutzen wir Daten vom Statistischen Amt der EU (EUROSTAT) und des Common Agricultural Policy Regionalized Impact (CAPRI)-Modells für die Ermittlung von Einflussfaktoren.
Als Schätzmethode wenden wir das „Multiplicative Competitive Interaction“-Modell (MCI) an, einen Ansatz, der die Entwicklung der Betriebsspezialisierung als eine Veränderung der Attraktivität einzelner Produktionsmöglichkeiten interpretiert und erklärt.

Unsere Forschungsfragen

  • Welche Betriebsgruppen sind wettbewerbsfähiger und prägen die landwirtschaftliche Struktur in der Zukunft?
  • Welche Faktoren bestimmten die Entwicklung von Betriebsspezialisierungen in den vergangenen 20 Jahren?
  • Hat die Ausgestaltung der Agrarpolitik einen signifikanten Einfluss?
  • Wie unterscheidet sich der landwirtschaftliche Strukturwandel zwischen den analysierten Mitgliedsstaaten?
  • Wie stark ist der Einfluss regional unterschiedlicher Variablen auf den Strukturwandel?
  • Welchen Einfluss hat die explizite Berücksichtigung des landwirtschaftlichen Strukturwandels auf das Angebotsmodell IFM-CAP?

Erwartete Ergebnisse

Die Erstellung und Analyse der länder-spezifischen Betriebsgruppen ergeben ein deutlich detaillierteres Bild über den landwirtschaftlichen Strukturwandel in der EU. Die zusätzliche Berücksichtigung nicht mehr aktiver Betriebe in einer nicht-aktiven Betriebsgruppe verspricht zukünftig einen weiteren Teil des landwirtschaftlichen Strukturwandels - Betriebsaufgabe - gleichzeitig zu analysieren. Daraus lässt sich vermutlich auch aproximieren, wie sich die Anzahl der Betriebe insgesamt entwickeln kann.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

3.2016 - 5.2017

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: in Planung

Publikationen zum Projekt

Anzahl der Datensätze: 1

  1. Neuenfeldt S, Rieger J, Heckelei T, Gocht A, Ciaian P, Tetteh G (2018) A multiplicative competitive interaction model to explain structural change along farm specialisation, size and exit/entry using Norwegian farm census data [online]. IAAE, 20 p, zu finden in <http://ageconsearch.umn.edu/record/277090/files/886.pdf> [zitiert am 16.10.2018]