Federführendes Institut

Stellvertretende Institutsleitung

Sekretariat

Annette Pontillo
Institut für Ökologischen Landbau

Trenthorst 32
23847 Westerau
Telefon: +49 4539 8880 0
ol@thuenen.de



Mastversuch Futterstruktur

Projekt

 (c) Thünen-Institut/Lisa Baldinger

Effekt der Futterstruktur (Schrot oder Pellets) bei zusätzlicher Vorlage von Keimweizen auf die Futteraufnahme und Leistung von Masthühnern

Die Pelletierung von Hühnerfutter hat Vorteile hinsichtlich der Futterverluste und Futteraufnahme, ist aber mit zusätzlichem Aufwand verbunden. In Kombination mit der Verfütterung von Keimweizen stellt sich die Frage, welche Futterstruktur sich vorteilhafter auf die Futteraufnahme und die Leistung von Masthühner auswirkt.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Pelletierung von Futter hat den Vorteil, dass jedes Pellet die optimale Zusammensetzung der Nährstoffe enthält, während Hühner aus geschrotetem Futter durchaus die beliebtesten Futterpartikel selektieren und unbeliebte vermeiden können. Außerdem ist bekannt dass Masthühner von pelletiertem Futter mehr fressen als von geschrotetem. Eine möglichst hohe Futteraufnahme ist für ökologisch gefütterte Masthühner deshalb erstrebenswert, weil dadurch auch bei weitgehendem Verzicht auf importierte, qualitativ hochwertige Futtermittel eine bedarfsgerechte Versorgung erreicht werden kann. Aufgrund der Pelletierungskosten wird in der Praxis allerdings überwiegend geschrotetes Futter gefüttert. Wird Keimweizen an Masthühner verfüttert, so wird dieser meist unmittelbar vor der Fütterung mit dem geschroteten Futter vermischt. Ziel des Projekts ist es nun, zu ergründen ob sich die Futteraufnahme und die Leistung von Masthühnern unterscheiden, wenn pelletiertes oder geschrotetes Futter  zum Keimweizen angeboten wird.

Vorgehensweise

Mit insgesamt 320 Masthühnern, aufgeteilt auf 8 Gruppen und zwei Mastdurchgänge, werden vier verschiedene Fütterungsvarianten verglichen: Geschrotetes Futter, pelletiertes Futter, geschrotetes Futter plus Keimweizen, pelletiertes Futter plus Keimweizen. Nach der gemeinsamen, vierwöchigen Aufzucht werden die Masthühner in Gruppen getrennt und für die Mast in mobilen Ställen mit Zugang zu Grünauslauf gehalten. Während des Versuchs werden die Futteraufnahme und die Gewichtsentwicklung der Masthühner dokumentiert, und nach der Schlachtung werden Parameter der Schlachtleistung erhoben.

Ergebnisse

Es zeigte sich keine Wechselwirkung zwischen Futterstruktur und der Vorlage von Keimweizen, die beiden Effekte sind daher separat zu betrachten. Die Futterstruktur beeinflusste weder die Mast- noch die Schlachtleistung der Masthühner, allerdings wurde deutlich weniger Futter für dieselbe Leistung gebraucht wenn dieses pelletiert war. Aus Effizienzgründen ist daher pelletiertes Futter vorzuziehen, wobei der Effizienzgewinn mit den Pelletierungskosten abzuwägen ist. Der angebotene Keimweizen wurde von den Masthühnern gerne aufgenommen, verdrängte aber durchschnittlich 23 % (Trockenmassebasis) der üblichen Futtermischung. Dies führte zu einer "Verdünnung" der Gesamtration und dadurch zu einer geringeren Mast- und Schlachtleistung. Daher ist bei der Vorlage von Keimweizen eine Anpassung der ergänzenden Futtermischung zu empfehlen.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

4.2016 - 12.2016

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 3

  1. Baldinger L (2017) Akzeptanz einer gekeimten 50:50 Saatwicken:Weizen Mischung als Futtermittel für Legehennen. In: Wolfrum S, Heuwinkel H, Reents HJ, Hülsbergen KJ (eds) Ökologischen Landbau weiterdenken - Verantwortung übernehmen, Vertrauen stärken : Beiträge zur 14. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau, Freising-Weihenstephan, 7. bis 10. März 2017. Berlin: Köster, pp 614-615
  2. Baldinger L (2016) Getreidekeime für Hühner. Bio Land(3):24-25
  3. Böhm H, Weissmann E (2013) Anbautelegramm Saatwicke (Vicia sativa L.). KTBL Heft 100: 34