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Produktionskosten Zuckerrohr

Projekt

Zuckerrohranbau in Brasilien (c) Thünen-Institut/Kathrin Strohm
Zuckerrohranbau in Brasilien (© Thünen-Institut/Kathrin Strohm)

Zucker-Rohstoffe: Produktionssysteme und Produktionskosten in ausgewählten Ländern

Der Zuckermarkt wird zunehmend liberalisiert. Seit 2009 können die am wenigsten entwickelten Länder (LDC) auf Grundlage des Everything But Arms (EBA)-Abkommens bis 3.5 Million t Zucker zollfrei in die EU exportieren. Somit könnten die Zuckerimporte künftig deutlich zunehmen und europäischen Rübenzucker verdrängen.

Hintergrund und Zielsetzung

Bisher sind die Zuckerimporte aus den AKP- und LDC-Ländern mit etwa 2 Mio. t eher gering, wobei der Anteil der LDC-Länder unter 1 Mio. t liegt. Sollte der Weltmarktpreis für Zucker jedoch künftig deutlich unterhalb des EU-Preises liegen und sich eine positive wirtschaftliche Entwicklung in den LDC-Ländern abzeichnen, können die Importe deutlich zunehmen. Vor diesem Hintergrund wollen wir abschätzen, bei welchen Preisrelationen ein Export von Zucker für ausgewählte LDC -Staaten wirtschaftlich interessant wird.

Vorgehensweise

Anhand von regionalen Statistiken untersuchen wir den Status der Zuckerrohrproduktion in Tansania, Mozambique und Kenia. Auf dieser Basis etablieren wir typische Betriebe in ausgewählten Regionen und kalkulieren die Produktionskosten für Zuckerrohr in Vergleich mit der einheimischen Produktion und Brasilien als Hauptexporteur weltweit.

Daten und Methoden

Die Produktionskosten ermitteln wir anhand von typischen Betrieben, die wir zusammen mit unseren internationalen Partnerorganisationen sowie Landwirten in den Zielländern etablieren. Die Produktionskosten kalkulieren wir mithilfe des Models TYPICROP.

Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen, dass die Rohstoffproduktion in den ausgewählten Ländern in etwa der gleichen Höhe liegen wie in Brasilien und Europa. Durch hervorragende Standortbedingungen für den Zuckerrohranbau sind die Erträge und somit die Rohstoffproduktion sehr wettbewerbsfähig. Problemastich sind allerdings die Transport- und Verarbeitungskosten. Eine schlecht koordinierte Logistik und ineffiziente Verarbeitungsprozesse wirken sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wertschöpfungskette aus.

Durch politische Eingriffe sind die einheimischen Zuckerpreise deutlich höher als auf dem Weltmarkt oder in der EU. Mit zunehmenden Bevölkerung- und Einkommenswachstum ist somit zu erwarten, dass diese Länder eher für die einheimischen Bedarf produzieren werden, als in die EU zu exportieren.

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Zeitraum

9.2014 - 12.2020

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: abgeschlossen