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Unternehmensnachfolge und Existenzgründung in der Landwirtschaft

Projekt

zwei Männer schütteln sich die Hände (c) Bits and Splits - stock.adobe.com
(© Bits and Splits - stock.adobe.com)

Unternehmensnachfolge und Existenzgründung in der Landwirtschaft: Chancen, Defizite und Lösungsansätze

Die Anzahl landwirtschaftlicher Unternehmen in Deutschland ist seit vielen Jahren rückläufig. Welche Rolle ungesicherte Hofnachfolgen im Strukturwandel, auch als „Höfesterben“ bekannt, spielen, und welche Relevanz außerfamiliären Hofübergaben und Existenzgründungen zugeschrieben wird, wird in diesem Projekt untersucht.

Hintergrund und Zielsetzung

Die Hofübergabe an die nächste Generation sichert den Fortbestand landwirtschaftlicher Betriebe, ist aber in vielen Fällen nicht gesichert. Folglich werden betroffene Landwirt:innen mit der Frage nach der Zukunft ihres Hofes oder einer etwaigen Betriebsaufgabe konfrontiert. Andererseits ist es für Interessierte ohne familiäres Hoferbe oft schwer, eine Produktionsgrundlage für eine landwirtschaftliche Existenzgründung oder einen Quereinstieg zu finden. Der Zugang zu Boden und Kapital stellt beim Neu- und Quereinstieg in die Landwirtschaft neben zunehmenden Anforderungen durch gesellschaftliche Ansprüche und sich änderndem Fachrecht eine der größten Herausforderungen dar. Landwirt:innen, potenzielle Hofübernehmer:innen, bzw. Neueinsteiger:innen stehen individuellen Übergabe- oder Einstiegssituationen gegenüber, dessen Hintergründe nicht weitreichend erforscht sind.

Aus diesem Grund hat dieses Forschungsvorhaben zum Ziel, den landwirtschaftlichen Generationenwechsel in Deutschland in seinen verschiedenen Facetten und Zusammenhängen zu adressieren und Chancen, Defizite und Lösungsansätze aufzuzeigen. Dazu werden schwerpunktmäßig folgende drei Untersuchungsbereiche erforscht: die Problematik der fehlenden Unternehmensnachfolge und dessen Auswirkungen auf den landwirtschaftlichen Sektor, die Relevanz außerfamiliärer Hofnachfolgen und die Bedeutung landwirtschaftlicher Existenzgründungen.

Vorgehensweise

Die Bearbeitung der drei Untersuchungsbereiche erfolgt nacheinander in der oben genannten Reihenfolge. In einem ersten Schritt werden relevante Literaturbeiträge analysiert und passende Datensätze, insbesondere der Landwirtschaftszählungen, in Bezug auf die Hofnachfolgesituation in Deutschland statistisch ausgewertet. Danach werden Expert:innengespräche mit Verbänden und Beratungsinstitutionen durchgeführt, um die Situation auf den Betrieben abzubilden und die Auswirkungen der Unternehmen ohne Hofnachfolger:innen für die Region, bzw. die Branche zu erfassen. Insbesondere vorher generierte Hypothesen in Bezug auf Betriebseigenschaften wie die Betriebsgröße, Erwerbsform und Betriebsvermögen und die Hofübernahme- und Hofaufgabeentscheidung sollen hier überprüft, sowie durch weitere Erkenntnisse ergänzt werden. Abschließend sollen die Untersuchungsergebnisse in einem Fokusgruppen-Workshop mit Expert:innen validiert und mögliche Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. In den beiden nachfolgenden Untersuchungsbereiche sollen ähnlich verfahren werden, wobei die Daten überwiegend durch eine quantitative, schriftliche Befragung erhoben werden und ggf. durch Expert:innenengespräche und Tiefeninterviews ergänzt werden sollen.

Der Fokus dieses Forschungsprojektes liegt auf der landwirtschaftlichen Unternehmensnachfolge und Existenzgründung in Deutschland. Als Referenz sollen auch andere Branchen, beispielsweise das Handwerk, und andere Länder (ausgewählte EU Mitgliedstaaten, Großbritannien und USA) vergleichend hinzugezogen werden.

Daten und Methoden

Aufgrund einer geringen Informations- und Datenlage zur Beantwortung der Forschungsfragen und -ziele stellt die Informations- und Datengewinnung einen wichtigen Arbeitsschritt für die durchzuführenden Untersuchungen dar und soll in Form von mündlichen und schriftlichen Befragungen durchgeführt werden. Außerdem sollen Daten der Agrarstrukturstatistiken, vor allem der Landwirtschaftszählungen 2010 und 2020 ausgewertet werden, möglicherweise ergänzt durch Daten der landwirtschaftlichen Sozialversicherung oder des Testbetriebsnetzes. Vorhandene wissenschaftliche Theorien der Verhaltensökonomie, Investitionstheorie, Institutionenökonomie sowie des landwirtschaftlichen Haushaltes bilden den theoretischen Rahmen dieser Forschung.

Unsere Forschungsfragen

  1. Gibt es (aus unterschiedlichen Perspektiven) ein Hofnachfolgeproblem in der Landwirtschaft? Wenn ja, welche Auswirkungen lassen sich daraus für den landwirtschaftlichen Sektor ableiten?
  2. Welche Relevanz haben außerfamiliäre Hofnachfolgen? Welche Besonderheiten (Struktur, Entwicklung etc.) zeichnen sie aus? Was sind fördernde und hemmende Faktoren?
  3. Welche Bedeutung haben Existenzgründungen in der Landwirtschaft? Welche Besonderheiten (Struktur, Entwicklung etc.) zeichnen sie im Vergleich zu konventionellen Hofübernahmen aus? Wodurch unterscheiden sich erfolgreiche von weniger erfolgreichen Existenzgründungen? Was sind fördernde und hemmende Faktoren?

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Zeitraum

10.2020 - 9.2024

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft