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Expertise

Integration in moderne Haltungsverfahren

Von Kerstin Barth | 31.05.2022


OL Institut für Ökologischen Landbau

Wie die herkömmliche Aufzucht setzt auch die kuhgebundene einiges voraus: Die Einbindung in das allgemeine Management sollte gut durchdacht werden.

Den Kälbern muss eine trockene, eingestreute Liegefläche, Futter und Wasser zur Verfügung stehen. Ab und an müssen auch sie untersucht und eventuell behandelt werden. Auf einen separaten Kälberbereich kann man also nicht verzichten.

Wir haben uns das natürliche Verhalten in Rinderherden zunutze gemacht und neben dem Liegebereich der Kühe einen separaten Kälberbereich eingerichtet. Über ein transpondergesteuertes Selektionstor können die Kälber zwischen den beiden Bereichen hin und her wechseln. Damit kann sich der für Rinder typische „Kindergarten“ ausbilden – eine Gruppe, in der sich die Jungtiere versammeln.

Im Kälberbereich werden zudem die Futtermittel  bereitgestellt, die nur den Kälbern zur Verfügung stehen und kalbgerecht angeboten werden sollen (Höhe der Tränken, Raufen etc.).  Ein Abtrennen der Kälber ist so problemlos möglich und erleichtert den Umgang mit den Tieren. 

Die Funktionsweise der Selektionstore erlernen die Kälber sehr schnell: Nachdem sie ca. sechs Tage mit ihren Müttern in der Abkalbebox zugebracht haben, werden sie wie gewohnt vor dem Melken von ihren Müttern getrennt und in den Kälberbereich gebracht. Dort verbleiben sie bis zum Ende der Melkzeit und werden dann durch das Selektionstor zu ihren Müttern gelassen. Wenige Wiederholungen sind notwendig, dann wissen die Kälber, wie sie zu den Kühen gelangen können. Da unsere Kälbergruppe immer altersgemischt ist, ergeben sich zusätzlich positive Nachahmeffekte.

Video

Kälber-Tor-Durchgang

Selection Gate

Weiterführende Links

Andere Beispiele aus der Praxis gibt es im Leitfaden für kuhgebundene Kälberaufzucht oder im Merkblatt des Schweizer Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL)

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