Kohlenstoffspeicher Boden - Geschäftsmodelle für den Klimaschutz

Projekt

 (c) Thünen-Institut/OL

Carbon farming

Landwirtschaftlich genutzte Böden haben ein großes Potential, mehr Kohlenstoff zu binden und so zum Klimaschutz beizutragen. Zusätzlich hilft der Schutz und der Aufbau von Humus die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten oder zu steigern. Wie Landwirte  ihre Bewirtschaftung anpassen und für ihre Leistungen zum Klimaschutz bezahlt werden könnten, untersucht das Thünen-Institut für Ökologischen Landbau im INTERREG-Projekt „Carbon Farming“.

Hintergrund und Zielsetzung

Gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten wollen die Partner aus Forschung und Beratung im Nordseeraum Möglichkeiten aufzeigen, wie die Kohlenstoffbindung in Böden gefördert werden kann.
Zusätzlich sollen Geschäftsmodelle analysiert und entwickelt werden, mit denen die Landwirte für ihre Aktivitäten zur Erhöhung der Kohlenstoffbindung in Böden bezahlt werden können.

Vorgehensweise

Um die Projektziele zu erreichen, werden drei Ansatzpunkte verfolgt:

1 Techniken zur Kohlenstoffbindung in Böden
Praxisnahe Möglichkeiten für eine verstärkte Kohlenstoffbindung in Böden sollen aufgezeigt werden. Gleichzeitig soll das Verständnis und Bewusstsein der Landwirte für diese Prozesse und die möglichen Maßnahmen gesteigert werden. Hierzu werden Feldversuche und Demonstrationsflächen in den beteiligten Regionen angelegt und Veranstaltungen organisiert, in denen informiert und diskutiert wird.

Über die gesamte Projektlaufzeit werden Kohlenstoffgehalt und Kohlenstoffbindung in den Flächen mittels Bodenanalysen erfasst. Die Biomasse- und Kohlenstoffströme verschiedener aussichtsreicher Maßnahmen zur Kohlenstoffanreicherung werden ermittelt.

Mit den Daten sollen Grundlagen gelegt werden, die langsamen Anreicherungsprozesse des organischen Bodenkohlenstoffs nachzuvollziehen. Auch soll daran aufgezeigt werden, inwieweit Geschäftsmodelle, in denen für Kohlenstoffanreicherung gezahlt werden soll, auf Messwerten oder auf einer Honorierung von Maßnahmen basieren können. Dieses Arbeitspaket koordiniert das Thünen-Institut für Ökologischen Landbau.

2 Geschäftsmodelle zur Honorierung der Kohlenstoffspeicherung
Bereits bestehende Initiativen, die die Kohlenstoffspeicherung in Böden vermarkten, werden recherchiert. Diese und weitere Personenkreise, Unternehmen und Interessengruppen werden gesucht, um Grundlagen für neue Geschäftsmodelle zur Honorierung dieser Umweltleistung mitzuentwickeln.

3 Fallstudien und Praxistransfer
Vielversprechende Geschäftsmodelle für die Kohlenstoffbindung in Böden sollen in praktischen Fallstudien näher validiert und deren ökologische und ökonomische Wirkungen zusammengestellt werden. Diese Informationen sollen Unternehmen in und außerhalb der Agrarwirtschaft, Interessengruppen und Politikern zugänglich gemacht werden.


Links und Downloads

northsearegion.eu/carbon-farming/

Ergebnisse vom Workshop "Carbon Farming - Entwicklung von Geschäftsmodellen für die Vermarktung einer Kohlenstoffanreicherung in landwirtschaftlichen Böden" am 05.03.2020 in Hamburg finden Sie hier, unter Aktuelles.

Bericht "Inventory of Techniques for Sequestation of Carbon in Agricultural Soils" online verfügbar: Die Autor*innen des INTERREG Projekts Carbon Farming haben in diesem englischen Bericht Wissen zusammengestellt, mit welchen Techniken Kohlenstoff in landwirtschaftlichen Böden angereichert werden kann.
Hier herunterzuladen (pdf): Inventory of Techniques for Sequestation of Carbon in Agricultural Soils

Thünen-Ansprechpartner


Beteiligte Thünen-Partner


Beteiligte externe Thünen-Partner


Geldgeber

  • Europäische Union (EU)
    (international, öffentlich)

Zeitraum

9.2018 - 8.2021

Weitere Projektdaten

Projekttyp:
Projektstatus: läuft

Publikationen

Anzahl der Datensätze: 0